Wie Chefs ihre Teams sehen: "Meine Mitarbeiter langweilen sich"

Wie Chefs ihre Teams sehen: "Meine Mitarbeiter langweilen sich"

Ist Ihnen bei der Arbeit manchmal langweilig? Ihr Chef geht jedenfalls davon aus, dass Sie einen Tag pro Woche nur Däumchen drehen. Aber falls es wirklich so ist, ist es seine Aufgabe, daran etwas zu ändern.

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Manager bescheinigen ihren Mitarbeitern Unterforderung

Deutschland ist gestresst. Obwohl die wöchentliche Arbeitszeit sinkt, steigen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Beschwerden wie Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen - in den vergangenen 15 Jahren um fast 90 Prozent, wie der Stressreport der Techniker Krankenkasse zeigt. "An der Arbeit kann es nicht liegen", sagen deutsche Führungskräfte. Statt Hektik und Überforderung herrsche in den Büros phasenweise pure Langeweile.

Das sagen zumindest 56 Prozent der vom Personaldienstleister Robert Half befragten 500 Führungskräfte. Nur 40 Prozent von ihnen glauben, dass sich ihre Mitarbeiter nie langweilen. "Dass über die Hälfte der befragten Manager Langeweile in den Reihen ihrer Angestellten vermutet, hat uns überrascht", sagt Thomas Hoffmann von Robert Half, "zumal einige der angeführten Ursachen mit vergleichsweise wenig Aufwand behoben werden könnten."

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Gründe für Langeweile: schlecht organisierte Meetings, ineffizientes Management, zu viele Richtlinien

Denn, das sei den Chefs gesagt, es ist ihre Aufgabe, für Arbeit zu sorgen. Oder alternativ die Verantwortung für die Verteilung von Aufgaben ans Team abzugeben. Besonders deutlich wird, wer hier einen schlechten Job macht, wenn man sich ansieht, warum sich die Mitarbeiter angeblich langweilen. Aus Sicht der Führungskräfte sind die Hauptgründe nämlich:

  • langweilige Aufgaben oder zu viele beziehungsweise schlecht organisierte Meetings (jeweils 30 Prozent)
  • Mangelnde Vielfalt/Abwechslung innerhalb der Funktion (28 Prozent)
  • Die Arbeit an sich ist nicht interessant (22 Prozent)
  • zu vielen strikten Richtlinien und Prozeduren (20 Prozent)
  • Schlechtes/ineffizientes Management (19 Prozent)
  • Es gibt nicht genug zu tun (17Prozent)

Hier müssen sich Führungskräfte wirklich an die eigene Nase packen. Langweilige Routinearbeiten könnten sie im Team regelmäßig neu verteilen - oder gleich ganz auslagern. Sie können die Zahl der Meetings regulieren und darauf achten, dass die nicht zu Laberrunden und Profilierungsveranstaltungen verkommen. Genauso können sie den Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen.

Wer das nicht tut, braucht sich nicht wundern, wenn ihm oder ihr die Leute weglaufen. "Viele Bewerber kommen mit dem Wunsch zu uns, eine abwechslungsreiche Arbeit zu finden, deren neuer Job den individuellen Qualifikationen und dem Wunsch nach sinnstiftenden Aufgaben viel eher entspricht", bestätigt Hoffmann.

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