Umfrage: Dauernd erreichbar? Ja, gerne!

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Umfrage: Dauernd erreichbar? Ja, gerne!

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Umfangreiche Aufgaben ganz klein machen

Ein riesiger Berg ungeliebter Aufgaben liegt vor Ihnen? Nutzen Sie die Salamitaktik: Gliedern Sie im Geiste die umfangreiche Aufgabe in mehrere kleine Arbeitsschritte. So scheinen sie leichter zu bewältigen und nach jedem Arbeitsschritt haben Sie ein kleines Erfolgserlebnis.

Einen großen Teil der Deutschen stört es nicht, dauerhaft erreichbar zu sein, behauptet eine Umfrage der ERGO Direkt Versicherung. Deren Angestellte sind besonders betroffen.

Es gibt kaum noch Tabus. Ob auf der Toilette oder beim romantischen Dinner mit der Geliebten - viele Menschen sind in jeder Lebenslage telefonisch erreichbar. Zumindest für den Chef. Wenn der nachts anklingelt, geht immerhin jeder Zehnte dran. Und entgegen der dramatischen Appelle von IG-Metall, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder, stören sich die meisten betroffenen daran nicht mal. Das behaupten sie zumindest. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage von ERGO Direkt Versicherungen.

Mehr als jeder dritte Deutsche ist der Umfrage zufolge beruflich wie privat 21 bis 24 Stunden am Tag telefonisch erreichbar. Selbst bei den über 70-Jährigen nehmen rund ein Drittel der Befragten 21 Stunden oder länger Anrufe entgegen, so das Ergebnis der von der Stiftung Internetforschung durchgeführten Online-Umfrage unter 3.001 Personen ab 18 Jahren mit Mobiltelefon.

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Ständig erreichbar für den Kunden

Nur etwa jeder Sechste fühlt sich von häufigen Anrufen gestresst oder in seiner Freizeit eingeschränkt. Unter den 18- bis 29-Jährigen beklagt sich etwa jeder Vierte über die Vielzahl an eingehenden Telefonaten. Die große Mehrheit der Deutschen sieht die ständige Erreichbarkeit jedoch nicht als problematisch an. Im Gegenteil, jedem Zweiten gibt es ein Gefühl von Sicherheit, immer und überall angerufen werden zu können. 35 Prozent werten die ständige Erreichbarkeit sogar als einen Ausdruck von Freiheit.

Für eine Versicherung, die seit 2010 bei Schadensfällen von 7 bis 24 Uhr für ihre Kunden erreichbar ist, mag das eine willkommene Nachricht und ein gutes Argument gegen aufsässige Angestellte sein. Ministerin Schröder hatte im vergangenen Sommer an Arbeitgeber und Gewerkschaften appelliert, die Erreichbarkeit von Angestellten tarifvertraglich zu regeln. Die Entscheidung von Volkswagen, den Beschäftigten nach Feierabend keine dienstlichen Mails mehr weiterzuleiten, hatte sie gelobt. Die IG Metall hatte gleichzeitig eine "Allianz gegen Stress in der Arbeitswelt" angeregt und eine gesetzliche Regelung verlangt.

Für eine Versicherung ist die Frage der Erreichbarkeit für ihre Kunden naturgemäß von besonderer Bedeutung. "Der Kunde soll uns erreichen können, wenn er Zeit und Lust hat und das ist eben auch an Sonntagen oder am Abend", begründet der ERGO-Direkt-Vorstandsvorsitzende Peter M. Endres 2010 die Umstellung. "Die Kunden sind heute nicht mehr bereit sich an Ladenöffnungszeiten zu binden, wenn es sich um ein solch individuelles Angebot wie eine Versicherung handelt", ergänzt Endres.

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