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Weiterbildung: Wenn Lernen zum Stress wird

von Kristin Schmidt

Die reguläre Arbeit termingerecht abliefern und sich ganz nebenbei noch weiterbilden  - das wünschen sich viele Chefs von ihren Angestellten und überfordern diese damit, wie eine neue Studie belegt.

Zu hoher Selbstanspruch

Immer volle Pulle hält kaum ein Mensch durch. Es sei denn Sie sind Napoleon, der konnte gleichzeitig einen Brief schreiben, einen lesen und einen diktieren. Und ein Nickerchen im Stuhl reichte ihm zur Erholung. Für normale Menschen gilt: Wer immer auf Hochtouren läuft, der macht seinen eigenen Anspruch zur Zitronenpresse - und sich selbst zur Zitrone.

Bild: Fotolia

Die Arbeitswelt ist in den vergangenen Jahren schneller geworden. Ständig stellen neue Computerprogramme oder andere technische Errungenschaften den Büroalltag auf den Kopf. Um immer auf dem neusten Stand zu sein, ist Weiterbildung unumgänglich. Das wissen mittlerweile die meisten Berufstätigen. Und genau dieses Wissen setzt sie unter Druck.

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Eine neue Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung hat herausgefunden, dass sich jeder dritte Berufstätige gelegentlich überfordert fühlt, weil die Vorgesetzten von ihm erwarten, dass er immer auf der Höhe der Zeit ist. Jeder Zehnte der 1005 Befragten fühlt sich sogar sehr häufig oder häufig vom eigenen Arbeitgeber unter Druck gesetzt.

Mit Weiterbildung gegen Burn-Out

Die Präsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung sieht deshalb in einer gezielten Weiterbildung  „auch eine Antwort auf die gestiegene Zahl von Burn-out-Fällen“. Und der Druck wird in den nächsten Jahren wohl kaum abnehmen. 74 Prozent der Berufstätigen gehen davon aus, dass Weiterbildung in den nächsten zehn Jahren noch wichtiger sein wird als heute. Ein Trend der mit Blick auf technische Entwicklungen nicht zu leugnen ist.

Fast jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) empfindet seine Arbeitsbelastung als zu hoch, weitere 47 Prozent als „hoch“. Das ergab eine Studie der HR Partners Von Rundstedt in Düsseldorf.

Bild: dpa

Schon heute halten mehr als die Hälfte Weiterbildungsmaßnahmen in ihrem Job für zwingend erforderlich. Jeder Dritte nennt sie immerhin hilfreich. Das Bewusstsein für das lebenslange Lernen ist bei den Angestellten also vorhanden. Wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: Während  Zweidrittel der Befragten mit Abitur oder Studium Weiterbildung für zwingend erforderlich halten, sind es bei Absolventen der Haupt- oder Realschule nur 44 Prozent. Auch Frauen schreiben der Fortbildung einen wesentlich geringeren Stellenwert zu als ihre männlichen Kollegen.

Ein Geben und Nehmen

Die Befragten sehen Weiterbildung als beidseitige Verantwortung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 60 Prozent der Berufstätigen halten sich selbst für verantwortlich und rechnen damit, dass sie sich selbst um Entwicklungsmöglichkeiten kümmern müssen. 71 Prozent fordern von ihrem Arbeitgeber bessere Lern- und Weiterbildungsangebote. Im Detail: 56 Prozent wünschen sich „bessere Anleitungen zum Umgang mit neuen Geräten und Möglichkeiten“, 52 Prozent wollen „Seminare zum eigenständigen Lernen“.  Auch eine finanzielle Unterstützung wird von den Erwerbstätigen gefordert.

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Die Unterstützung, die Arbeitnehmer von ihrem Unternehmen fordern, birgt prinzipiell Konfliktstoff. Denn: „Hier entsteht ein potenzieller Interessenskonflikt mit dem Arbeitgeber, der seine Mitarbeitenden natürlich nicht primär für andere Unternehmen fit machen will“, heißt es in der Studie.

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