Werner knallhart: Im Job duzen oder siezen? Macht Euch mal locker!

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kolumneWerner knallhart: Im Job duzen oder siezen? Macht Euch mal locker!

Kolumne von Marcus Werner

Manche Chefs wollen geduzt werden, andere wollen unbedingt beim "Sie" bleiben". Fest steht: Die Höflichkeitsform ist inzwischen zweideutig - was im Geschäftsleben zu Chaos führt. Da bleibt nur eine Möglichkeit.

Neulich in einem Berliner Supermarkt. Der etwa 19-jährige Kassierer fragt seine gleichaltrige Kollegin von der Kasse nebenan beiläufig beim Scannen: „Du, Frau Stapper?“ (Der Name ist erfunden, ich habe ihn vergessen).

„Hä“?, antwortet sie.

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Die Kasse piept.

„Wie lange müssen Sie heute?“

Piep.

„Bis acht. Und du?“

Ich frage den 19-Jährigen: „Warum siezt du deine Kollegin denn und sie duzt dich?“

„Ach, wir kommen immer durcheinander. Weil wir uns ja eigentlich duzen, aber vor Ihnen als Kunden dürfen wir das nicht.“

Was soll das? Diese Duz-Siez-Gepflogenheit ist mittlerweile so verworren - da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

Duze ich dich, mag ich dich

Gesiezt wird eigentlich aus Höflichkeit. Gleichzeitig duzen wir aber besonders jene Menschen, die uns sehr nahe stehen: Freunde, Familie, Kollegen. Heißt: Duze ich dich, mag ich dich. Und es heißt: „Man duzt keine Respektsperson.“ Spricht man einen Polizisten auf der Straße an, dann am besten nicht mit „Du, Herr Wachtmeister.“ Andererseits: Haben Sie vor einem wildfremden Beamten mehr Respekt als vor Ihrer eigenen Mutter?

Die zehn Knigge-Basics

  • 1. Niesen

    Wer niesen muss, tut dies indem er den Handrücken der linken Hand benutzt und sich wegdreht. Hat sich durch die abrupte Bewegung jemand erschreckt, entschuldigt man sich. Daneben kann man in einer kleinen Runde "Gesundheit" wünschen, wenn aber beispielsweise bei großen Besprechungen jemand niest, wird das ohne Kommentar ignoriert.

  • 2. Am Telefon melden

    Wenn man sich am Telefon meldet genügt kein: Guten Tag oder Hallo. Man sollte zumindest den Familiennamen nennen. Außerdem empfiehlt es sich bei mehreren Personen im gleichen Alter, die in einem Haus wohnen, auch noch den Vornamen dazu zu nennen. Ein Gruß wie „Hallo“ oder „Guten Tag“ kann gerne nachgestellt werden, ist jedoch kein Muss.

  • 3. Zeiten in denen man Personen anrufen darf

    Nach 21.30 Uhr sollte man nur in äußersten Notfällen bei anderen Personen anrufen. Außerdem empfiehlt es sich, bei älteren Personen auf eine Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr zu achten, in denen ebenfalls das Telefon stumm bleiben sollte.

  • 4. Keine unangekündigten Besuche

    Auch wenn es manchen als spontan und nett erscheinen mag. Unangekündigte Besuche sollte man vermeiden um den Gastgeber nicht zu einer ungelegenen Zeit zu stören, empfiehlt Knigge-Expertin Tosca Freifrau von Korff. Ein Anruf, 30-45 Minuten vorher hilft um zu klären, ob ein kurzfristiger Besuch möglich ist.

  • 5. Die passende Kleidung

    Bei offiziellen Anlässen wie Taufen, Hochzeiten oder aber auch einem feinen Abendessen ist es sinnvoll, den Gastgeber vorher nach dem Kleidungswunsch zu fragen, wenn dies nicht auf der Einladung vermerkt ist. So vermeidet man unangenehme Ausrutscher in Sachen Kleidung.

  • 6. In ganzen Sätzen sprechen

    Egal, wie die Frage lautet oder wer sie stellt: Richtig antwortet man nur in ganzen Sätzen. So lautet die Antwort auf die Frage nach dem gewünschten Getränk im Flugzeug nicht „Tomatensaft“, sondern „Ich hätte gerne einen Tomatensaft.“

  • 7. Über andere lästern

    Schlecht über andere Personen reden empfiehlt sich generell nicht. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte das nur in einem ungestörten Umfeld tun, in dem keine Dritte zuhören. Das Bahnabteil oder den Bus zum Lästern nutzen ist also ein No-Go.

  • 8. Konflikte lösen

    Wer ernste oder problematische Dinge mit anderen zu besprechen hat, sollte den passenden Zeitpunkt abwarten, auch wenn manche Dinge dringend sind. So gehört das Besprechen von Konflikten nicht auf eine Hochzeit oder eine Geburtstagsfeier.

  • 9. Zu Gast bei anderen

    Wer irgendwo Gast ist muss abwarten, wo ihn der Gastgeber hinführt. Eine Besichtigungstour auf eigene Faust a la „Ich schaue mich mal ein wenig um“ ist nicht akzeptabel. Stattdessen lieber gleich den Gastgeber um eine Führung bitten.

  • 10. Hausschuhe anbieten

    Wer Gäste hat, muss ihnen gestatten ihre Schuhe anzulassen. Hausschuhe, die schon von anderen getragen wurden sind keine Alternative. Im Extremfall kann man seine Gäste drum bitten, des Bodens zur Liebe die Schuhe auszuziehen. Allerdings sollte ein aufmerksamer Gast bei schlechtem Wetter gleich ein zweites Paar Schuhe für den Innenraum mitbringen.

Siezen ist eben für viele heute kein Zeichen von freundlicher Höflichkeit, sondern von kalter Distanz. Im Geschäftsleben kann diese mittlerweile zweideutige Höflichkeitsform jedoch zu Kuddelmuddel führen.

Schönstes Beispiel: Ikea. Der Möbelladen duzt seine Kunden, dass es nur so menschelt. Im Katalog, auf Plakaten, in der Radio- und Fernsehwerbung und in Durchsagen direkt im Markt. Man will zeigen: Wir gehören zusammen. Wir mögen dich.

Aber wendet man sich zur Beratung an die Mitarbeiter, wird man kaltschnäuzig angesiezt. Aha! Immer schön Nähe heucheln - und wenn Ikea dann direkt auf den Kunden stößt, wenn sich Kunde und Mitarbeiter Auge in Auge gegenüber stehen, dann wird ein Rückzieher gemacht. Alles nur Show.

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