Bester Mittelständler: Startup mit globalen Genen

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Fajitas für alle: Twago-Chef Berning beim mexikanischen Mittagessen

von Manfred Engeser

Bei Twago arbeiten die besten Leute - anstatt Quotenerfüller.

Der Auftrag schien unproblematisch: Eine PR-Agentur aus Italien suchte einen Übersetzer für ein neues Projekt. Silvia Foglia hatte sofort einen geeigneten Kandidaten im Kopf. Die 33-Jährige arbeitet für das Berliner Startup Twago, das über eine Internet-Plattform Freiberufler an Unternehmen vermittelt und bewertet. Doch der italienische Auftraggeber zögerte: Bezahlung per Mausklick, ob das sicher sei? „Italiener sind bei Geschäften übers Internet noch immer etwas zurückhaltend, fast schwerfällig“, sagt Foglia, die den Kunden schließlich doch von der Zuverlässigkeit des Twago-Treuhandkontos überzeugte. „Da muss man schon mal mit Engelszungen reden, sonst kommen solche Geschäfte nicht zustande.“


Als Italienerin weiß Foglia genau, wie ihre Landsleute ticken. Wie sie Geschäfte anbahnen, welchen Service sie erwarten. Weil sie durch Jobs in Schweden und Spanien ein internationalem Umfeld gewöhnt war und gut Englisch spricht, war sie für Twago-Gründer Gunnar Berning goldrichtig als Verantwortliche für das Italiengeschäft des jungen Unternehmens. Bei dem auchjeder zweite Mitarbeiter eine Frau ist – ganz ohne Diversity-Beauftragten. „Quoten interessieren mich nicht“, sagt Gründer Berning, „ich will die besten Leute für die Aufgaben, die es hier zu erledigen gibt.“

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Globales statt Deutsches Denken
Die Konsequenz: Das Selbstverständnis des jungen Unternehmens als globales Branchenbuch – 126 000 Experten aus 161 Ländern haben sich mittlerweile auf der elektronischen Plattform registriert, pro Monat werden rund 500 Projekte vermittelt – spiegelt sich in der Teamstruktur: 36 Mitarbeiter aus zehn Ländern arbeiten derzeit für Twago – von Deutschland bis Mexiko, von der Ukraine bis Portugal. Jeden Freitag trifft sich das Team zum Essen, das jedes Mal unter einem kulinarischen Ländermotto steht. Die Unternehmenssprache ist Englisch, die Länderverantwortlichen sind Muttersprachler. „Die können sich gegenüber den Kunden besser einbringen“, sagt Berning. „Wollen wir ein global exzeptionelles Unternehmen aufbauen, können wir uns nicht auf deutsches Denken beschränken.“
Der Erfolg gibt ihm Recht: 2010 stieg der Umsatz um 850 Prozent, in den vergangenen Monaten nochmal um jeweils knapp 50 Prozent gegenüber dem Vormonat. Dabei sind in Deutschland erst an sechs Prozent der Wirtschaftsleistung Freiberufler beteiligt. In den USA sind es bereits 30 Prozent – „in diese Richtung entwickelt sich auch der deutsche Markt“, ist Berning überzeugt. Der Umzug in größere Büros steht an, alle zehn Tage melden sich interessierte Investoren aus dem Silicon Valley. Gerade hat Berning eine Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro abgeschlossen, will seine Dienste bald in Frankreich und Südamerika anbieten. „Dieser Schritt wird unser Team noch diverser machen“, sagt Berning, „ganz automatisch.“

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