Anpassung par excellence: "Studenten haben Angst Fehler zu machen"

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Anpassung par excellence: Sind die Hörsäle voller Duckmäuser?

"Studenten haben Angst Fehler zu machen"

Sind die Studenten denn grundsätzlich gut auf die Universität vorbereitet?

Schule heute ist stark auf Kompetenzen ausgerichtet, weniger darauf, dass man das Gelernte tatsächlich längere Zeit im Kopf behält und verarbeitet. Die Hauptsache ist, dass die Schüler wissen, wo sie auf Nachfrage Informationen finden. Trotzdem würde ich bei jemandem, der Politikwissenschaft studiert, voraussetzen, dass er oder sie zum Beispiel die Bundeskanzler in der richtigen Reihenfolge nennen kann. Natürlich nicht deswegen, weil sich das Politikwissenschaftsstudium im Auswendiglernen von Namen und Daten erschöpft, sondern deswegen, weil ein Mindestmaß an Vorwissen auf ein ernsthaftes Interesse schließen lässt. Der Akku des Smartphones kann mal leer sein, dann ist es ganz gut, ein paar Dinge netzunabhängig parat zu haben. Im Schulunterricht kommen elementare Kenntnisse des deutschen Regierungssystems nicht immer vor, also nimmt man es ins Studium auf. Das heißt, die Uni holt Stoff nach, der am Gymnasium nicht mehr behandelt wurde. Dafür können Studenten aber häufiger Tai Chi als früher ...

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Demokratie oder Diktatur? 40 Prozent der jungen Deutschen kennen den Unterschied nicht. Drei Wissenschaftler versuchen zu erklären, warum wir verblöden.

Selbst von der jüngsten deutschen Geschichte haben wir keine Ahnung. Quelle: AP

Sie schreiben, dass es beispielsweise an der Uni Frankfurt Kurse gibt, die die Studenten auf das Studieren vorbereiten…

Solche Kurse werden offenbar nachgefragt. Wir müssen viele Dinge erklären, von denen wir glaubten, dass wir sie nicht explizit erklären müssen.

Die da wären?

Wie halte ich eine Hausarbeit durch? Wie halte ich ein Studium durch? Wie motiviere ich mich selbst?

Sind die Studenten denn so unsicher?

Sie sind umstellt von Erwartungen und haben den Eindruck, dass sie keinen Fehler machen und keinen Umweg gehen dürfen. Es ist eigentlich normal, dass es zum Beispiel beim Schreiben einer Hausarbeit Tage gibt, an denen einem nichts einfällt. Aber heute ist das oft eine große Katastrophe, gegen die man ganz schnell irgendeine Turbo-Therapie finden muss. Interessant ist: Die Zeitspanne, die man bis zum Master braucht, hat sich im Vergleich zum Magister nicht verringert. Aber das Gefühl, dass alles so schnelllebig ist und dass immer eine Hausarbeit der nächsten und eine Prüfung auf die andere folgt, das ist bei den Studenten sehr stark. Deshalb glauben viele auch, dass alles sofort perfekt sein muss. Und dann reizt es natürlich, wenn die Uni ein Angebot macht: "So lernst du richtig" und Banalitäten wie "anfangen, durchhalten und beenden" mit einer akademischen Autorität als Heilslehre verkündet. 

Also doch irgendwie Esoterik...

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Ich möchte diese Angebote gar nicht verdammen. Ich frage mich nur, warum braucht man sowas in Fächern, die die Leute ja letztlich frei gewählt haben. Es zwingt einen niemand dazu, Politik oder Geschichte zu studieren. Wir Lehrende gehen immer noch ganz idealtypisch von dem Studenten aus, der eine hohe innere Motivation hat. Speziell in den Geisteswissenschaften vermuten wir Idealisten, gerade weil Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge selten Top-Manager und Spitzenverdiener werden. Wir stellen aber oft fest, dass auch da Neugier und innerer Antrieb fehlen. Die Hauptmotivation sind die Noten und der Abschluss, den man möglichst schnell erreichen will.

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