Dammanns Jobtalk: Weckruf für die Chefetage

kolumneDammanns Jobtalk: Weckruf für die Chefetage

Kolumne von Angelika Dammann

Deutschland ist international geachtet und erfolgreich. So könnte es die nächsten Jahre bleiben, wenn, ja wenn die Globalisierung und die damit einhergehende mangelnde Planbarkeit zukünftiger Entwicklungen nicht wäre. Internationale Wettbewerbsfähigkeit erfordert konstante Weiterbildung. Bei den Bildungsausgaben rangiert Deutschland jedoch im OECD-Vergleich nur am unteren Ende der wichtigsten Industrienationen.

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Die Hälfte dessen, was ein Student in den ersten beiden Semestern lernt, ist bereits im sechsten Semester veraltet. Dennoch wird nur unzureichend in dauerhaftes Lernen investiert.

Karl Fisch, Lehrer aus Colorado, braucht acht Minuten, um zu erklären, wie Globalisierung und das Internet die Welt verändern. Sein Video „Did You know? – Wusstest Du schon?“ gehört zu den Blockbustern auf Youtube. Fisch‘s Power-Point-Präsentation war ursprünglich nur dafür gedacht, im Kreise des Lehrerkollegiums darüber zu diskutieren, wie die Schule heute die Kinder auf die Herausforderungen von morgen besser vorbereiten kann. Doch sie enthält verblüffende Antworten auf simple Fragen, die die Youtube-Gemeinde durch ihre klare Botschaft aufrüttelte: Leute, Ihr müsst Euch bewegen!

Das globale Machtgefüge verändert sich im Eiltempo

Wussten Sie schon, dass die Antwort auf die Frage „In welchem Land der Welt leben in zehn Jahren die meisten englischsprachigen Menschen?“ China lautet? Oder wussten Sie, dass es mehr begabte Kinder in Indien als Kinder in Nordamerika insgesamt gibt? Fisch wandert in seinem Youtube-Clip mit den Zuschauern von Kontinent zu Kontinent und zeigt mit wenigen Zahlen, wie schnell sich das globale Machtgefüge verändert – weg von der vermeintlichen Überlegenheit bei Bildung, Wirtschaft und Wohlstand des Westens hin zu den neuen Marktkräften in Fernost.

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Fisch fragt: „Did you know?“ und rechnet vor: „Hochschulabsolventen in den USA im Jahr 2006: 1,3 Millionen, China: 3,1 Millionen, Indien: 3,3 Millionen“. Fisch verbreitet aber nicht nur Angst und Schrecken. Der Pädagoge zeigt auch Fotos von US-Schulen, in denen die Kinder heute bereits mit derselben Software arbeiten wie die Ingenieure in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Er erklärt, dass sich die Lehrer in der schwierigen Situation befinden, die Schüler auf Technologien vorzubereiten, die es heute noch gar nicht gibt. Und er erklärt, wie Lehrer ihren Job als Wissensvermittler trotzdem gut machen können, auch wenn sie eben nicht wissen, was morgen an Wissen gefragt sein wird. Fisch: „Wir müssen weg von der Faktenvermittlung und den Kindern stattdessen Methoden beibringen, mit komplexen Problemen umzugehen und ihnen Mut machen, vermeintliche Wahrheiten zu hinterfragen“.

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