Work&Age-Studie: Demografischer Wandel trifft manche Berufe besonders hart

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Work&Age-Studie: Demografischer Wandel trifft manche Berufe besonders hart

Schon heute gibt es im Bereich der Fertigungs- und MINT-Berufe Engpässe. Der Fachkräftemangel wird sich laut einer aktuellen Studie in bestimmten Berufen durch den Demografischen Wandel besonders verschärfen.

Die Studie "Berufe im demografischen Wandel", die die Universität Rostock im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit erstellt hat, zeigt, dass bestimmte Berufsgruppen künftig mit besonders akutem Fachkräftemangel zu kämpfen haben werden. Die Untersuchung, die der Zeitung "Die Welt" vorliegt, nimmt insgesamt zwölf Berufe aus vier Bereichen näher ins Visier und betrachtet den Anteil der über 55-Jährigen an den Beschäftigten. So machten die Wissenschaftler drei Gruppen aus, die durch die Bevölkerungsentwicklung besonders bedroht werden: Fertigungsberufe wie Dreher und Chemiebetriebswerker, die sogenannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Gesundheits- und Pflegeberufe. Als vierter Berufsbereich wurden als Vergleichsgruppe die kaufmännischen Berufe, zum Beispiel Bankberater, gewählt.

Dass die Alterung der Bevölkerungsstruktur Fachkräftemangel mit sich bringt, ist nicht neu. Doch die Studie zeigt erstmals, welche spezifischen Berufe besonders betroffen sind: So seien etwa bei Elektroingenieuren deutliche Engpässe zu erwarten. In diesem Bereich werden schon heute Fachkräfte händeringend gesucht. Im Jahr 2011 lag der Anteil der Beschäftigten, die älter als 55 Jahre waren, bei 17 Prozent. Die Untersuchung prognostiziert für Elektroingenieure bis 2020 den höchsten Anteil der über 55-Jährigen, er könnte dann schon bei 34 Prozent liegen. Die Autoren der Studie, Thusnelda Tivig, Golo Henseke und Jens Neuhaus, sehen die Berufsgruppe "in ihrem Bestand gefährdet".

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Quelle: dpa

Hingegen träten bei Wirtschaftsingenieuren keine vergleichbaren Engpässe auf. "Ingenieur ist nicht gleich Ingenieur", sagt Tivig. In den Beruf des Elektroingenieurs trete man typischerweise spät ein, aber auch früh wieder aus. Auch bei Krankenschwestern und Erziehern sowie vor allem bei Drehern und Fräsern sehen die Experten Alterungs- und Engpasstendenzen. In den kaufmännischen Berufen hingegen sei der demografische Wandel nicht so kritisch. Hier gebe es kaum Risiken für einen Fachkräftemangel, weil Jobs wie Bankfachleute auch für Ältere attraktiv seien.

In allen vier untersuchten Berufsgruppen ist den Experten zufolge zwischen den Jahren 1993 und 2011 der Anteil der Beschäftigten, die älter als 55 Jahre sind, gestiegen. Teilweise habe er sich sogar mehr als verdoppelt. "2020 könnte er bei 20 bis 30 Prozent liegen, das ist viel", sagt Tivig. Auch das Durchschnittsalter werde in allen Berufsgruppen ansteigen. Lag es noch im Jahr 1993 bei drei der betrachteten Berufe über 40 Jahren, liegen die Prognosen für 2020 zwischen 42 und 48 Jahren.

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Es sei daher wichtig, dass gerade Ältere in ihrem Beruf gehalten würden, schlussfolgern die Autoren. "Selbst die Migration wird irgendwann erschöpft sein, auch wegen des scharfen internationalen Wettbewerbs um gute Fachkräfte", so Tivig. Politik wie Unternehmen seien daher gefordert, für passende Arbeitsbedingungen für Ältere zu sorgen. Gelänge es nicht, die älteren Mitarbeiter zu halten, würden daraus "schnell negative Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung" folgen, warnen die Studienautoren.

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