Bachelor-Debatte: Was Studenten am Bologna-Prozess nervt

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Bachelor-Debatte: Was Studenten am Bologna-Prozess nervt

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Kassensturz der Bologna-Reform: Nach einem Bachelor-Studium sind die meisten deutschen Studenten hochschulmüde. Um einen Master kommen sie jedoch trotzdem kaum herum.

Kritik, Lob und reichlich Skepsis gab es für die Bologna-Reform. Doch wie erleben Studenten die Umstellung? Eine Umfrage zeigt: Auch nach 15 Jahren gibt es einiges nachzubessern.

Bachelor-Pessimismus geht bei deutschen Studenten um. Zwar stecken die meisten aktuell in einem Bachelorstudium, doch ihre Chancen schätzen sie mit dem Abschluss gering ein.

Das ist nicht das einzige, was deutsche Studenten an ihrem Studium auszusetzen haben, wie eine Umfrage des „freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften“ (fsz) belegt. Diese hat sie anlässlich ihrer heute zu Ende gehenden Konferenz zum Bologna-Prozess veröffentlicht. Seit der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung sind bereits 15 Jahre vergangen und laut Statistischem Bundesamt sind bereits 87 Prozent aller Studiengänge auf das gestufte Studiensystem von Bachelor und Master umgestellt. Von den 3.319 durch den fsz online befragten Studenten gaben 68,6 Prozent an, in einem Bachelorstudium zu stehen. 19,6 Prozent machen aktuell ihren Master.

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Die Mehrheit zeigt sich unzufrieden mit dem Bachelor-Abschluss. 54,9 Prozent sind gar nicht oder eher nicht der Meinung, dass er eine optimale Berufsvorbereitung darstellt. 24,4 Prozent sind zumindest teilweise dieser Ansicht. 54,2 Prozent kritisieren, dass der Verdienst mit einem Bachelor gering sei, 27 Prozent sehen dies teils so.

Diese Auffassung ist berechtigt, wie ein Blick auf die Studie „JobTrends Deutschland 2013“ des Kölner Staufenbiel-Instituts zeigt. 86 Prozent der dort befragten  Arbeitgeber bevorzugen Master-Absolventen, lediglich 38 Prozent jene mit einem Bachelor.


Ein Master muss sein

Also steht für knapp die Hälfte der Studenten ein Master fest. 49,6 Prozent der befragten Studenten wollen einen Master dranhängen, 9,8 Prozent erwägen dies immerhin teilweise. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: 78,1 Prozent sehen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, 60,5 Prozent versprechen sich höhere Gehälter. Trotzdem ist die Zahl der Masterstudenten verglichen mit ihren Bachelor-Kommilitonen gering. Zwei Drittel verzichten auf ein Masterstudium, weil sie schlichtweg hochschulmüde seien. Knapp die Hälfte kann sich den Master nicht leisten.

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Durch die Bologna-Reform ist nicht nur der Druck für Studenten gestiegen. Mit dem Bachelor-System gehen auch häufig Pflichtpraktika einher, die den Praxisbezug für Studenten steigern. Foto: Julian Stratenschulte Quelle: dpa

Um der beklagten Hochschulmüdigkeit auf die Spur zu kommen, hat die Umfrage hat noch einige andere Haken beim Studium in Bologna-Zeiten ausgemacht. So sollen die Leistungspunkte, die Studenten sammeln müssen, ihren Arbeitsaufwand widerspiegeln. Die Hälfte sagt allerdings, dass das nicht der Fall ist. 

Eine andere Baustelle sind die Klausuren. Ist eine Prüfung nicht bestanden, lässt sie sich oft nur nächstes Semester nochmal wiederholen. Das ist bei 36,8 Prozent der Studenten der Fall und zieht das Studium in die Länge. 31,7 Prozent berichten, dass dies manchmal vorkommt. Das ist gravierend, da 50,6 Prozent der Befragten Lehrveranstaltungen haben, in denen eine besonders hohe Zahl der Teilnehmer nicht besteht.

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Die Ergebnisse zeigen: Auch nach 15 Jahren gibt es bei der Bologna-Reform noch einiges nachzubessern. Die Wirtschaft freut sich nach wie vor über Diplomanden. Laut der Staufenbiel-Studie stehen Diplome von einer Universität bei 82 Prozent der Arbeitgeber hoch im Kurs, bei 65 Prozent die Diplome einer Fachhochschule. Damit sind beide beliebter als der neue Bachelor, mit dem ursprünglich vieles besser werden sollte.

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