Führungskräfte müssen absolut fit in Englisch sein

„Menschen, die offen für andere Kulturkreise sind und Lust daran haben, zwischen unterschiedlichen Welten zu wandern, werden immer wertvoller für Unternehmen, weil sie die Innovationskultur vorantreiben“, sagt Kerstin Plehwe, Gründerin der Strategie- und Kommunikationsberatung IIPG Internationales Institut für Politik & Gesellschaft in Berlin. Plehwe ist selbst eine Wanderin zwischen den Welten. Sie berät Unternehmen, Politiker und gemeinnützige Organisationen aus Deutschland genauso wie aus Japan oder den USA. „In jedem Land schauen wir uns an, welche Lösungen dort gerade besonders erfolgreich sind und versuchen sie anschließend auf andere Branchen, Länder oder auch Bereiche der Gesellschaft zu übertragen“, so Plehwe.
So begleitete die Unternehmerin zum Beispiel als Beraterin den Obama-Wahlkampf. Anschließend zeigte sie auf Spenden angewiesenen gemeinnützigen Vereinen in Deutschland, was sie von Obama lernen können – schließlich gelang es dem US-Präsidenten und seinen Anhängern in nur 29 Tagen 55 Millionen US-Dollar über soziale Netzwerke für seinen Wahlkampf zu mobilisieren. Um international zu arbeiten und zu lernen, müssen aber auch die notwendigen Sprachkenntnisse vorhanden sein, allen voran Englisch. Aber obwohl viele deutsche Unternehmen Englisch inzwischen zur Firmensprache erklärt haben, gibt es immer noch großes Unbehagen und nicht ausreichende Sprachkenntnisse, um effektiv zwischen den Welten zu wandern.
Von anderen zu lernen ist nicht verboten
Über den Tellerrand zu schauen und sich das Beste aus allen Welten zusammen zu suchen, um daraus Neues zu erschaffen, das ist übrigens auch ein Erfolgsgeheimnis von Deutschlands bislang erfolgreichster Olympionikin, Birgit Fischer aus Brandenburg. Kerstin Plehwe interviewte die Kanutin kürzlich für ihr Buch „Female Leadership. Die Macht der Frauen. Von den Erfolgreichsten der Welt lernen“. Auf Plehwes Frage: „Haben Sie sich viel abgeschaut, zum Beispiel bei anderen Sportlerinnen?“ antwortete Fischer: „Sich mal etwas von anderen abzugucken, ist nicht verboten.“
Fischers Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: Acht Gold- und vier Silbermedaillen gewann die Kanusportlerin. Im globalen Hochleistungswettbewerb werden deutsche Konzerne künftig – wie die Olympionikin Birgit Fischer – gegen ebenbürtige Wettbewerber aus allen Teilen der Welt antreten müssen, die bereits in wenigen Jahren genauso innovationsgetrieben und erfolgreich sein werden, wie der einstige Exportweltmeister Deutschland. Wenn wir hier Schritt halten wollen, müssen wir unsere hohe Lernbereitschaft schneller, gezielter und unter viel stärkerer Einbindung der Personaler auf zukünftige Gegebenheiten anpassen. Noch ist es nicht zu spät.
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Alle Kommentare lesen08.02.2012, 15:16 UhrAnonymer Benutzer:Wittigofranko
"Und so wird grundsätzlich viel zu wenig in den Personalbereich investiert, weil die strategische Bedeutung und der Mehrwert nicht klar erkannt werden, obwohl sich die Rolle der Personaler längst von der Serviceabteilung hin zum strategischen Mitgestalter des Unternehmenserfolges entwickelt hat."
Das liegt auch an den reinen BWLern in den Chefetagen, die fälschlicherweise lernen, dass Mitarbeiter = Personalkosten wären.
Nun Forschung & Entwicklung dürfen nicht auf Produkte & Prozesse reduziert werden. Am Anfang steht die Personal-Entwicklung - im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch mit berufsbegleitender Weiterbildung auch an Hochschulen, schaut es in Deutschland düster aus. Die institutionellen, organisationalen wie finanziellen Voraussetzungen sind einfach mangelhaft.
Die überbelasteten und zugeleich unterfinanzierten Hochschulen haben eben keine Institute oder Faktultäten für berufbegleitende, weiterbildende Studiengänge. Der Übergang von der beruflichen in die akademische Weiterbildung steht bislang nur in den Gesetzesblättern.
Die Hochschulen brauchen hierfür mehr Geld, schließlich ist Weiter-Bildung mehr wert, weil sie mehr Wert schafft.
Ja und dafür müssen Bund und Länder die Mehr-Wert-Steuer erhöhen: um drei Prozentpunkte.
Dr. Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe
08.02.2012, 15:04 UhrAnonymer Benutzer:Wittigofranko
"Internationale Wettbewerbsfähigkeit erfordert konstante Weiterbildung. Bei den Bildungsausgaben rangiert Deutschland jedoch im OECD-Vergleich nur am unteren Ende der wichtigsten Industrienationen."
Wie wahr, wie wahr.
Bildung ist mehr wert! Dafür müsste Deutschland die Mehr-Wert-Steuer um mindestens drei Prozentpunkte erhöhen, um so das Bildungswesen besser zu finanzieren.
Dr. Ludwig Paul Häußner, Karlsruhe
08.02.2012, 05:13 UhrAnonymer Benutzer:Joselyn
Für die Bildung wird in Deutschland ja wirklich nichts getan. Anstatt Arbeitnehmer weiter- und auszubilden, sollen diese möglichst schon alles können und keine Bezahlung verlangen, sofern es nach den Arbeitgebern geht.
Ich kann das Gejammere über Fachpersonal und qualifizierte Mitarbeiter ehrlich gesagt nicht verstehen. Wenn die Betriebe Arbeitnehmer aus- und fortbilden, haben sie diese. Dabei sollte es egal sein, aus welchem Land jemand kommt oder welcher Religion er angehört oder ob er ein Mann oder eine Frau ist. Natürlich sollte jemand, der gute Leistungen bringt, auch gut bezahlt werden.