Work-Life-Balance: Nicht ohne meine Arbeit

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Work-Life-Balance: Nicht ohne meine Arbeit

von Ferdinand Knauß

Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verwischen immer stärker - dennoch zeigt eine neue Studie: Die Arbeitnehmer in Europa sind trotzdem zufrieden.

Längst Feierabend, aber die Gedanken noch bei der Arbeit. Ein Leben im dauernden Stand-by-Modus, immer auf Abruf - das scheint mittlerweile für einen großen Teil der Menschen in Europa Realität zu sein.

Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland sagen, dass ihre Arbeit sie auch außerhalb der Arbeitszeit in Anspruch nimmt. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Edenred-Ipsos-Barometer zu Wohlbefinden und Motivation am Arbeitsplatz.

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Für die Studie wurden 8.800 Arbeitnehmer aus acht europäischen Ländern befragt. In Deutschland nahmen 800 Mitarbeiter an der Umfrage teil.

Das Barometer liefert deutliche Ergebnisse: 51 Prozent der Deutschen werden bisweilen auch außerhalb am Feierabend von der Arbeit in Anspruch genommen. Jeder fünfte Befragte gibt an, dass dies sogar häufig der Fall sei.

Besonders auf Management-Ebene scheint es schon fast normal zu sein, am Feierabend, an Wochenenden oder im Urlaub zu arbeiten. "Hyperinklusion" nennen Soziologen dieses Phänomen des totalen Einsatzes für das eigene Unternehmen.

Nimmt Sie Ihre Arbeit auch außerhalb der Arbeitszeit in Anspruch? Quelle: EdenredIpsosBarometer

Nimmt Sie Ihre Arbeit auch außerhalb der Arbeitszeit in Anspruch?

Bild: EdenredIpsosBarometer

Dieses Bild spiegelt sich europaweit wieder: Über alle befragten Länder hinweg bestätigen 84 Prozent der Studienteilnehmer in Management-Position, sich in ihrer Freizeit mit der Arbeit zu beschäftigen. Bezogen auf alle Positionen im Unternehmen, relativiert sich der Wert auf immer noch beachtliche 67 Prozent.

Ein neues Arbeitsethos?

Wenig verwunderlich ist daher, dass die mit Arbeit verbrachte Zeit zu den größten beruflichen Sorgen zählt. In Deutschland gilt das für 30 Prozent der Befragten, zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Diese Verschiebung zeigt: Während in wirtschaftlich angeschlagenen Ländern wie Spanien, Italien und Portugal der Erhalt des Arbeitsplatzes nach wie vor das wichtigste Thema ist, nimmt in Ländern mit einer mittlerweile wieder recht stabilen Wirtschaftslage eher die Sorge um den Zeitumfang der Arbeit zu. In Schweden ist dies sogar die mit Abstand größte berufliche Sorge. In Frankreich, Deutschland und Großbritannien rangiert weiterhin das Gehalt an erster Stelle.

Was ist aktuell Ihre größte berufliche Sorge? Quelle: EdenredIpsosBarometer

Was ist aktuell Ihre größte berufliche Sorge?

Bild: EdenredIpsosBarometer

Überraschend ist angesichts dieser Ergebnisse, dass dennoch die große Mehrheit bei ihrer Arbeit glücklich ist. Dies sagen 91 Prozent der deutschen Befragten. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland damit neben Belgien und Portugal zu den Spitzenreitern.

Die Macher der Umfrage folgern daraus, dass die Arbeitnehmer mit ihrem Beruf so zufrieden sind, dass sie dafür das Verwischen der Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben in Kauf nehmen.

Es scheint sich ein neues Arbeitsethos zu etablieren: Ständige Erreichbarkeit, Vertrauensarbeitszeit und flexible Arbeitsmodelle werden als selbstverständlich angesehen.

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