Ursula von der Leyen: Erreichbarkeit wird nicht entlohnt

Ursula von der Leyen: Forderung nach Funkstille in der Freizeit

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Erreichbarkeit wird nicht entlohnt

1. Tipp: Meetings vorbereiten

Klingt banal, erfordert aber viel Disziplin: Verschicken Sie Tagesordnung und Präsentationsunterlagen zur Vorbereitung eines Meetings an alle Teilnehmer. Führen Sie das Gespräch nicht auf informeller Ebene fort, wenn es offiziell beendet ist.

Bild: Fotolia

Verdi-Sprecher Jan Jurczyk meint, der Drang zur ständigen Erreichbarkeit sei „eine ambivalente Entscheidung“. In manchen Unternehmen seien die Anforderungen gegeben, einige Arbeitnehmer setzten sich aber auch selbst unter Druck. „Es ist eine stillschweigende Erwartung, die mit dieser Technik weitergereicht wird“, sagte Jurczyk. Die Unternehmen dürften aber ihre Fürsorgepflicht für die Beschäftigten nicht vergessen. Auch E-Mails zu schreiben sei Arbeitszeit - würde diese vergütet oder gesondert angerechnet, würden laut Jurczyk auch die Unternehmen genauer darauf achten, dass damit kein Schindluder getrieben werde.

Auch die IG Metall würde strengere Regeln begrüßen. „Frau von der Leyen kann sich nicht aus ihrer eigenen Verantwortung stehlen, selbst für klare und verbindliche Regeln im Arbeitsschutz zu sorgen. Schlichte Appelle an die Arbeitgeber reichen nicht“, sagte Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Im Mittelstand weiß man um die Problematik. „Beim Thema betriebliche Gesundheitsförderung haben viele Mittelständler noch Nachholbedarf. Es dient der Gesundheit, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Arbeitsende im wahrsten Sinne des Wortes abschalten“, wird der Präsident der Bundesverbandes mittelständische
Wirtschaft, Mario Ohoven, zitiert.

Der richtige Umgang fehlt

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Eine Ausnahme seien leitende Mitarbeiter, die auch in ihrer Freizeit im Notfall erreichbar sein müssten. Wirtschaftspsychologe Alexander Cisik weist darauf hin, dass die Erreichbarkeit nicht jeden stresst: „Ich würde nicht grundsätzlich sagen, dass eine permanente Erreichbarkeit krank machen kann.“ Wenn man auf eine dringende Nachricht warte, könne man sein Informationsbedürfnis ad hoc stillen. „Wenn aber der Arbeitgeber wissentlich oder eher unterschwellig seine Mitarbeiter nachts oder auch am Wochenende kontaktiert, dann entsteht daraus natürlich eine Drucksituation“, sagt der Experte. Deshalb müssten Führungskräfte und Mitarbeiter klare Regeln aufstellen. Das Problem für die Gesundheit liege nicht in der neuen Technik - sondern im Umgang damit, betont auch von der Leyen. Der „Bild“-Zeitung sagte sie: „Wir müssen nur lernen, vernünftig damit umzugehen“.

Quelle: dpa
1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 13.06.2012, 15:25 Uhrbli

    Was muss die Politik (incl. der Gewerkschaften noch nicht alles "bevormunden", regeln. Jetzt bekommen "vollwertige" Angestellte,
    Geschäftsführer, Vorstände gezwungender Maßen stressfreie Stunden verpaßt. Von der Leyen recht so,schlage vor, auch Fahrzeiten mit einzubeziehen

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