Auslandsstudium: In Österreich studiert man gern

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Auslandsstudium: In Österreich studiert man gern

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Wien, hier das Parlamentsgebäude, ist der Sehnsuchtsort vieler pragmatischer deutscher Medizinstudenten.

Die Zahl der im Ausland studierenden Deutschen steigt. Doch am liebsten gehen sie da hin, wo es nicht wirklich fremd ist, nämlich nach Österreich und in die Schweiz.

Im Jahr 2011 waren knapp 134 000 deutsche Studentinnen und Studenten an ausländischen Hochschulen eingeschrieben. Gegenüber 2010 war das ein Anstieg um 4,6 Prozent oder 5 900 Studenten. In den letzten zehn Jahren zog es immer mehr deutsche Studierende ins Ausland: Während im Jahr 2001 auf 1 000 deutsche Studierende an inländischen Hochschulen 32 deutsche Studierende an Hochschulen im Ausland kamen, war dieses Verhältnis 2011 mit 63 nahezu doppelt so hoch.

Bei näherer Betrachtung der Zahlen relativiert sich das Fernweh der jungen Deutschen allerdings deutlich. Fast ein Drittel der Auslandsstudenten studiert in Österreich (30 574 Studenten, also 22,9 Prozent) oder der Schweiz (13 916 Studenten, also 10,4 Prozent), die nicht nur die Sprache mit Deutschland teilen, sondern deren Hochschulsysteme seit jeher eng mit dem deutschen verbunden sind. Auf die beiden deutschsprachigen Nachbarländer entfällt auch der bei weitem größte Teil des steilen Anstiegs der deutschen Auslandsstudenten in den vergangenen Jahren. Die Zahl der deutschen Studenten in Österreich hat sich seit 2001 mehr als versechsfacht. Der Wunsch nach dem Kennenlernen einer fremden, unbekannten Kultur dürfte für diese Studenten bei der Studienortwahl kaum eine Rolle gespielt haben, sondern eher die einfacheren Zugangsbedingungen vor allem für Medizinstudenten in Österreich.

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Das zweitbeliebteste Ziel deutscher Auslandsstudenten sind die Niederlande (25 028 Studenten, also18,7 Prozent), gefolgt von Großbritannien (15 025 Studenten, also 11,2 Prozent), den USA (9347 Studenten, also 7,0 Prozent) und Frankreich (6147 Studenten, also 4,6 Prozent). Außereuropäische, geschweige denn nicht-westliche Länder spielen dagegen eine verschwindend geringe Rolle. In Russland zum Beispiel studierten im Jahr 2011 gerade einmal 173 deutsche Studenten, in Japan 414.

Die Verteilung der deutschen Studierenden im Ausland nach Fächergruppen unterscheidet sich in den Zielländern erheblich. So sind zum Beispiel in Australien knapp 58 Prozent aller deutschen Studierenden in der Fächergruppe „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ immatrikuliert, während in Frankreich etwa 50 Prozent aller deutschen Studierenden in der Fächergruppe „Sprach- und Kulturwissenschaften, Sport“ studieren. In Ungarn dagegen sind 70 Prozent der deutschen Studierenden in „Humanmedizin“ eingeschrieben. Das heißt: Ins englischsprachige Ausland gehen vor allem angehende Rechtsanwälte und Betriebswirte, die nicht in erster Linie die dortige Kultur und Sprache studieren, zumindest nicht in den Lehrveranstaltungen selbst, während der typische Frankreichstudierende ein Romanist oder zumindest Geisteswissenschaftlicher ist, der das Land und seine Kultur zum Gegenstand seiner Studien macht. In Ungarn locken die niedrigen Hürden für ein Medizinstudium.

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Auch die Zahl ausländischer Studenten in Deutschland steigt weiter. Im Wintersemester 2012/2013 waren an deutschen Hochschulen 205 000 Ausländer eingeschrieben, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben hatten. Zehn Jahre zuvor (Wintersemester 2002/2003) waren es nur 163 000 ausländischen Studenten.

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