Xing-Arbeitsmarktstudie: Akademiker wollen Work-Life-Balance, Arbeiter Sicherheit

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Xing-Arbeitsmarktstudie: Akademiker wollen Work-Life-Balance, Arbeiter Sicherheit

Das Karrierenetzwerk Xing hat mehr als 4000 Deutsche befragt, wie zufrieden sie mit Job, Chef und Gehalt sind. Wie die Deutschen arbeiten wollen.

Wie erleben die Berufstätigen in Deutschland Führung? Was ist ihnen wichtiger, Selbstbestimmung oder Sicherheit? Und halten deutsche Arbeitnehmer ihre Tätigkeit eigentlich für sinnvoll? Das Karrierenetzwerk Xing hat zusammen mit Statistikportal Statista mehr als 4000 Deutsche befragt: Wie zufrieden sind Sie mit ihrem Job, ihrem Chef, ihrem Gehalt? Wo hapert es und was erwarten Sie von der Zukunft? Was müsste sich ändern, damit aus dem notwendigen Übel Job der Traumarbeitsplatz wird? Und wie steht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Im Rahmen der Studie wurden unterschiedliche Arbeitnehmer-Typen definiert und fünf relevante Segmente gebildet. Je nach Gruppe variieren die Bedürfnisse und Wünsche. Die Studienergebnisse zeigen jedoch, dass den meisten Deutschen nichts so wichtig ist, wie ihre Sicherheit. Und je schlechter jemand seinen eigenen Marktwert einschätzt, desto höher ist verständlicherweise das Bedürfnis nach einem sicheren Arbeitsverhältnis. Andere Faktoren wie Gehalt oder Arbeitsatmosphäre stehen bei diesen Arbeitnehmern hinten an.

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Die Typologie der Arbeitnehmer: Wer wie lange arbeitet und wie viel verdient

  • Die Flexiblen

    Im Rahmen der Xing-Arbeitsmarktstudie wurden unterschiedliche Arbeitnehmer-Typen definiert und fünf relevante Segmente gebildet. Eine der Gruppen sind die "Flexiblen", also beispielsweise Teilzeitkräfte oder Projektarbeiter. Zu dieser Gruppe gehören überwiegend jüngere Frauen mit einer durchschnittlichen Ausbildung, einem meist festen Einkommen von unter 2.000 Euro (brutto), in deren Berufsfeld Home Office oft möglich ist. Ihre Arbeitszeit beträgt zwischen 30 und 40 Stunden in der Woche.

  • Die Wissensarbeiter

    Die Wissensarbeiter sind Befragte mit akademischem Abschluss, einem überdurchschnittlichen Verdienst von 3.000 Euro (brutto) und mehr, die in der Kreativwirtschaft, höheren Verwaltung oder Wissenschaft arbeiten. Die Arbeitszeit beträgt selten exakt 40 Stunden in der Woche.

  • Die Gehaltsoptimierer

    Die "Gehaltsoptimierer" sind überwiegend jüngere Männer mit Berufsausbildung, die selten nach Tarifvertrag beschäftigt sind und in den Bereichen Produktion, Finanzen oder Handel arbeiten. Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden oder mehr.

  • Die sozialen Berufe

    In den sozialen Berufen arbeiten Menschen mit Berufsausbildung und einem oft variablen Gehalt zwischen 2.000 und 3.000 Euro (brutto). Sie arbeiten in den Berufsfeldern Gesundheit, Soziales und Lehre und sind oft in Schichtarbeit tätig.

  • Die Blue Collar-Worker

    Blue Collar-Worker sind Arbeitnehmer mit Ausbildung, die oft nach Tarifvertrag beschäftigt sind und auf dem Bau, im KFZ- oder Gastgewerbe arbeiten. Viele von ihnen haben Kinder und arbeiten unter 40 Stunden in der Woche.

Stimmung gut, Bezahlung mies

Die gute Nachricht für Führungskräfte: Gut die Hälfte der Arbeitnehmer bewertet ihren Vorgesetzten durchweg positiv. 55 Prozent loben die Kommunikation ihrer Chefs, 54 Prozent die Erreichbarkeit für Mitarbeiter und 52 Prozent fühlen sich von ihrem Vorgesetzten wertgeschätzt. Was die Zusammensetzung der Teams angeht, mögen es die Deutschen bunt. Die Mehrheit sagte, es sei eine Bereicherung ist, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen zu arbeiten. Nur neun Prozent der Befragten sehen hier ein Problem. Mehr als die Hälfte der Befragten arbeitet direkt mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen zusammen.

Doch es sind nunmal nicht nur die Menschen, die zur Zufriedenheit mit dem Job beitragen. Und speziell ihre finanzielle Situation bewerten die Deutschen weniger optimistisch als ihre Arbeitsatmosphäre: Zwar sagen 46 Prozent, dass sie von ihrem Gehalt gut leben können. Vier von zehn Befragten halten ihr Gehalt auch für angemessen. Allerdings glauben nicht einmal 29 Prozent, dass sie mit ihrem Gehalt allein eine Familie ernähren können. Bei den Frauen liegt dieser Wert sogar nur bei 16 Prozent.


Harmoniebedürftige Akademiker

Entsprechend würden insgesamt 44 Prozent der Arbeitnehmer auf flexible Arbeitszeiten zugunsten eines höheren Gehalts verzichten. Nur für die Wissensarbeiter käme das überhaupt nicht in Frage. Autonomes Arbeiten und eine flexible Gestaltung ihrer Arbeit sind ihnen überdurchschnittlich wichtig. Die Akademiker unterscheiden sich in ihren Bedürfnissen und Ansprüchen allerdings insgesamt deutlich von den restlichen Befragten:

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So sagen 32 Prozent aller Befragten, dass sie für eine positive Arbeitsatmosphäre auf Geld verzichten würden. Bei den Akademikern sind 39 Prozent bereit, finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen, wenn die Arbeitsatmosphäre stimmt beziehungsweise die Arbeit sie ausfüllt. Den Wissensarbeitern ist außerdem überproportional wichtig, dass die Produkte oder Leistungen des Arbeitgebers zum Gemeinwohl beitragen und sie sich mit dem Unternehmen identifizieren können. "Um Wissensarbeiter ans Unternehmen zu binden, sind Freiräume, Flexibilität und Atmosphäre wichtig", betont Xing-Chef Thomas Vollmoeller. "Pointiert gesagt, sind Begriffe wie Normalarbeitsverhältnis, Telearbeit und Bildschirmarbeitsverordnung nicht geeignet, den Erwartungen der Wissensarbeiter gerecht zu werden."

In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Fünf Stunden weniger arbeiten pro Woche wäre toll.

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