Anwesenheitspflicht gefordert: Deutschlands Studenten schwänzen zu viel

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Anwesenheitspflicht gefordert: Deutschlands Studenten schwänzen zu viel

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Anwesenheit alleine reiche nicht aus, die Studierenden müssten sich auch einbringen.

Studierende müssten sich aktiv einbringen. Schwänzen dagegen sei respektlos. Dieser Meinung ist der Vorsitzende des Philosophischen Fakultätentages, Tassilo Schmitt. Er fordert eine Anwesenheitspflicht an der Hochschule.

Um die Frage nach der Anwesenheitspflicht in Universitätsseminaren gibt es seit Jahren Streit - die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hat das nicht besser gemacht. Für Lernzeit gibt es Leistungspunkte, und dazu gehöre auch die Zeit, die die Studierenden in Vorlesungen, Tutorien oder Seminaren sitzen. Das muss von den Lehrenden kontrolliert werden - irgendwie. Gleichzeitig liegt bei denen auch die Entscheidungsfreiheit, ob sie die Anwesenheit kontrollieren oder nicht. So kann es sein, dass sich diese Regelungen von Fakultät zu Fakultät an der gleichen Hochschule unterscheidet.

Es herrsche Konsens darüber, dass die Anwesenheitspflicht nur für Übungen und Seminare, nicht aber für Vorlesungen, eingefordert werden kann, sagte dagegen Tassilo Schmitt im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Einem Mediziner könne keine Approbation gegeben werden, wenn er nicht regelmäßig die Veranstaltungen besuche. Das sei auch in den Geisteswissenschaften notwendig: Dort bestehe der Kern eines Seminars aus dem Gespräch, in dem Methoden erprobt und eingeübt werden. Das gehe verloren, wenn jemand ständig fehle.

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Durch die Anwesenheitspflichte werde keineswegs die Studierfreiheit einschränken, sagt der Vorsitzende des Philosophischen Fakultätentages, viel mehr steht formal "sogar höher gewichtig die Lehrfreiheit des Dozenten," sagte er der "Frankfurt Allgemeinen Zeitung". Es sei mangelnder Rezept gegenüber den Lehrenden und den Kommilitonen, wenn Studierende zu Veranstaltungen nicht erscheinen, obwohl sie selbst Beiträge abliefern müssen. Schmitt erklärt es damit, dass manche vor allem gegen Ende des Semesters einen großen Druck empfinden und sich auf bestimmte Prüfungen vorbereiten - vor allem aber zu Lasten von anderen Veranstaltungen. Allerdings bringe bloßes Dasitzen nichts, man müsse sich aktiv einbringen, so dass Schmitt auch nichts davon hält, die "Anwesenheits-Credits" auf die Klausurnote anzurechnen.

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Man müsse vernünftige Obergrenzen definieren und dann auch Klein-, Untergruppen und Tutorien bilden, sagt er. Mit zu vielen Teilnehmern könne ein "gutes Seminarziel" nicht erreicht werden. Und es dürfe auch nicht so sein, dass sich Seminare von Vorlesungen ausschließlich dadurch unterscheiden, dass nicht der Dozent etwas vermittelt, sondern sich die Studierenden einbringen.

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