Bettina Wulff gegen Google: Reputationsmanager schützen den Ruf im Netz

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Bettina Wulff gegen Google: Reputationsmanager schützen den Ruf im Netz

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Bettina Wulffs Buch «Jenseits des Protokolls» erscheint fast zeitgleich mit ihrer Klage gegen google. Sie wirft der Suchmaschine die Funktion der "automatischen Vervollständigung" vor: Beim Eingeben ihres Namens erscheint sofort der Suchvorschlag "Prostituierte".

von Ferdinand Knauß

Nicht nur Bettina Wulffs Ruf wird im Internet beschädigt. So genannte Reputationsmanager helfen dabei, Verleumdungen aus dem Netz zu entfernen. Wie man sich besser schützen kann.

Man muss nicht mit dem Bundespräsidenten verheiratet sein, und es muss auch nicht gleich um eine angebliche Rotlichtvergangenheit gehen. Auch weniger prominente Menschen ohne politische Feinde, können schnell ihren guten Ruf gefährdet sehen, wenn im Internet Dinge stehen, die niemanden etwas angehen und womöglich auch noch falsch sind. Vor der Klage gegen google gibt es durchaus noch andere erfolgversprechende Maßnahmen zum Schutz des Rufes.

Dass andere Menschen unliebsames verbreiten, kann man zunächst nicht verhindern. Aber man selbst sollte es nicht tun. Die erste rufschützende Maßnahme ist daher im Internet dieselbe wie offline: Vorsicht. Schreiben Sie im Netz nichts, was gegen Sie verwendet werden könnte. Vor allem persönliche Äußerungen im Internet mit Bezug zum Beruf können ganz schnell fatal wirken. Für Vorgesetzte und Personalabteilungen sind unvorsichtige Posts missliebiger Mitarbeiter ein gefundenes Fressen. Wer hinausposaunt, dass er jetzt in Urlaub fährt, nachdem er gerade einen Krankenschein abgegeben hat,  kann dafür fristlos entlassen werden. Die Webseite weknowwhatyouredoing.com fischt solche Faux Pas gezielt aus Facebook-Nachrichten – allerdings ohne Nachnamen. Mit diesem „Experiment“ will Seitenbetreiber Callum Haywood die Betroffenen aufrütteln: "… and we think, you should stop!" steht unter den Beispielen, verbunden mit dem Rat: "Wenn Du hier Posts von dir siehst und sie entfernen willst, lösche sie erst bei Facebook, dann werden sie hier nicht mehr erscheinen (nach etwa einer Stunde), oder kontaktiere mich, um jeden Post von Dir zu blockieren."

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Einstellungen bei Facebook kontrollieren

Was Haywood tut ist weder illegal, noch besonders schwierig, sondern kann im Grunde auch jeder Personaler tun: Er greift auf Facebooks frei zugänglichen „Graph API“ zu. Das ist die Verbindung von angemeldeten Facebook-Nutzern untereinander und mit den Dingen (Bildern, Videos, Artikeln), die sie teilen wollen. Er verbindet aber auch Facebook mit der Außenwelt, vor allem mit Hilfe der der Like-Box, die dafür sorgt, dass jeder Nutzer, der sie auf einer angeschlossenen Website anklickt, dort andere, vor allem befreundete Nutzer mit seinem Foto begrüßt. Über den Graph API sind Facebook-Einträge, die als „öffentlich“ gekennzeichnet sind, auch von Nichtfreunden auffindbar.

Haywood, ein 18-jähriger Programmierer, rät auf seiner Seite daher: "Stelle sicher, dass Deine Privatsphäreeinstellungen bei Facebook ausreichend sind. Veröffentliche zum Beispiel keine Statusmeldungen mit möglicherweise riskantem Material als 'öffentlich', weil sie dann mit großer Wahrscheinlichkeit im Graph API erscheinen."   Das Problem, so Haywood liege nicht bei Facebook selbst. "Wenn sie richtig genutzt werden, funktionieren die Privatheitskontrollen sehr gut", schreibt er. Das Problem sei vielmehr, dass die Leute einfach nicht die Risiken verstehen, wenn sie alles mit dem Rest der Welt teilen.

Einfach löschen geht nicht

Während man es bei Facebook-Einträgen selbst in der Hand hat, peinliche Informationen zu löschen, wird es deutlich schwieriger und vor allem teuer, wenn die rufschädigenden Details auf anderen Seiten erscheinen. "Einfach löschen geht da meist nicht", sagt Jannis Ritterspach, Geschäftsführer der Xava media GmbH. Sie betreibt die Website reputation-manager.de. Ihre Dienstleistung besteht zum einen darin, die Treffer in Google und anderen Suchmaschinen so zu verändern, dass positive Dinge zuerst erscheinen. "Aber so eine Suchmaschinenoptimierung ist sehr aufwendig und kostet viel Geld. Das kommt für normale Arbeitnehmer kaum in Frage", sagt Ritterpach. Seine Kunden sind vor allem Unternehmen oder auch schon mal vermögende Privatpersonen.

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