Vereinbarkeit von Kind und Karriere: Nur die Japanerinnen sind pessimistischer

Vereinbarkeit von Kind und Karriere: Nur die Japanerinnen sind pessimistischer

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Gleichzeitig Mutter sein und Karriere machen? – "Das geht nicht", denken viele deutsche Frauen.

Nur jede fünfte deutsche Frau glaubt, dass sie Karriere machen kann, obwohl sie Mutter ist. Damit liegt Deutschland fast am Ende des weltweiten Vergleichs. Nur die Japanerinnen sind noch kritischer als die Deutschen.

Deutsche Frauen sind der Meinung, dass Kinder und Karriere nur schwer miteinander zu vereinbaren sind. Laut einer Umfrage der Thomson-Reuters-Stiftung und der Rockefeller-Stiftung schätzen sie im internationalen Vergleich die Lage eher schwierig ein und werden damit nur von den Japanerinnen übertroffen.

Unter den international 9500 befragten Frauen äußerten sich 47 Prozent zuversichtlich, eine Familie haben zu können, ohne der Karriere zu schaden. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem Durchschnitt: Hier lag der Anteil bei 21 Prozent und in Japan bei 17 Prozent. Die Umfrage wurde in den G20-Ländern durchgeführt. Fast jede vierte Frau ist der Meinung, dass sich Familienplanung und Beruf nicht vereinen lassen können. Der Rest der Befragten ist sich unsicher.

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Die große Unsicherheit herrscht vor allem bei denjenigen Frauen, die aus den reichen G20-Ländern – wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich – kommen.

Aber auch innerhalb Deutschlands gibt es noch Unterschiede: In Ostdeutschland arbeiten mehr Mütter in Vollzeit als im Westen. Mütter in Ostdeutschland seien gegenüber Arbeit aufgeschlossener als Mütter in Westdeutschland. Im Westen seien die Frauen konservativer. Aber das werde sich ändern.

Diese Unternehmen bieten die besten Karrierechancen für Frauen

  • Platz 10

    Für den Frauen-Karriere-Index des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bekommen die teilnehmenden Unternehmen eine Wertung auf einer Skala von 0 bis 100. Je höher die Punktzahl, desto besser die Karrierechancen für Frauen in dem Betrieb.

    Die Symrise AG kam im Jahr 2015 auf 73 von 100 Punkten - im Ranking reicht das für Platz zehn.

    Quelle: Frauen-Karriere-Index

  • Platz 9

    GFT Technologies AG - 75 Punkte

  • Platz 8

    Jeweils 76 Punkte entfallen auf:

    Intel GmbH / Intel Mobile Communications

    DATEV eG

    TÜV Rheinland

    ING-DiBa AG

  • Platz 7

    Jeweils 78 Punkte gehen an

    Bombardier Transportation GmbH

    Uniklinik Köln

  • Platz 6

    Jeweils 79 Punkte für

    Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Grevenbroich

    SEB AG

    KfW

  • Platz 5

    Jeweils 80 Punkte gehen an

    Siemens Betriebskrankenkasse SBK

    HypoVereinsbank

    SMA Solar Technology

  • Platz 4

    Charité Universitätsmedizin Berlin - 81 Punkte

  • Platz 3

    Jeweils 82 Punkte erreichten

    Randstad Deutschland

    Airbus Group Deutschland

  • Platz 2

    Deutsche Telekom AG - 83 Punkte

  • Platz 1

    Hewlett Packard GmbH - 85 Punkte

In Deutschland stehen laut der Umfrage fehlende Kindertagesstätten und Ganztagsschulen sowie traditionelle Familienbilder der Karriere entgegen. Frauen nehmen eine längere Auszeit von der Arbeit als in anderen europäischen Staaten und arbeiten danach oft nur in Teilzeit, was der Karriere eher schadet. Das hänge vor allem damit zusammen, dass die deutschen Frauen noch mehr Wert auf die traditionelle Mutterrolle legten. Deshalb sei es auch kein Zufall, dass ein Drittel der hoch gebildeten Frauen in den späten Vierzigern kinderlos seien.

Doch das kann sich möglicherweise schon bald ändern: Obwohl Deutschland mit 1,4 Kindern pro Frau eine der niedrigsten Geburtsraten in ganz Europa hat, hat die Regierung die Betreuungsangebote laut Umfrage extrem ausgebaut, damit Frauen zumindest Teilzeit arbeiten können.

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Frauen in Schwellenländern sind am zuversichtlichsten, gleichzeitig Kinder zu haben, aber auch Karriere zu machen. So glauben mehr als 70 Prozent der Brasilianerinnen, dass ein Kind der Karriere nicht im Weg steht, gefolgt von Frauen in Indonesien und Südafrika.

Der Grund für den Optimismus von Frauen in Schwellenländern ist laut Weltbank-Expertin Henriette Kolb, dass diese Frauen bei der Kindererziehung eher auf die Hilfe ihrer Verwandten setzen können. Sind die Verwandten selbst berufstätig, so gibt es dort eine weitere Lösung: Hausangestellte erhalten niedrige Löhne. Deshalb können dort viele Berufstätige jemanden einstellen, der ihre Kinder beaufsichtigt.

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