Weiterbildung: "Lernen tut weh"

Weiterbildung: "Lernen tut weh"

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Elisabeth Stern, 54, gilt als eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Lernforschung. Von 1997 bis 2006 arbeitete sie am Max-Planck- Institut für Bildungsforschung in Berlin, seitdem ist sie Professorin an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich.

von Daniel Rettig

Lernforscherin Elisabeth Stern empfiehlt Weiterbildungen im Betrieb an finanzielle Anreize zu knüpfen. Denn es geht beim Lernen nicht immer um Spaß und Kreativität - sondern um Fleiß und Ehrgeiz.

Frau Stern, ein altes Sprichwort sagt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Warum ist das heute ungültig?

Stern: Es gilt immer noch, aber nur für gewisse körperliche Funktionen, etwa Sprechen oder Gehen. Wenn man Kinder in den ersten Lebensjahren ankettet oder einsperrt, werden sie es schwer haben, später noch Gehen oder Sprechen zu lernen. Aber im Normalfall gilt: Auch Erwachsene können noch dazulernen.

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Auch eine schwierige Fremdsprache?

Stern: Ja, auch wenn ein gewisser Akzent immer bleiben wird.

Warum?

Stern: Die Muttersprache dominiert die neu hinzugekommene Sprache. Das merkt man daran, dass es schwerfällt, im Englischen Wörter richtig auszusprechen, die im Deutschen ähnlich klingen, aber anders betont werden.

Sie empfehlen, Lernen bei erwachsenen Mitarbeitern an finanzielle Anreize zu knüpfen. Was soll das bringen?

Stern: Eine Menge. Es gilt ja: Lernen tut weh, Können macht Spaß. Insofern kann es durchaus plausibel sein, die Mitarbeiter mit Anreizen zu ködern.

Aber schaden diese Köder nicht der inneren Motivation?

Stern: Nur, wenn man die Leistung auch ohne Anreiz erbracht hätte. Oder Kollegen die Anreize ohne Leistung erhalten. Ansonsten geht es ja beim Lernen nicht immer um Spaß und Kreativität – sondern um Fleiß und Ehrgeiz. Und die lassen sich mit äußeren Zielen durchaus fördern.

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