Digitale Bildung: Eltern wollen Tablets im Klassenzimmer

Digitale Bildung: Eltern wollen Tablets im Klassenzimmer

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Digitales Lernen und der Umgang mit Medien sind in vielen Schulen höchstens Projekte oder Tests.

Digitalisierung ist überall, nur nicht in den Schulen. "Können die Kinder doch eh schon", ist ein Argument für den technikfreien Unterricht. Jetzt fordern auch die Eltern: Bringt den Kindern digitale Kompetenzen bei.

Die Debatte um digitale Inhalte im Unterricht erinnert ein bisschen an die Diskussion, ob Aufklärungsunterricht in Schulen sein muss: "Die wissen das doch alles" heißt es da - oder auch: "Die Kinder gucken doch ständig Pornos im Internet, was soll man denen denn noch erzählen?". Doch Anwendung ist ja bekanntlich nicht gleich Aufklärung. Bei der Debatte um die Digitalisierung sind die Argumente sehr ähnlich: "Die Kinder hängen den ganzen Tag am Smartphone", "die können doch mit dem Internet besser umgehen als die Lehrer", "was soll denn der 50-jährige Lehrer seinen Achtklässlern über Facebook erzählen?"

Zustimmung zur Aussage: "Ich kann mir ein Leben ohne digitale Technologien nicht mehr vorstellen"

  • Deutschland

    71 Prozent

  • Großbritannien

    81 Prozent

  • Irland

    80 Prozent

  • Italien

    70 Prozent

  • Niederlande

    73 Prozent

  • Portugal

    76 Prozent

  • Spanien

    72 Prozent

  • Tschechische Republik

    71 Prozent

Allerdings zeigen zahlreiche Studien zum Umgang mit digitalen Medien und Technologien, dass "die weit verbreitete Annahme, Kinder und Jugendliche würden durch das Aufwachsen in einer von neuen Technologien geprägten Welt automatisch zu kompetenten Nutzerinnen und Nutzern digitaler Medien, nicht zutrifft", wie es auch bei der "Initiative digitale Bildung neu denken" heißt. So verfügen rund 30 Prozent der Achtklässler nur über rudimentäre Kenntnisse in Bezug auf den kompetenten Umgang mit neuen Technologien.

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Beispielaufgabe Kompetenzstufe III im ICILS-Test

  • Aufgabe

    Die Aufgabenstellung lautete: "Gehe zur WebDocs Internetseite". Diesen Text lasen die Schüler in einer E-Mail, in der die URL als Klartext angegeben war. Das bedeutet, dass kein direkter Link zum Anklicken hinterlegt war.

  • Lösungsweg

    Die Schüler mussten also die Adresse in den Webbrowser eingeben - entweden durch Kopieren und Einfügen, oder indem sie den Text abtippten. Danach mussten sie die Navigation aktivieren - durch Drücken der Enter-Taste oder durch das Anklicken des grünen Pfeils neben der Adressleiste im Browser.

  • Anspruch

    Mit der Aufgabe sollten die Kinder ihr Wissen zur Nutzung von Computern unter Beweis stellen. Die Aufgabe erfordert sowohl Wissen über den Umgang mit URL-Adressen als auch Anwendungskompetenzen: Eine gewünschte Seite aufrufen, indem die Adresse an der richtigen Stelle im Browser platziert wird.

  • Wie schnitten die deutschen Achtklässler ab?

    Die Hälfte der Schüler (50 Prozent) war in der Lage, diese Aufgabe zu lösen. International waren es 49 Prozent.

Die Initiative fördert deshalb seit 2013 die Digitalisierung des Unterrichts auf spielerische Weise: Schulen können sich mit digitalen Projekten bei dem Wettbewerb "Ideen Bewegen" bewerben. Ausgewählte Projekte bekommen für sechs Wochen ein komplett ausgestattetes digitales Klassenzimmer von Samsung, konkret Samsung School Solution, zur Verfügung gestellt. "Das klingt sehr kurz, aber wenn der Zeitraum länger wäre, verliert die Sache den Projektcharakter und dann trauen sich viele Lehrer nicht mehr", sagt Steffen Ganders, Head of Corporate Affairs bei Samsung.

So wächst das Geschäft mit dem E-Learning

  • 2009

    Umsatz der E-Learning-Unternehmen in Deutschland: 346,1 Millionen Euro

    Quelle: Statista

  • 2010

    Umsatz: 417,2 Millionen Euro

    Quelle: Statista

  • 2011

    Umsatz: 456,4 Millionen Euro

    Quelle: Statista

  • 2012

    Umsatz: 512,9 Millionen Euro

    Quelle: Statista

  • 2013

    Umsatz: 582,1 Millionen Euro

    Quelle: Statista

"Der Einsatz von Medien im Unterricht sollte so gewählt sein, dass es sinnvoll ist. Früher hieß Mediennutzung in der Schule ja noch 'Komm, wir gehen ins Sprachlabor'. Das muss heute natürlich anders sein", sagt Ganders. "Man kann zum Beispiel im Sportunterricht beim Hochsprung die Schüler aufnehmen und ihre Leistung später analysieren und so herausfinden, was sie besser machen können. So wird es im Profi-Fußball ja auch schon lange gemacht."

Darüber hinaus sei es jedoch viel wichtiger, Schülern beizubringen, wie sie Informationen im Internet finden, wie sie Quellen bewerten müssen und wie sie erkennen, was vertrauenswürdig ist und was nicht. "Wenn man Schule als den Ort versteht, der die Jugend auf ihr späteres Leben vorbereitet, dann muss sie auch pragmatisch den Umgang mit Technologien vermitteln."

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