Von wegen Ferienzeit: Sechs Millionen Deutsche arbeiten im Urlaub

Von wegen Ferienzeit: Sechs Millionen Deutsche arbeiten im Urlaub

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Viele Arbeitnehmer arbeiten auch im Urlaub.

von Lin Freitag

Am Strand liegen und nichts tun – so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Die Realität ist eine andere. Laut einer neuen Umfrage arbeiten viele deutsche Arbeitnehmer auch auf der Sonnenliege.

Ob Wandern in den Bergen, Sonnen auf Mallorca oder ein paar ruhige Tage auf Balkonien: Sommerzeit ist Ferienzeit. Doch wirklich abschalten – das können viele nicht. Eine aktuelle Umfrage des Reiseportals travel24 unter knapp 4500 Angestellten ergab: Mehr als sechs Millionen Deutsche arbeiten auch im Urlaub. Bei aktuell 31 Millionen Angestellten ergibt das eine Quote von 20 Prozent.

Jeder Mensch braucht Pausen. Sie sind wichtig, damit Mitarbeiter wieder voll durchstarten können. Trotzdem arbeiten viele Angestellte durchschnittlich rund anderthalb Stunden pro Urlaubstag. Auf das Jahr hochgerechnet, ergeben sich daraus 259 Millionen Stunden, die im Urlaub abgearbeitet werden. Für die Unternehmen lohnt sich der Einsatz ihrer Mitarbeiter: Durch die Extra-Stunden werden den Firmen zusätzlich 5,3 Milliarden Euro pro Jahr in die Kassen gespült.

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Über die Studie

  • Die Studie

    Über die Studie: Die Umfrage wurde von der Keyfacts Onlineforschung im Auftrag des Reiseportals Travel24 in Auftrag gegeben. Es wurden 4 482 deutsche Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsgewohnheiten im Urlaub befragt.

Mails lesen, Telefonkonferenzen, Geschäftstermine

Doch welche Aufgaben erledigen die Urlauber zwischen Strand und Pool? Die Studie kam zu dem Ergebnis: Rund 3,5 Millionen Arbeitnehmer lesen und beantworten im Urlaub ihre geschäftlichen Mails. Ebenfalls beliebt: Telefonate mit dem Chef oder Geschäftspartner – über 40 Prozent greifen im Urlaub zum Hörer. Fast 14 Prozent nehmen in den Ferien Geschäftstermine wahr. Sogar an beruflichen Weiterbildungen, die in die Ferienzeit fallen, nehmen zwölf Prozent der Arbeitnehmer teil. Weitere zwölf Prozent haben ihren Urlaub auf Wunsch des Arbeitgebers schon einmal abgebrochen und sind früher zurück ins Büro.

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Doch es sind keineswegs nur hochbezahlte Manager, die ihr Blackberry nicht ruhen lassen können. Die Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass es vor allem die weniger gut verdienenden Angestellten sind, die im Urlaub schuften. 35 Prozent der Arbeitstiere verdienen demnach nicht mehr als 2500 Euro im Monat. Bei 37 Prozent liegt das Gehalt zwischen 2500 Euro und 4000 Euro.

Überraschend: Mit steigendem Gehalt scheint die Bereitschaft zur Urlaubsarbeit sogar abzunehmen: Unter den Angestellten die bis zu 6000 Euro monatlich verdienen, gaben nur 20 Prozent an, in ihrer Freizeit zu arbeiten. Bei den Topverdienern, die über 6000 Euro bekommen, sind es nur noch sieben Prozent.

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