Beschluss der Kultusminister: Schüler sollen bessere Verbraucher werden

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Beschluss der Kultusminister: Schüler sollen bessere Verbraucher werden

von Inga Methling

Vom Datenschutz bis zum Handyvertrag – Verbraucherkompetenz soll nach Ansicht der Kultusminister noch stärker im Unterricht gefördert werden. Ein flächendeckendes Schulfach Wirtschaft ist längst fällig, meinen Experten.

Sie geben ihre persönlichen Daten auf Facebook preis, finanzieren ihr Smartphone auf Pump und wissen oft nicht, woher das Essen auf ihrem Teller stammt. Kinder und Jugendliche haben häufig große Defizite in der Konsumkompetenz, darin sind sich die Kultusminister der Länder einig. Zudem sehen sie unsere Gesellschaft vor immer größeren Herausforderungen stehen, wie der Finanzkrise und dem Klimawandel. Deshalb hat die Kultusministerkonferenz jetzt eine Empfehlung zur „Verbraucherbildung an Schulen“ abgegeben, die Mädchen und Jungen so früh wie möglich fit für den Alltag machen soll.

Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Themen Finanzen, Verbraucherrecht, Ernährung und Gesundheit, Medien sowie nachhaltiger Konsum. Die Schüler sollen nicht mehr alles glauben, was die Werbung ihnen verspricht, sondern zu selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Konsumenten ausgebildet werden.

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Ein eigenes Unterrichtsfach schreiben die Kultusminister den Schulen aber nicht vor. Vielmehr soll die Verbraucherbildung in eines oder mehrere Fächer integriert werden. Außerdem sind außerschulische Aktivitäten wie Projekte oder Klassenausflüge vorgesehen. Auch externe Unternehmen sollen mit einbezogen werden.

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz begrüßt die Empfehlung. „Jetzt gilt es, auf Landesebene die nächsten Schritte zur Umsetzung von Verbraucherbildung im Unterricht einzuläuten“, sagt der geschäftsführende Vorstand Gerd Billen. Auch die Lehrer wollen das Thema stärker im Lehrplan verankern.

Bislang gibt es das Fach Verbraucherbildung in Deutschland allerdings nur in Schleswig-Holstein. Es ersetzt seit 2009 die Haushaltslehre an Haupt-, Gesamt- und Realschulen. Im Schulgesetz heißt es dazu: „Die Schule soll dem jungen Menschen zu der Fähigkeit verhelfen, in einer ständig sich wandelnden Welt ein erfülltes Leben zu führen. Sie soll dazu befähigen, Verantwortung im privaten, familiären und öffentlichen Leben zu übernehmen und für sich und andere Leistung zu erbringen, insbesondere auch in Form von ehrenamtlichem Engagement.“

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Auch wenn sich alle Lehrer laut einer Befragung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein darin einig sind, dass ihre Schüler mehr über Verbraucherthemen lernen sollen. So gibt aber auch ein Drittel zu, dass es nicht ausreichend auf das Fach vorbereitet ist. Selbst Lehrer, die ein Studium in Verbraucherbildung absolviert haben, meldeten Bedarf an fachlicher Unterstützung an. Auch in einer Umfrage der Stiftung Verbraucherschutz unter 1.000 Lehrkräften wünschte sich die Mehrheit eine bessere Fortbildung zur Vermittlung von Konsumkompetenzen.

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