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Business Schools: MBA zwischen Reform und Marketing-Geplänkel

von Katja Köllen

Business Schools sind die Kaderschmieden der Manager, doch im Zuge der Finanzkrise gerieten sie in die Kritik. Vielerorts sollte daher die MBA-Ausbildung reformiert werden – was hat sich wirklich geändert?

Absolventen der Harvard University Business School winken mit Fahnen und Geld bei der Verleihung der Diplome in Cambridge, Massachusetts, USA. Quelle: AP
Absolventen der Harvard University Business School winken mit Fahnen und Geld bei der Verleihung der Diplome in Cambridge, Massachusetts, USA. Quelle: AP

Als die Welt in die Finanzkrise stürzte, waren die Schuldigen schnell ausgemacht. Nur auf den Profit bedachte Manager, die sich oft mit dem Titel eines „Master of Business Administration“ (MBA) schmückten seien verantwortlich. „Wir sprechen von der Finanz- oder der Wirtschaftskrise, aber im Kern ist die jetzige Situation eine Management-Krise“, erklärte beispielsweise Henry Mintzberg, Professor für Management an der McGill Universität im kanadischen Montreal.

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Die Kritiker warfen Managern Inkompetenz und fehlendes Verantwortungsbewusstsein vor. „Gierige Absolventen ohne moralischen Kompass“ hätten die Finanzkrise verursacht, sagt Michael Czinkota, Professor der Graduate School of Business der Georgetown-Universität.

Kaderschmieden der Manager in der Kritik

Im Zentrum der Kritik standen die Ausbildungsstätten, in denen eben diese Manager ihr Handwerkszeug gelernt hatten. Die renommierten Business Schools würden zunehmend „Sozialauthisten“ produzieren, sagte beispielsweise Birger Priggat, Professor für politische Ökonomie in der Wirtschaftsfakultät an der privaten Universität Witten/Herdecke. Forderungen nach mehr Ethik, Verantwortung und Moral in der Managerausbildung wurden immer lauter. „Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise“, stellte auch Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im Sommer 2010 noch einmal heraus.

Zwar wurde insbesondere den US-amerikanischen Kaderschmieden vorgeworfen, ein falsches Ausbildungskonzept zu haben, aber auch die Business Schools in Deutschland, Europa und der ganzen Welt sollten auf den Prüfstand. Die Kaderschmieden mussten reagieren – und einige taten das auch. Pläne für einen Manager-Eid, Ethikseminare und soziale Projekte wurden diskutiert. Was ist von diesen Plänen 2011 geblieben? Was hat sich seitdem bei der Manager-Ausbildung wirklich verändert?

Die Harvard Business School gab erst im Januar 2011 bekannt, sie wolle in Zukunft mit ihrem Lehrplan weg von den Fallstudien gehen, welche die Schule zwar bekannt und beliebt gemacht hatten, aber gerade in Folge der Krise angegriffen worden waren. „Die Öffentlichkeit hat das Vertrauen in die Wirtschaft verloren, und einige unserer Absolventen scheinen dafür verantwortlich zu sein“, sagte Harvard-Dekan Nitin Nohria dem „Wall Street Journal“. Die Reform solle die Ausbildung den aktuellen Entwicklungen anpassen, so Nohria.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.11.2011, 18:10 Uhrhpmalter

    MBA: der Name offenbart doch schon das ganze Problem: Magister der Geschäftsverwaltung. Nein da werden keine unternehmenden Kaufleute ausgebildet mit dem entsprechenden handwerklichen Rüstzeug, sondern Geschäftsverwalter - ein anderes Wort für Bürokrat. Und so benehmen sie sich auch: von Verantwortung redend, ohne sie zu tragen, eitel und großspurig. Ganz wie ihre Lehrer, die fast alles Beamte sind. Fehlt nur noch die Gier. Was soll ein Sozialpraktikum da ändern?

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