Weiterbildung 50 plus: Was Hänschen nicht lernt, kann Hans noch lernen

Weiterbildung 50 plus: Was Hänschen nicht lernt, kann Hans noch lernen

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Ob jung oder alt: Man lernt nie aus.

Immer mehr Unternehmen investieren in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter - allerdings nur in die der jüngeren. Das ist ein Fehler. Denn auch die Generation 50 plus lernt noch dazu.

Deutsche Unternehmen investieren immer mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Angestellten. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) zahlten im Jahr 2013 rund 86 Prozent der Betriebe in Deutschland ihren Mitarbeitern eine betriebliche Weiterbildung. Pro Kopf ließen sich die Unternehmen das 1132 Euro kosten. Fast 33 Stunden nahm jeder Mitarbeiter im Schnitt an Lehr- und Informationsveranstaltungen teil. Etwa ein Drittel der Weiterbildungen fällt dabei in die Freizeit der Beschäftigten.

Die Motivation von Arbeitgebern und -nehmern liegt dabei auf der Hand: Weiterbildung zahlt sich aus. Und zwar nicht nur für das Unternehmen, das dadurch qualifiziertere Mitarbeiter bekommt. Wer die Schulbank drückt, ist wettbewerbsfähiger, zufriedener und verdient mehr Geld.

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Was Weiterbildung Mitarbeitern bringt

  • Kompetent und sicher

    Im Auftrag des Hamburger ILS Instituts für Lernsysteme befragte forsa im Februar 2015 rund 1.000 Personen zwischen 20 und 40 Jahren aus deutschsprachigen Privathaushalten zu ihren Erfahrungen mit Weiterbildung. Mehrfachnennungen waren möglich.

    78 Prozent der Befragten stellen fest, dass ihnen die Fortbildung mehr Kompetenz und Sicherheit im Beruf gebracht hat.

  • Zufrieden & selbstbewusst

    60 Prozent der Befragten bezeichnen sich nach ihrer Weiterbildung als insgesamt zufriedener.

  • Anerkannt

    52 Prozent der 20- bis 40-Jährigen erleben nach der Fortbildung mehr Anerkennung durch Arbeitgeber und Kollegen.

  • Erfolgreicher

    43 Prozent der Befragten mit Weiterbildungserfahrung konnten unmittelbar in eine höhere Position aufsteigen oder erhielten mehr Verantwortung.

  • Vermögender & klüger

    36 Prozent konnten sich außerdem über finanzielle Vorteile wie eine Gehaltserhöhung freuen.

Allerdings sind diejenigen, die eine Weiterbildung bekommen, oft nicht älter als 40. Denn schließlich ist die Fortbildung auch ein Lockmittel für junge, fähige Köpfe. Und je jünger der Arbeitnehmer, desto größer auch sein Wunsch nach betrieblicher Weiterbildung. Eine Umfrage von forsa im Auftrag des ILS Institut für Lernsysteme zeigt: in der Altersgruppe der 36- bis 40-Jährigen haben drei Viertel der Beschäftigten bereits eine oder mehrere Weiterbildungen absolviert. Bei den Befragten zwischen 20 und 40 Jahren steigt die Quote mit zunehmendem Alter stetig an, durchschnittlich bestätigen 56 Prozent eine vorhandene Weiterbildungserfahrung.

"Nach geglücktem Berufseinstieg wächst mit der Joberfahrung auch der Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung", erklärt Jens Greefe, Pädagogischer Leiter beim ILS. "Nebenberufliche Fortbildungen ermöglichen dann, sich gezielt neue Perspektiven zu erarbeiten und gleichzeitig von Mitbewerbern abzuheben." Auch die Statistiken des Deutschen Zentrums für Altersfragen besagen, dass unter den jüngeren Arbeitnehmern jeder Dritte eine entsprechende Förderung bekommt, bei den Arbeitnehmer über 50 ist es nur etwa jeder Fünfte.

Warum Arbeitgeber betriebliche Weiterbildung anbieten

  • Zur Umfrage

    Prozentsatz: Anteil der weiterbildungsaktiven Unternehmen, die das Motiv nennen, Mehrfachantworten

    Die Antworten sind aufgeteilt in "personalpolitisch motiviert" und "auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet".

    Quelle: IW-Weiterbildungserhebung 2014

  • 30,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Wir müssen unsere gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung erfüllen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 48,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung ist ausdrücklicher Wunsch unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 54,3 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildungsangebote erhöhen die Attraktivität unseres Unternehmens für neue Mitarbeiter und erleichtern die Rekrutierung".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 71,1 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung trägt zur Mitarbeiterbindung bei".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 79,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung erhöht die Motivation und Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 88,5 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Mit betrieblicher Weiterbildung können wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter ausbauen".

    (personalpolitisch motiviert)

  • 65,6 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Durch die Einführung neuer Technologien und/oder die Reorganisation von Arbeitsprozessen entsteht Anpassungsbedarf bei den Qualifikationen unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 74,8 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Weiterbildung fördert die Innovationsfähigkeit unseres Unternehmens".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 83,2 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Betriebliche Weiterbildung steigert die Leistungsfähigkeit und Produktivität unserer Mitarbeiter".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

  • 84,4 Prozent

    der Unternehmen nennen als Motivation: "Die Resultate betrieblicher Weiterbildung tragen zur betrieblichen Wertschöpfung und zum Geschäftserfolg bei".

    (auf Innovations- und Unternehmenserfolg gerichtet)

Dabei lohnt sich das Investment auch dann noch, wenn die Mitarbeiter 50 Jahre oder älter sind und das Ende ihres Berufslebens schon im Blick haben. Grund ist der demografische Wandel: Viele Stellen können nicht mehr besetzt werden, der Altersdurchschnitt steigt. „Unternehmen sind deshalb gefordert, die älteren Mitarbeiter besser an sich zu binden und für die Herausforderungen der Zukunft fit zu halten“, weiß Sabine Hübner von der Managementberatung RichtigRichtig.com. „Hinzu kommt: Das Wissen und die Geschichten der älteren Mitarbeiter sind ein Schatz. Diesen werden sie nicht weitergeben, wenn sie die Lust an der Arbeit verlieren.“ Außerdem empfinden ältere Mitarbeiter eine Weiterbildung ebenso als Wertschätzung wie junge.

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Wichtig dabei: lieber jeden Tag ein bisschen lernen - beispielsweise mit kurzen Video-Tutorials - als einmal im Jahr ein mehrtägiges Seminar besuchen. „Fortbildungsmaßnahmen motivieren und fallen auf fruchtbaren Boden, wenn sie auf das Bedürfnis der Teilnehmer zugeschnitten sind“, erklärt Carsten K. Rath von RichtigRichtig.com. Schafft es ein Unternehmen, seine älteren Mitarbeiter mit all ihren Stärken optimal zu integrieren, profitieren alle Beteiligten. Während jüngere Kollegen vielleicht mit Dynamik und Innovation überzeugen, glänzen ältere mit Erfahrung und Weitblick.

Damit die Weiterbildung der Generation 50 plus erfolgreich ist, müssen sich die älteren Kollegen natürlich auf neue Entwicklungen und Technologien in ihrem Fachbereich einlassen. Wer Computer für Teufelszeugs hält, wird aus einem HTML-Kurs nicht viel mitnehmen. Offenheit, Neugierde und Wissenshunger sind Grundvoraussetzungen.

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