Bildungschancen: Schlechte Schüler brauchen strenge Lehrer

Bildungschancen: Schlechte Schüler brauchen strenge Lehrer

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Warum Jungs schlechter in der Schule sind als Mädchen.

Jungen schneiden in der Schule oft schlechter ab als Mädchen. Laut Forschern liegt das an einem Entfremdungsgefühl, sprich: Die Schule erreicht Jungen einfach nicht. Autoritärer Unterricht könnte Abhilfe schaffen.

Jungen haben in der Schule schlechte Karten: Vor ein paar Monaten belegte der Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass 15-jährige Jungen in der Schule oft schlechter abschneiden als ihre gleichaltrigen Mitschülerinnen. Unter den leistungsschwachen Schülern in Lesen, Mathe und Naturwissenschaften sind die Jungen mit 60 Prozent überrepräsentiert.

Nun haben sich Andreas Hadjar und Susanne Backes von der Universität Luxemburg und Stefanie Gysin von der Schweizer University of Applied Sciences and Arts dem Thema angenommen und zwei Ursachen für die schlechten schulischen Leistungen der Jungen herausgefunden:

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  1. Jungen mit einem traditionellen Rollenbild, die also den Mann als Haupernährer einer Familie empfinden, stören häufiger den Unterricht als andere Kinder. Und im Gegensatz zu Mädchen, die den Unterricht stören, wirkt es sich bei den Jungen auf die Noten aus.
  2. Jungen, die schlechte Noten bekommen, schreiben sich selbst schneller ab als Mädchen. Sie entfremden sich von der Schule und betrachten diese als sinnlos, wie Studienautor Hadjar schreibt. Für eine solche Schule lohnt es sich nicht, sich anzustrengen. "Die Entfremdung von der Schule ist bei Jungen und Mädchen gleich stark, aber problematisches Verhalten beeinflusst nur bei Jungen den Schulerfolg", heißt es in der Studie, die kürzlich im "Masculinities and Social Change" veröffentlicht wurde.

Ob es nun einen kausalen Zusammenhang zwischen Rollenbild und Unterrichtstörung gibt, sei einmal dahin gestellt. Fest steht, dass Jungen, die den Unterricht häufig stören, ein um rund acht Prozent schlechteres Jahresergebnis erreichen, als andere männliche Schüler in ihrer Klasse. Und je schlechter die Noten werden, desto größer die Entfremdung von der Schule und desto geringer die Motivation, besser zu werden. Um das herauszufinden, haben die Forscher die 872 Schüler aus 49 Klassen befragt, anstatt wie sonst üblich Lehrer und Eltern zu interviewen.

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Während die OECD-Autoren empfahlen, besonders die Lesefähigkeit der Jungen zu verbessern, indem sie die von Mädchen verschiedenen Lese- und Freizeitvorlieben der Jungen berücksichtigen, halten die Luxemburger Forscher die verschiedenen Unterrichtsstile für ausschlaggebend. Sie stellten nämlich fest, dass Jungs mit schlechten Noten am besten auf autoritäre Unterrichtsstile reagierten. War der Lehrer dagegen unstrukturiert, wenig engagiert oder nachlässig, verstärkte sich das Entfremdungsgefühl noch und die Noten wurden entsprechend schlechter. "Lehrer mit einem autoritären Unterrichtsstil interessieren sich klar für ihre Schüler, lenken sie und sind bei Problemen für sie da", so Hadjar.

Von einem solchen Lehrer profitieren übrigens alle Schüler - nicht nur die leistungsschwachen.

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