Verdi: Auszubildende klagen über viele Überstunden

Verdi: Auszubildende klagen über viele Überstunden

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Viele Auszubildende klagen über Überstunden und Arbeitsdruck

Billige Arbeitskraft oder starker Azubi? Auszubildende klagen über Arbeitsdruck und wenig Perspektive. Andererseits sind nach einer Gewerkschaftsumfrage 80 Prozent weitgehend zufrieden mit ihrer Berufsausbildung.

Fast die Hälfte der Auszubildenden und jungen Beschäftigten fühlt sich nach einer Umfrage als billige Arbeitskraft. Annähernd jeder Zweite klagt über Überstunden, körperliche Belastung oder zu viele Arbeitsaufgaben. Das sind Ergebnisse einer Befragung unter 16- bis 27-Jährigen im Auftrag der Gewerkschaft Verdi, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Andererseits sind mehr als 80 Prozent der jungen Menschen im Allgemeinen zufrieden mit ihrer Berufsausbildung.

Neben dem Arbeitsdruck sind der Umfrage zufolge auch fehlende Perspektiven „Stimmungskiller bei den jungen Menschen“. Nur jeder Zweite erhält demnach eine Übernahmegarantie nach der Ausbildung. „Das ist hochgradig demotivierend und alarmierend zugleich, zumal die Zufriedenheit mit der Qualität der dualen Berufsausbildung grundsätzlich sehr hoch ist“, erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske. Anlass der Umfrage ist der Start der bundesweiten Verdi-Aktionswoche „Gute Ausbildung - gute Arbeit“.

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Der Anteil zufriedener junger Menschen liege in mitbestimmten und tarifgebundenen Betrieben noch höher. Bis zu 87 Prozent fühlten sich dort durch ihre Berufsausbildung auf die Arbeitswelt gut vorbereitet. Bei Mitgliedern einer Gewerkschaft liege die Zufriedenheitsrate bei 89 Prozent.

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Wer macht heute noch eine Ausbildung? Immerhin etwas mehr als 500.000 Jugendliche im Jahr. Und die haben ganz genaue Vorstellungen davon, wie ihr Ausbildungsbetrieb sein muss. Wenn das jetzt noch die Ausbilder wüssten.

Ausbildung: Jugendliche haben genaue Vorstellungen. Quelle: imago, Montage

Bsirske schlussfolgerte daraus: „Da, wo es Betriebs- und Personalräte gibt und wo Gewerkschaften eine gestaltende Rolle haben, werden bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen geschaffen als dort, wo Mitbestimmungsstrukturen und Gewerkschaften fehlen oder sogar behindert werden.

An die Adresse der Arbeitgeber gerichtet mahnte der Verdi-Chef: „Die Tarifflucht der letzten Jahre sorgt für Unzufriedenheit unter den Beschäftigten, die auch der gute Ruf der Ausbildungsqualität nicht zukleistern kann.“ Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegten: Nur noch 15 Prozent der Betriebe seien in Deutschland tarifgebunden. Bsirske erklärte, wer das Potenzial junger Fachkräfte langfristig halten wolle, müsse bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen schaffen, mit Mitbestimmungsstrukturen und einer Stärkung der Tarifbindung.

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