Bologna-Prozess: Hürden für den Auslandsmaster bleiben hoch

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Bologna-Prozess: Hürden für den Auslandsmaster bleiben hoch

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Eigentlich sollte der Bolognaprozess ab 1999 dafür sorgen, dass Studiengänge europaweit angeglichen werden und es Studenten somit leichter haben, im Ausland zu studieren. Doch das ist die Theorie – die Praxis sieht weit anders aus.

von Felix Ehrenfried

Durch die Universitätsreformen im Rahmen des Bologna-Prozesses ist es nicht einfacher geworden, einen Master-Abschluss im Ausland zu machen. Die Mühe lohnt sich trotzdem, wenn man es richtig angeht.

Für Kadri Caglar Ulukan war der Anfang an der University of Essex im Südosten Englands nicht leicht. Der 28-jährige Türke hat einen Bachelor-Abschluss in Economics, also Volkswirtschaftslehre, an der renommierten Universität Boğaziçi in Istanbul gemacht. Nachdem er anschließend für mehrere Jahre bei einer türkischen Bank gearbeitet hatte, entschloss er sich im Oktober, ein Masterstudium in "Financial Economics" anzuschließen. Dazu wollte er raus aus der Türkei, nach England.

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„Ich bin schon ein wenig verwundert", sagt Ulukan. "In meiner Heimat zählte ich in der Schule zu den Besten und war auch in der Uni überdurchschnittlich.“ Das sei in Essex anders: Einiges müsse er an Fachwissen nacharbeiten, ganz abgesehen davon, dass ihm besonders die englische Sprache noch zu schaffen mache. Ulukan ist klar geworden, dass ein Bachelor-Studium in der Türkei nicht die perfekte Vorbereitung auf ein Master-Studium in England ist.

„In Istanbul war zwar alles auf Englisch. Allerdings haben wir vieles auswendig gelernt. Präsentationen und Diskussionen, die helfen, frei zu sprechen, hatten wir kaum.“ Es sind zum einen also die Inhalte, aber auch die Art zu lernen, die dem Studenten zu schaffen machen. So wie Ulukan geht es vielen Studenten, die sich entscheiden, das Master-Studium in einem anderen Land zu absolvieren als das vorausgehende Bachelor-Studium. Eigentlich sollte der von fast allen europäischen Staaten - inklusive der Türkei und Russlands - verabredete Bologna-Prozess ab 1999 dafür sorgen, dass Studiengänge europaweit angeglichen werden und es Studenten somit leichter haben, auch außerhalb des Heimatlands zu studieren.

Doch das ist die Theorie – die Praxis sieht für die betroffenen Studenten anders aus. Wer schon einmal für einige Zeit an einer fremden Uni war, zum Beispiel mit dem Erasmus-Programm der Europäischen Union, weiß: Nur weil Bachelor oder Master auf einem Kurs drauf steht, heißt das noch lange nicht, dass dieser ohne weiteres in der Heimat anerkannt wird.

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Quelle: dpa

Auch wenn eine europaweite Normierung von Studienleistungen auf sogenannte ECTS (European Credit Transfer System) eigentlich dafür sorgen sollte, dass man seine Leistungen an Unis in ganz Europa erbringen kann, stellen sich die Hochschulen zuhause häufig quer. Zu unterschiedlich sind häufig die Themen und Vorgehensweisen, aber auch die Qualitätsniveaus, die an der Universität im Ausland vermittelt werden. Da große Unterschiede selbst zwischen deutschen Universitäten bestehen, lässt sich leicht erahnen, dass es im internationalen Vergleich nicht anders aussieht.

Besonders aufpassen sollten Studenten aber bei unterschiedlichen Leistungsniveaus im Wechsel vom Bachelor- zum Masterstudium. Denn hier gehen die Universitäten davon aus, dass auch ausländische Studenten das Wissen und die Methodik mitbringen, die den eigenen Studenten im Bachelorstudium eingetrichtert wurden. Was fehlt, muss der Student sich selber beibringen. Viele Universitäten bieten zwar vor Studienbeginn Auffrischungskurse an. Die sind jedoch meist recht kurz und dienen nur bedingt als Hilfe bei fehlendem Wissen.

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