Best Brands 2012: Tradition als Erfolgsmodell

Best Brands 2012: Tradition als Erfolgsmodell

von Peter Steinkirchner

Die Weltkonzerne Apple, HTC und BMW sind die Gewinner des diesjährigen Markenrankings. Auch Amazon landet vorn. Zwei traditionsreiche Spirituosen gehören zu den Aufsteigern.

Wenn sie auf einer ihrer vielen Geschäftsreisen in einem Hotel eincheckten, stellte er seine Koffer stets direkt neben der Zimmertüre ab. Sie auszupacken, erzählt der breitschultrige Mann mit den raspelkurzen Haaren, habe er sich nicht getraut. Dann habe er sich aufs Bett gesetzt. Direkt neben das Telefon. Dort wartete er auf den unvermeidlichen Anruf. Der kam auch meist prompt: „Jony, dieses Hotel ist ätzend, lass’ uns hier verschwinden!“

Jonathan Ive, der die Geschichte im vergangenen Oktober während der Trauerfeier des verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs erzählte, ist Chefdesigner des kalifornischen High-Tech-Konzerns.

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Wie kaum ein anderer kannte er Jobs, die Stimme am Telefon. Fein ausgewählt legt Ives Anekdote zugleich Erfolgsrezept und Charakter des Apple-Hirns offen: Jobs scannte permanent seine Umwelt auf Schwachstellen und stellte hohe Ansprüche an alles und jeden – und sei es sein Hotelzimmer. Oft hätten sie monatelang über winzige Details eines Produktes gebrütet, obwohl beide wussten, dass wohl kein Kunde sie jemals bewusst wahrnehmen würde, erinnert sich Ive. Dennoch feilten sie weiter daran: „Er fragte beständig: Ist das gut genug?“

Der wirtschaftliche Erfolg entscheidet

Ives Nachruf auf Jobs ist weit mehr als der Abschied von einem Freund. Er ist zugleich ein Credo für Klarheit und Einfachheit in der Gestaltung von Produkten, für das Bemühen, eine immer komplexere Technik für Kunden und Käufer beherrschbar und attraktiv zu machen, verbunden mit dem Versprechen, ihnen Zugang zu geben zu neuen Erfahrungen.

Apple Quelle: REUTERS

Apple bringt alles mit, was eine Marke erfolgreich macht

Bild: REUTERS

Damit setzt Ive zugleich die Klammer, die – allen Unterschieden zum Trotz – die Gewinner des Markenpreises Best Brands 2012 miteinander verbindet, mit dem Trendsetter Apple für sein iPhone als beste Produktmarke ausgezeichnet wird. Das Einfach-Prinzip kultiviert auch der Apple-Konkurrent und Mobiltelefonhersteller HTC aus Taiwan, in diesem Jahr die beste Wachstumsmarke. Autobauer BMW, der seiner Kundschaft ein sehr klares Bild der Marke vermittelt, erhält den neu konzipierten Preis als beste deutsche Unternehmensmarke international. Und das Online-Kaufhaus Amazon bekommt die Auszeichnung in der Sonderkategorie beste Händlermarke Non-Food. Damit setzten sich die Amerikaner, die den Online-Einkauf immer weiter vereinfachen und perfektionieren, gegen starke Mitbewerber wie Ikea durch.

Der Best Brands Award wird seit 2004 von der WirtschaftsWoche gemeinsam mit der Münchner Werbeagenturgruppe Serviceplan, dem Markenverband, dem Marktforschungsunternehmen GfK, dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 Media sowie dem Medienvermarkter iq media marketing vergeben, der auch die Anzeigenseiten der WirtschaftsWoche vermarktet.

Anders als andere Markenrankings beruht das Ergebnis des Best Brands Awards weder auf einer Expertenbefragung noch dem Urteil einer Jury. Stattdessen, sagt Florian Haller, Hauptgeschäftsführer von Serviceplan, basiere das Ranking auf von der GfK objektiv erhobenen Erfolgskennzahlen der untersuchten Unternehmen sowie der Wertschätzung, die sie in den Augen der Verbraucher genießen: „Die entscheidende Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens ist nun einmal der wirtschaftliche Erfolg, aber eben mehr denn je auch die Strahlkraft seiner Marken.“

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