Büroalltag: Überleben im Büro-Dschungel

Büroalltag: Überleben im Büro-Dschungel

von Jochen Mai

212 Werktage verbringen deutsche Arbeitnehmer jedes Jahr im Büro. Das kommt einem veritablen Lebensraum gleich. WirtschaftsWoche-Redakteur Jochen Mai hat dazu jetzt einen umfangreichen Ratgeber geschrieben.

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Büro-Dschungel

Mit dem Büro assoziieren wir alle unterschiedlichste Gefühle. Für die einen ist es die Stätte, an der sie zwischen Beruf und Berufung oszillieren, für andere ist es das unselige Gegengewicht, das alltäglich ihre Work-Life-Balance aus dem Lot wippt. Und viele fragen sich deswegen tagsüber: Was mache ich hier eigentlich?

Gute Frage. Was machen wir in den uns zugeteilten vier Wänden? Wir analysieren und debattieren, wir fabrizieren, kalkulieren, telefonieren und taktieren – acht bis neun Stunden täglich. Mindestens. Unser Arbeitsplatz ist nicht nur ein einnehmender Lebensraum – oft ist er auch ein veritables Krisengebiet, das sogar die Gesundheit beeinflussen kann.

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Wie sehr allein schon die Büroarchitektur zum Wohlbefinden beiträgt, offenbart eine Umfrage der Marktforscher von ICM Research unter rund 2000 Bürokräften. Demnach empfinden 60 Prozent in einem Großraumambiente deutlich mehr Stress als in einer Einzelzelle. Laut einer australischen Studie wiederum machen uns Großraumbüros sogar regelrecht krank: Die Mitarbeiter leiden unter „Reizüberflutung, Verlust von Privatsphäre, sinkender Produktivität und Zufriedenheit“, so Studienleiter Vinsh Oommen.

Konflikte zwischen Kopierer und Kaffeeküche

Es ist ja auch so: Zwischen Kaffeeküche und Kopierer lauern zahlreiche Fallgruben und Konfliktherde. Schließlich verbringen die meisten Büroarbeiter mehr Zeit miteinander als mit ihrer Familie daheim und sind deren Launen und Intrigen ungeschützt ausgeliefert.

Kurz gesagt: Das Büro gleicht oft einem Dschungel, in dem so manches Raubtier, so mancher Futterneider und Konkurrent lauert: Der Karrierist, der um jeden Preis nach oben will; der Blender, der nichts kann, aber eine Attitüde pflegt, als stamme er von Minerva ab; die Diva, die alles nachträgt, oder der Phlegmatiker, der in seiner Gelassenheit ruht wie in einem faradayschen Käfig und für sein Versagen andere verantwortlich macht. Und allen gemein ist: Sie nerven. Kollossal.

Der Haken an der Sache ist bloß: Solche negativen Emotionen sind „hochgradig ansteckend“, sagt zum Beispiel der Mainzer Organisationspsychologe Christian Dormann. Es sei wie bei einem Virus: Schon eine kritische Masse an Griesgramen und Neurotikern genüge, und das Gruppenklima verschlechtert sich dramatisch und auf Dauer.

So schleppen sich jeden Montag Millionen von Arbeitnehmern in ihre Büros und entwickeln schon an der Firmenpforte eine pikierte Alertheit, während sie eine Höllenwoche mit dem cholerischen Chef und dem gestörten Soziopathen am Schreibtisch gegenüber imaginieren. „Büro ist Krieg“, bringt es der Schauspieler Christoph Maria Herbst alias Bernd Stromberg in der gleichnamigen ProSieben-Kultserie auf den Punkt. Das ist vielleicht etwas zugespitzt – fühlt sich aber manchmal so an.

Muss es nicht. Die folgenden Beiträge sollen Ihnen helfen, einige der typischen Bürofallen, vor allem potenzielle Konfliktherde besser zu meistern. Die Texte stammen aus dem neuen Buch „Die Büro-Alltags-Bibel“, das in 24 Kapiteln noch viele weitere Fragen beantwortet, darunter: Wie kann ich mich selbst besser organisieren und neu motivieren? Wie funktionieren Meetings besser? Wie komme ich mit dem Chef besser klar? So oder so: Die folgenden Auszüge sind ein guter Anfang.

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