
Als Florian Bennhold begann, sich über den MBA zu informieren, stellte er sich vor allem eine Frage: Woher soll ich so viel Geld nehmen? Doch Bennhold wollte unbedingt einen MBA in Hongkong machen – für über 30.000 Euro. Den Förderer seiner Weiterbildung fand der Osnabrücker in der Studienstiftung des deutschen Volkes. Dank eines Stipendiums bekommt er nun 50 Prozent der Kosten ersetzt.
MBA-Programme sind vor allem eines: teuer. Ein zweijähriges Studium an der renommierten Harvard Business School oder der Kellogg School of Management kostet umgerechnet etwa 70.000 Euro. Auch in Deutschland sind die Kosten beträchtlich: Die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar zum Beispiel verlangt für die 16-monatige Weiterbildung 35.000 Euro, die European Business School in Oestrich-Winkel knapp 20.000 Euro.
Allerdings bleibt es nicht bei den reinen Studiengebühren. Hinzu kommen noch einmal Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Versicherungen. Bei internationalen Studiengängen müssen die Teilnehmer gar noch mit Reisekosten kalkulieren. Parallel fällt zudem bei vielen das bisherige Einkommen während der Weiterbildung weg. Wer nicht schon lange im Voraus gespart hat – und das können die Wenigsten – muss sich nach Finanzierungsalternativen umschauen.
Glücklicherweise gibt es gleich ein paar davon. Fündig werden Bewerber nicht nur bei den Schulen selber, sondern auch bei gemeinnützigen Organisationen in Deutschland.
Gute Noten als Voraussetzung
Florian Bennhold etwa bewarb sich für das Haniel-Stipendium der Studienstiftung. Seit 1992 erhalten dort jährlich bis zu zwölf Master-Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen finanzielle Unterstützung – vorausgesetzt, sie sind jünger als 30 und haben ihr Studium mindestens mit der Note „gut“ abgeschlossen.
Auf Bennhold trifft das alles zu, mehr noch: Nach dem Ingenieursstudium an der Technischen Universität Berlin und der École Centrale in Paris entschied er sich für eine Karriere in der Energietechnik, schrieb seine Diplomarbeit an der amerikanischen Eliteuniversität Yale und arbeitete anschließend drei Jahre lang in den USA bei einem Start-Up aus der Umweltbranche. Eine globale Bildungskarriere, wie sie viele Stipendienstifter derzeit gerne sehen.
Für seine schriftliche Bewerbung bei der Studienstiftung reichte Bennhold einen Lebenslauf ein und beschrieb sein Studienvorhaben. Danach wurde er mit 30 weiteren Bewerbern zu einem zweitägigen Auswahlseminar nach Bad Honnef eingeladen. Dort musste er sich in zwei Bewerbungsgesprächen der Auswahlkommission stellen und in einer Gruppenarbeit Fallstudien lösen. Wenige Tage später bekam er per E-Mail die Zusage.
Als Haniel-Stipendiat bekommt Bennhold nun einen Zuschuss von 15.000 Euro für die Studiengebühren und zusätzlich 2000 Euro monatlich. Hintergrund des üppigen Taschengelds: Eigentlich liegt der Höchstsatz bei 1500 Euro, Bennhold bekommt jedoch wegen seiner zwei Kinder 500 Euro mehr.













