Business Schools: Wie deutsche Top-Manager vom MBA profitierten

Business Schools: Wie deutsche Top-Manager vom MBA profitierten

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Peer Schatz

von Daniel Rettig

Der Master of Business Administration gilt als Karriereturbo. Deutsche Top-Manager berichten, was ihnen der MBA-Abschluss gebracht hat.

Wer im Alter von 24 Jahren sein BWL-Studium mit Bestnoten abschließt, bekommt im Regelfall problemlos eine Festanstellung – erst recht, wenn er sein Diplom an einer Eliteuniversität wie im schweizerischen St. Gallen erlangt hat, schon während der Ausbildung erfolgreiche Startups gegründet hat und mehrere Sprachen fließend spricht.

Insofern standen Peer Schatz im Jahr 1990 eigentlich alle Türen offen. Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Investmentbanken stellen Absolventen wie ihn mit der viel zitierten Kusshand ein.

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Bloß: Schatz wollte nicht.

„Mir fehlte Praxiswissen“, sagt er heute. Also entschied sich Schatz für ein Zweitstudium und bewarb sich 1990 für einen Master of Business Administration (MBA) an der renommierten Business School der Universität von Chicago.

Bereut hat er es nie, seine Karriere ist seit dem Abschluss nur in eine Richtung verlaufen: aufwärts. Nicht trotz, sondern wegen der Weiterbildung. 1993 wurde er Finanzvorstand beim Biotech-Unternehmen Qiagen, das damals noch Diagen hieß, seit 1996 ist er Vorstandschef des im TecDax gelisteten Unternehmens.

Chefetage im Blick

Schatz’ Werdegang ist ein Vorbild für viele angehende Manager: Wer es bis in die Vorstandsebene schaffen will, wählt nicht selten den Weg über den MBA. Der Abschluss gilt schon seit Jahrzehnten als Grundstein für eine Laufbahn als Führungskraft.

Neben Schatz legten auch andere Top-Manager wie Douglas-Chef Henning Kreke oder Stefan Groß-Selbeck, Vorstandsvorsitzender des sozialen Netzwerks Xing, mit dem MBA die Basis für ihre Karriere.

Sie lernten während ihrer Zeit an der Business School strategisches Denken, soziales Interagieren und selbstreflektiertes Handeln. Und sie sind auch heute noch fest davon überzeugt: Diese Erfahrungen an einer der besten Hochschulen prägen Absolventen ein Leben lang.

Zwar hat das Image der Weiterbildung im Zuge der Finanzkrise gelitten: Zahlreiche Skandalmanager hatten einen MBA in der Tasche – etwa Richard Fuld, ehemaliger CEO der insolventen Investmentbank Lehman Brothers, der seinen Abschluss einst an der Stern School of Business in New York ergatterte. John Thain, Alumnus der Harvard Business School, konnte die Investmentbank Merrill Lynch nur durch eine Fusion mit der Bank of America vor dem Untergang retten. Und Vikram Pandit, Chef der Citigroup, führte die einst größte Bank der Welt in Milliardenverluste. Er erlangte seinen MBA einst an der Columbia Business School.

Doch trotz dieser schwarzen Schafe, die das Ansehen des MBA vorübergehend beschädigten, gilt noch immer: Die Investition in die teure Ausbildung lohnt durchaus. Von einem MBA profitiert im Regelfall nicht nur der Student selbst – sondern auch das Unternehmen, das ihn einstellt.

Das bestätigt eine aktuelle Untersuchung der beiden Professoren Morten Hansen von der Business School der Universität von Kalifornien und Herminia Ibarra, Professorin an der französischen Eliteschmiede Insead.

Die beiden Wissenschaftler analysierten die Leistung von 1100 Vorstandsvorsitzenden aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich – gemessen daran, wie sich der Börsenkurs des Unternehmens während der Amtszeit der Manager entwickelte.

Das Ergebnis: 32 Prozent aller bewerteten Führungskräfte hatten einen MBA. Und im Schnitt landeten sie in der Rangliste 40 Plätze vor ihren Amtskollegen ohne diesen Abschluss. Allein unter den zehn Besten landeten vier Manager mit MBA.

Die Studie beweise, dass Vorstandschefs mit MBA unter dem Strich „keine Werte zerstören“, resümierte Wissenschaftler Hansen. Vielmehr seien sie in der Mehrzahl der Fälle für eine Wertsteigerung verantwortlich. Ein Rückblick auf die bisherige Karriere von Peer Schatz bestätigt diese Einschätzung.

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