Yahoo-Chefin will Präsenzpflicht: Warum Home-Office trotzdem lohnt

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Yahoo-Chefin will Präsenzpflicht: Warum Home-Office trotzdem lohnt

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Yahoo-Mitarbeiter müssen künftig wieder den Gang ins Büro antreten - Dabei sprechen viele Gründe für das Homeoffice

von Kristin Schmidt

Yahoo-Chefin Marissa Mayer beordert alle Mitarbeiter in ihre Büros zurück und gibt damit ein Stück Firmenkultur preis. Dabei gibt es gute Gründe für Heimarbeit.

Während in Vodafones neuer Deutschlandzentrale nur noch für etwa 80 Prozent der Mitarbeiter Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und das Telekommunikationsunternehmen die Möglichkeiten zum Homeoffice ausbaut oder der Münchener Traditionsbetrieb Osram feste Schreibtische für den einzelnen Mitarbeiter abschafft und den Online-Zugriff auf interne Archive von der ganzen Welt aus ermöglicht, entwickelt der Internetriese Yahoo seine Firmenkultur in die entgegengesetzte Richtung. Entscheidet sich gegen Flexibilität und Eigenverantwortung, will zurück zur Anwesenheitspflicht für Mitarbeiter.

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Ab Juni müssen alle Yahoo-Mitarbeiter wieder in ihren Büros arbeiten, die zum Teil großzügigen Regelungen zur Heimarbeit werden abgeschafft. In einem internen Memo begründet Personalchefin Jackie Reses die Entscheidung damit, dass die Kommunikation und die Zusammenarbeit am besten funktionieren, wenn alle an ihrem Arbeitsplatz seien.  Weiter heißt es: „Die besten Entscheidungen entstehen häufig bei Diskussionen auf dem Flur oder in der Cafeteria.“

Doch das gerade ein modernes Unternehmen wie Yahoo diesen Schritt vollzieht, stößt auf Unverständnis. So schreibt zum Beispiel Virgin-Gründer Richard Branson in seinem Blog: „Um erfolgreich mit anderen zusammenzuarbeiten, musst du ihnen vertrauen.“ Mit der richtigen Kommunikationstechnologie, geregelten Abläufen und  einem ausgewogenen Anteil zwischen Homeoffice und Präsenzzeiten würden Mitarbeiter „verantwortungsbewusst, schnell und qualitativ hochwertig“ arbeiten.

Tipps für die Heimarbeiter selbst

  • Disziplin

    Ganz gleich, ob man als zu Hause für eine Firma oder als Selbstständiger für die eigene Tasche arbeitet, muss klar sein: Es gibt auch im Home Office klare Arbeitszeiten und definierte Pausen. Sie müssen den Familienmitgliedern und allen anderen potentiellen Störenfrieden klar machen, dass Sie während der Arbeitszeit nicht zur Verfügung stehen. Und vor allem sich selbst! Das klappt oft gut durch die passende Kleidung: Ziehen Sie sich so an, als ob Sie ins Büro gingen.

  • Leistungsspitzen nutzen

    Nicht jeder Mensch arbeitet zur gleichen Tageszeit am besten. Dies ist eine große Chance der Heimarbeit: Wer abends, wenn die Kinder schlafen, zu Hochtouren aufläuft, kann sich dann den wichtigen Aufgaben zuwenden und dafür morgens eine Stunde länger schlafen oder unwichtigeres erledigen.

  • Das eigene Büro

    Wer zu Hause arbeitet, braucht ein eigenes Büro, das für die Kinder während der Arbeit tabu ist. Freiberufler sollten sich im Zweifelsfall lieber ein Büro anmieten.

  • Ausstattung

    Nur wer sich nicht mit Pannen am Computer herumschlagen muss, kann effektiv arbeiten. Daher sollten Sie als Freiberufler selbst dafür sorgen oder beim Arbeitgeber durchsetzen, dass Ihr Heimbüro vernünftig ausgestattet ist.

Argumente die im Yahoo-Memo bezweifelt werden. „Schnelligkeit und Qualität werden im Homeoffice oft geopfert“, heißt es. Eine Behauptung die zahlreiche Studien widerlegen. Wissenschaftler der Stanford Universität kamen zum Beispiel zu dem Schluss, dass Mitarbeiter in Heimarbeit 13 Prozent produktiver sind als diejenigen, die im Büro arbeiten. Außerdem scheint ihre Zufriedenheit mit dem eigenen Job größer. Denn von den Testpersonen, die  zu Hause arbeiteten, verließen 50 Prozent weniger das Unternehmen als von den ständig im Büro Anwesenden.

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