Ungerechte Löhne in NRW: "Jeder Fünfte arbeitet im Niedriglohnsektor"

Ungerechte Löhne in NRW: "Jeder Fünfte arbeitet im Niedriglohnsektor"

Bild vergrößern

In NRW arbeitet jeder Fünfte im Niedriglohnsektor, die Menschen empfinden Gehälter und Vermögen als sehr ungleich verteilt.

Der Deutsche an sich fühlt sich häufig ungerecht bezahlt. Besonders in Nordrhein-Westfalen klagen Arbeitnehmer über ungerechte Löhne. Haben die Menschen in NRW mit ihrem Gemecker Recht?

Eine aktuelle Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) zeigt: Der Nordrhein-Westfale an sich ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Land, der Politik und seinem Leben – wenn nur das liebe Geld nicht wäre.

Die Verteilung von Vermögen halten 67 Prozent der Befragten in NRW für ungerecht, bei der Höhe der Löhne und Gehälter ist das Bild ähnlich. Hier sind 64 Prozent der Meinung, dass es ungerecht zugeht.
Dieses Gefühl gibt es nicht nur an Rhein und Ruhr: Eine Befragung der Unternehmensberatung Korn Ferry Hay Group aus dem vergangenen Jahr belegt, dass sich 65 Prozent der Deutschen (von 250.000 Befragten) ungerecht bezahlt fühlen.

Anzeige

Doch zumindest in NRW scheint es auf den ersten Blick keinen Grund für die Unzufriedenheit zu geben. Jedenfalls zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, dass die Durchschnittslöhne in Nordrhein-Westfalen in den meisten Berufen oberhalb des Bundesdurchschnittes liegen. Das gilt auch für solche Berufe, die traditionell eher schlecht bezahlt sind.

  • So verdient beispielsweise ein Altenpfleger oder eine Altenpflegerin in NRW im Mittel 2730 Euro brutto. Bundesweit liegt das mittlere Einkommen eines Altenpflegers dagegen bei 2490 Euro brutto.
  • Die erwähnten Friseure verdienen in NRW im Mittel 1434 Euro brutto, bundesweit beträgt das Durchschnittsgehalt eines Friseurs bei 1390 Euro.
  • Und während ein Koch in Deutschland im Mittel 1960 Euro brutto im Monat verdient, bekommt ein Koch oder eine Köchin ohne weitere Spezialisierung in NRW im Mittel 2068 Euro brutto im Monat.

„NRW ist immer schon ein gewerkschaftlich organisiertes Bundesland“, sagt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Nordrhein-Westfalen. „Wir haben mehr als 60 Prozent Tarifbindung.“ Entsprechend gut verdiene der durchschnittliche Arbeitnehmer zwischen Rhein und Ruhr.

Auch die Mieten und Lebenshaltungskosten sind in NRW – von Städten wie Köln und Düsseldorf einmal abgesehen – niedriger als im Bundesdurchschnitt. Während der Quadratmeter in NRW im Mittel 6,99 Euro pro Monat kostet, sind es deutschlandweit durchschnittlich 7,40 Euro. Dass man in Köln-Lindenthal oder München deutlich über diesen Werten liegt, ist klar. Dafür liegen die Preise in Duisburg Neumühl oder in Marsberg deutlich darunter. Daran kann es also auch nicht liegen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%