Vernetzte Unternehmen: Wer mauert bei der Digitalisierung?

Vernetzte Unternehmen: Wer mauert bei der Digitalisierung?

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Deutschland hinkt bei der Globalisierung hinterher.

Bei der Digitalisierung hinkt Deutschland hinterher. Oftmals sind es aber nicht die Mitarbeiter, die Angst vor dem Fortschritt haben, sondern die Manager. Haupthindernisse sind Silo- und Konkurrenzdenken.

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher. Der Mittelstand verschläft den Trend oder hat schlicht Angst vor den neuen Herausforderungen und in großen Teiklen Deutschlands ist schnelles Internet noch immer eine Utopie. Statt anzupacken, wird lieber diskutiert: Lohnt es sich überhaupt, Regionen wie das brandenburgische Prignitz mit Breitband zu versorgen? Ist die Digitalisierung tatsächlich ein Treiber für Wirtschaftlichkeit und Produktivität oder ruiniert sie Arbeitsplätze all derer, die noch mit den Händen arbeiten? Sind Flexibilität und Verfügbarkeit in der Arbeitswelt nicht irgendwie ein zweischneidiges Schwert und wie soll bloß die sture Belegschaft auf die Zukunft eingeschworen werden?

Dabei steht die Digitalisierung längst auf der politischen Agenda, seit 2011 ist gut eine halbe Milliarde Euro von Seiten der Politik für entsprechende Rahmenbedingungen ausgegeben worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude-Juncker wollen einen digitalen Binnenmarkt in Europa.- inklusive Datenschutz und Start-up-Förderung.

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Generation Mitte sieht digitalen Wandel mit Unbehagen, treibt ihn aber zugleich voran

  • Missbrauch

    90 Prozent der Befragten verbinden mit dem Internet den Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

  • Überwachung

    77 Prozent fürchten, dass das eigene Leben immer stärker überwacht werden kann.

  • Kundenkarten

    ABER: 61 Prozent nutzen trotzdem Kundenkarten oder Bonusprogramme.

  • Buchungen

    57 Prozent der Befragten haben bereits Reisen oder ein Hotelzimmer über das Internet gebucht.

  • Soziale Netzwerke

    49 Prozent der 30- bis 59-Jährigen sind Mitglied in mindestens einem Sozialen Netzwerk.

Mitarbeiter wollen besseres Equipment

An den Mitarbeitern liegt es nicht, dass die Unternehmen sich nicht oder zu wenig bewegen, wie eine Umfrage der Hochschule RheinMain in Zusammenarbeit mit der Plattform feelgood@work zeigt. Während die Arbeitgeber eher zögerlich auf technologische Neuerungen reagieren, fragen die Mitarbeiter aktiv nach einer höheren Digitalisierung. Besonders die jüngere Generation, die die neueste und modernste Technik nutzt, will im Beruf nicht mit rechenschieber und Schreibmaschine arbeiten müssen. 34 Prozent der Firmen gaben an, dass in einzelnen Funktionsbereichen aktiver Bedarf nach höherer Digitalisierung besteht. Jedes fünfte Unternehmen stellt bei der ganzen Belegschaft eine klare Nachfrage fest.

Es geht aber nicht nur um moderne Arbeitsgeräte, auch bei der Darstellung im Netz sind viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern viel zu behäbig und unmodern.

Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

  • Eigenständigkeit in der Arbeit

    47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich die Digitalisierung positiv auf das eigenständige Arbeiten auswirkt. 37 Prozent spüren keine Auswirkung, zehn Prozent beklagen negative Einflüsse.

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Zusammenarbeit unter den Teams

    45 Prozent sagen, dass die Digitalisierung die Zusammenarbeit verbessert, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

  • Lebensqualität bei der Arbeit

    43 Prozent spüren einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf ihre Lebensqualität im Job, 36 Prozent merken gar keine Veränderung und 15 Prozent spüren negative Einflüsse auf die Teamarbeit.

  • Qualität der Kundenbeziehungen

    Die Zusammenarbeit mit Kunden verbessert sich laut 42 Prozent der Befragten. Neun Prozent sehen hier eine Verschlechterung.

  • Gestaltungsfreiheit und Innovationsmöglichkeiten

    Eine Verbesserung durch die Digitalisierung erleben 41 Prozent, elf Prozent beklagen negative Einflüsse.

  • Kompetenzen

    43 Prozent sagen, dass die Digitalisierung an den Kompetenzen nichts verändert hat. 40 Prozent sehen einen positiven Einfluss und acht Prozent einen negativen.

  • Arbeitsmotivation

    40 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung bei der Arbeit motivierter, bei elf Prozent sehe es durch die Digitalisierung schlechter aus mit ihrer Motivation. Für 43 Prozent hat sich durch die Digitalisierung nichts an ihrer Motivation verändert.

  • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

    Dank der Digitalisierung können 34 Prozent der Befragten berufliches und privates leichter vereinen. Bei 16 Prozent ist es dagegen schwieriger geworden, beides unter einen Hut zu bekommen. 42 Prozent spüren keine Veränderung.

  • Führungskräfteverhalten

    Bessere Chefs dank Digitalisierung? Keine Veränderung bemerkten 42 Prozent. Einen positiven Einfluss glauben 28 Prozent bei ihren Vorgesetzten bemerkt zu haben, eine Verschlechterung beklagten 28 Prozent.

Die Studie "Von starren Prozessen zu agilen Projekten – Unternehmen in der digitalen Transformation" des Personaldienstleisters Hays zeigt, woran es liegt, dass manche Unternehmen bei der Digitalisierung einfach nicht voran kommen. Laut der befragten Entscheider aus IT, Finanzwesen sowie Forschung und Entwicklung beziehungsweise Produktionsplanung aus mittleren und großen Unternehmen ist vor allem das Insel- und Konkurrenzdenken der Fachabteilungen eine Barriere. 72 Prozent der Befragten nannten dies die größte Barriere auf dem Weg in die digitale Organisation.

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65 Prozent gaben außerdem an, dass das Kerngeschäft zu viel Zeit in Anspruch nehme, als dass noch Ressourcen für die hauseigene Digitalisierung frei seien. Besonders in kleinen und mittleren Betrieben sei dies ein Problem. "Im dynamischen Tagesgeschäft mit seinem hohen Kosten- und Beschleunigungsdruck wird die anstehende digitale Transformation zerrieben", heißt es in der Studie.

"Viele Unternehmen diskutieren zwar über den digitalen Wandel. In der Realität dominiert aber noch die alte Welt mit ihren herkömmlichen Sichtweisen, Methoden und Abläufen", so Christoph Niewerth, Vorstand der Hays AG. Wer sich auf Dauer in einem dynamischen Marktumfeld behaupten will, sollte möglichst bald Pläne und Arbeitsrealität in Einklang bringen.

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