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Vor allem Männer betroffen: Arbeitslose werden leichter internetsüchtig

Rund 560.000 Deutsche gelten als internetgefährdet. Junge Männer gelten als besonders gefährdet. Vor allem, wenn sie keinen Job haben, verlieren sie sich leicht in den Tiefen des Internets.

Internetsucht Quelle: dapd
Vor allem Männer über 25 Jahren sind internetsuchtgefährdet. Quelle: dapd

Über eine halbe Million Menschen in Deutschland gelten laut einer Studie als abhängig vom Internet. In der Altersklasse über 25 Jahren drohen vor allem Männer in eine Sucht abzurutschen. Ledige und arbeitslose Männer sind laut der Studie besonders gefährdet, sich so sehr in den Tiefen des Netzes zu verlieren, dass sie den Bezug zur Realität verlieren.

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Krankhafte Internetnutzung äußere sich vor allem darin, dass die Betroffenen ihr soziales Leben vernachlässigten, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP). Darunter litten dann die Arbeit oder der Schulbesuch, mitunter auch einfache Dinge wie Essen und Waschen. „Das geht bis zur körperlichen Verwahrlosung.“

Nach einer jetzt neu ausgewerteten Erhebung kommen 0,7 Prozent aller 25- bis 64-Jährigen in Deutschland nicht mehr von Online-Spielen oder Sozialen Netzwerken los. Mit 1,0 Prozent sei der Anteil bei Männern mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (0,4 Prozent), teilte Dyckmans mit. „Die Betroffenen flüchten in eine virtuelle Welt. Dort bekommen sie Anerkennung und Belohnung.“

Trojaner und Co.

Viren, Würmer und Trojaner können erhebliche Schäden auf dem PC anrichten. Beliebt bei Abzockern sind vor allem die Trojanischen Pferde, die vom Nutzer meist unbemerkt auf dem Rechner lauern und sensible Daten wie Passwörter abfangen, mit denen dann Schindluder getrieben werden kann.

Wie kann man sich schützen?

Bei allen Downloads aus dem Internet ist Vorsicht geboten. Das BSI warnt davor, dass sich in der Flut von Gratis-Programmen und Dateien unzählige Schadprogramme verstecken, die dann den Rechner infizieren. Manche davon verbreiten sich auch über USB-Sticks, weshalb man diese am besten nicht mit anderen austauschen sollte.
Bemerkt man die Infektion, sollte man an einem "sauberen" PC umgehend alle wichtigen Passwörter, besonders von Online-Händlern oder Auktionshäusern, ändern. Die Kontoauszüge sollte man in der nächsten Zeit stets kritisch prüfen, da Betrüger an Kontodaten gelangt sein könnten und nun im Namen des Geschädigten Geschäfte tätigen.

Bild: REUTERS

Insgesamt gelten in Deutschland rund 560.000 Menschen zwischen 14 und 64 Jahren als „internetsüchtig“, wie aus einer bereits im August vorgelegten Studie der Universitäten Lübeck und Greifswald hervorgeht. Unter ihnen sind 250.000 Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Hier ist das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen. 2,5 Millionen Menschen nutzen laut Studie das Netz auf problematische Weise und drohen in eine Abhängigkeit abzurutschen.

„Die Zahlen zeigen ganz akut einen Handlungsbedarf“, sagte Dyckmans. Es müsse ein besonderes Augenmerk auf die Prävention gelegt und dabei die ganze Familie einbezogen werden. „Da gibt es gute Erfolge.“ Auch müsse Internetsucht als Krankheit klassifiziert und in das internationale Diagnoseverzeichnis aufgenommen werden, forderte sie.

Platz 10: Heimwerker, Garten, Blumen

Einen Strauß für die Kollegin, einen Apfelbaum für den Garten oder die neue Bohrmaschine für das nächste heimische Bauprojekt: Deutsche gaben laut der Statistik der Bundesvereinigung des Deutschen Versandhandels im vergangenen Jahr online fast eine Milliarde Euro für Artikel der Kategorie "Heimwerker, Garten, Blumen" aus. Mit einem Umsatzwachstum von 30 Prozent kamen die Online-Händler in diesem Bereich auf 0,96 Milliarden Euro.

Bild: dpa

Der Begriff der Internetsucht ist wissenschaftlich umstritten. Einige Psychologen sehen in einer exzessiven Internetnutzung keine eigenständige Störung, sondern lediglich das Symptom einer psychischen Erkrankung wie der Depression. Andere fordern hingegen, maßlose Internetnutzung als eigenständige Krankheit einzuordnen. Bislang ist Internetabhängigkeit von der Weltgesundheitsorganisation nicht als Verhaltenssucht anerkannt.

Laut Studie geht die große Mehrheit der 14- bis 24-Jährigen (77,3 Prozent) ins Netz, um zu chatten, Fotos zu posten und Mitteilungen zu kommentieren. Bei den Älteren zwischen 25 und 64 Jahren ist das Interesse an Sozialen Netzwerken wie Facebook geringer (45,1 Prozent). Die zweitbeliebteste Internetbeschäftigung sind Onlinespiele.

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