Auslands-Aufenthalt: Geht Erasmus das Geld aus?

Auslands-Aufenthalt: Geht Erasmus das Geld aus?

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Die Universität von Sevilla: Spanien war vergangenes Jahr das beliebteste Ziel deutscher Erasmus. 19,8 Prozent der deutschen Teilnehmer verschlug es im Förderungsjahr 2010/2011 dort hin. Nun gehen dem EU-Studentenaustauschprogramm allmählich die Mittel aus.

von Marcel Berndt

Dem EU-Studentenaustauschprogramm Erasmus geht das Geld aus. Die Mittel werden dem Ansturm der Studenten nicht gerecht - vor allem Deutsche haben bisher profitiert. Während die EU über ihren Haushalt verhandelt, fordern über 100 Prominente in einem offenen Brief, eine ausreichende Finanzierung des Projekts.

Es ist ein Aushängeschild der Europäischen Union. Doch nun geht dem erfolgreichen Studentenaustausch-Programm „Erasmus“ das Geld aus. Und das zum 25-jährigen Bestehen. Die bis Ende 2013 vorgesehenen Mittel reichen nicht aus, um das Programm bis dahin weiter zu führen.

Das ist mit ein Grund, warum die EU-Kommission und die Finanzminister der Mitgliedsstaaten heute in Brüssel um den EU-Haushalt ringen. Es geht einerseits um den Haushalt 2013, andererseits um eine ungewöhnlich hohe Mittelaufstockung für dieses Jahr. Der von EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski beantragte Nachtragshaushalt beträgt neun Milliarden Euro.

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„Kein einziger Euro davon geht nach Brüssel“, verteidigte der polnische Kommissar seinen Vorschlag, der noch von den Mitgliedstaaten gebilligt werden muss. Neben dem Erasmus-Programm wird das meiste Geld des Nachtragshaushalts im Kohäsionsfonds benötigt, der ärmere Regionen unterstützt.

„Es war absehbar, dass der Engpass kommt“, sagte Lewandowski. Die Kommission gibt den EU-Staaten schon länger die Schuld an den Finanznöten. Wenn die Mitgliedsstaaten die EU direkt besser ausstatten würden, müsste es am Ende keine Nachverhandlungen geben. So hatte die Kommission ursprünglich für dieses Jahr ein Plus von fünf Prozent gefordert. Die Finanzminister haben jedoch nur ein 1,86 Prozent größeres Budget von 129 Milliarden Euro gewährt. Ähnlich sehen die unterschiedlichen Positionen für den kommenden Haushalt 2013 aus.

Erfolgsgeschichte Erasmus

Die beschränkten Mittel gefährden auch die Erfolgsgeschichte Erasmus. In die Haushaltsverhandlungen haben sich daher über 100 europäische Prominente mit einem offenen Brief eingeschaltet. Darin fordern sie eine ausreichende Finanzierung des Studentenprogramms. „Wir hoffen, dass das Erasmus-Budget in den Jahren 2012/2013 ausreichend sein wird, um die Zusagen einzuhalten, die den Studierenden auf Grundlage bereits vereinbarter Verpflichtungen gegeben wurden“, heißt es in dem Schreiben.

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