Betrug im Job: Kündigt dem Dieb!

Betrug im Job: Kündigt dem Dieb!

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Nicht immer findet Untreue einen so großes Medienecho: Im Bild der Anwalt des früheren VW-Betriebsratsvorsitzenden Volkert, Johann Schwenn.

Wie Mitarbeiter ihren Job für Cent-Beträge riskieren.

Untreue: Eine Bäckereiverkäuferin aß nach Ladenschluss aus der Auslage ein Stück Bienenstich, das ohnehin hätte weggeschmissen werden müssen. „Untreue“, nannte ihr Chef das und kündigte ihr. Er bekam recht (BAG 2 AZR 3/83).

Mundraub: Ein ICE-Kellner ließ drei Porzellantassen, eine Dose Öl und zwei Packungen Schinken mitgehen. Er wurde fristlos entlassen. Richtig, so die Richter: Der Diebstahl verletzte das Vertrauen des Arbeitgebers (BAG 2 AZR 923/98).

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Datenklau Ein Arbeitnehmer speicherte vor seinem Jobwechsel Geschäftsdaten auf private Disketten. Folge: fristlose Kündigung. Betriebsdaten gehören niemals auf private Datenträger eines Arbeitnehmers (2 Sa 34/99).

Postraub: Ein Mitarbeiter wollte sich das Porto für neun Privatbriefe sparen und zog sie durch die Frankiermaschine des Unternehmens. Ein Fehler: Der Arbeitgeber kündigte ihm fristlos und bekam recht (16 Sa 1865/06).

Beihilfe: Ein Gepäckabfertiger am Flughafen stand neben seinen Kollegen, als diese das Gepäck der Passagiere öffneten, durchwühlten und Gegenstände entnahmen. Dem Arbeitgeber meldete er nichts. Ein Fall von „Beihilfe“. Folge: fristlose Kündigung (7 Ca 3997/00).

Anstiftung: Der Revisor einer Bank riet einer Mitarbeiterin, Übernachtungs- und Verpflegungskosten in Rechnung zu stellen, obwohl diese gar nicht anfielen. Urteil: Pflichtverletzung und Anstiftung zum Spesenbetrug (2 Sa 2344/97).

Vertrauensmissbrauch: 32 Jahre arbeitete der Mann für sein Unternehmen. Dann stahl er 100 Liter Dieselkraftstoff. Seine lange Betriebszugehörigkeit und sein bis dahin tadelloser Ruf halfen nicht. Die Richter sahen darin sogar den Missbrauch einer Vertrauensstellung. Entlassung (LAG Rheinland-Pfalz – 2 Sa 381/95).

Spesenbetrug: Der Geschäftsführer einer GmbH rechnete zweieinhalb Jahre lang private Lustreisen als Geschäftsfahrten ab. Ein gravierender Kündigungsgrund, so die Richter, da dies die Vertrauensbasis für künftige Zusammenarbeit nachhaltig störe (14U 9587/99).

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