Erasmus plus: EU will mehr Studenten ins Ausland schicken

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Erasmus plus: EU will mehr Studenten ins Ausland schicken

Hunderttausende junge Leute profitierten schon von den Austauschprogrammen der EU. Nun gibt es einen neuen Ansatz - und es fließt mehr Geld.

Die europäischen Programme für mehr grenzüberschreitendes Lernen werden neu geordnet und finanziell aufgestockt. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) stellte das neue EU-Jugendaustauschprogramm "Erasmus+" am Donnerstag bei einer nationalen Auftaktveranstaltung in Berlin vor. Ein Auslandsaufenthalt von Studenten und Auszubildenden schlage Brücken zwischen den Partnerländern, sagte sie. Zudem biete er jedem Teilnehmer die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln und dazuzulernen. „Das beugt Jugendarbeitslosigkeit vor und schafft Perspektiven für die Jugend Europas.“

So sieht das Austauschprogramm Erasmus plus aus

  • Die zentralen Programmziele von "Erasmus+"

    Die Teilnehmer sollen - wie es bürokratisch heißt - ihre Kompetenzen verbessern. Das betrifft etwa Studenten, die ihre Fremdsprachenkenntnisse durch mehr Praxis erweitern oder sich in anderen wissenschaftlichen Methoden ausprobieren. Auszubildende sollen andere Systeme der beruflichen Bildung kennenlernen. Zudem werden innovative, grenzüberschreitende Bildungs- und Jugendprojekte mit Hochschulen wie Unternehmen gefördert.

  • Was ist gegenüber bisherigen Programmen neu?

    Die Finanzierung der Programme und Projekte ist langfristig bis 2020 gesichert, Auslandsaufenthalte sind im Voraus länger planbar, die Antragsmodalitäten wurden vereinfacht. Zudem werden grenzüberschreitende "Wissensallianzen" zwischen verschiedenen Hochschulen aufgebaut. Neu sind zinsgünstige Darlehen für ein gesamtes Masterstudium im Ausland - bis zu 18.000 Euro für zwei Jahre.

  • Welche Staaten machen mit?

    Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sind dabei - sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und Mazedonien. Die Schweiz fehlt zur Zeit. Im Hochschulbereich können weitere Staaten auch außerhalb Europas einbezogen werden.

  • Was bedeutet "Erasmus+" für Deutschland?

    Das Bundesbildungsministerium geht davon aus, das im Zuge von "Erasmus+" bis 2020 rund 275.000 Studierende, 150.000 Auszubildende sowie 130.000 Schüler und junge Menschen im Beruf von Auslandssemestern, Praktika und Begegnungen profitieren werden.

  • Wie sieht die Förderung aus?

    Für Studenten aus Deutschland betrug die monatliche Förderung im Schnitt 220 Euro - häufig viel zu wenig, um die Mehrkosten für ein Studium oder Praktikum im Ausland abzudecken. Die Mietkosten in europäischen Metropolen und traditionsreichen Hochschulstädten wie Bologna, Paris und Barcelona sind erheblich. Seit Jahren gibt es Forderungen nach Mietzuschüssen oder dem Bau von mehr Studentenwohnungen. Mit der Erhöhung der bisherigen Fördersätze wird jetzt fest gerechnet. Beim Berufsbildungsprogramm „Leonardo da Vinci“ wird etwa ein dreiwöchiger Lernaufenthalt in Großbritannien derzeit mit knapp 1000 Euro unterstützt. Von einzelnen Hochschulen, Betrieben und Kammern gibt es zusätzliche Hilfen.

  • Wo kann man die Förderung beantragen?

    Studierende bekommen Infos an den akademischen Auslandsämtern ihrer Hochschule. Die örtlichen Kammern geben Auskunft und Tipps für Auszubildende und junge Menschen im Beruf.

  • Welches Gastland ist bei Deutschen besonders gefragt?

    Im vergangenem Jahr war für Studenten aus Deutschland Spanien das beliebteste Erasmus-Gastland - gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Bei Auszubildenden rangierte Großbritannien auf Platz eins. Beliebt sind aber auch Italien, Finnland, Österreich und Irland.

  • Welche Auslands-Förderungen gibt es noch?

    Studenten, die Anspruch auf Bafög haben, können mit ihrer Förderung vom ersten Semester an auch im Ausland studieren. In den vergangenen Jahren taten dies allerdings nur 6,5 Prozent der Bafög-Empfänger, etwa 40.000 pro Jahr. Dabei absolvieren inzwischen etwa 30 Prozent aller Studenten in Deutschland mindestens ein Auslandssemester oder ein mehrwöchiges Praktikum in einem EU-Nachbarland. Einige kleine Stiftungen bieten auch Stipendien für fachbezogene Auslandsaufenthalte - etwa für das Schreiben einer Abschlussarbeit in den Ingenieurwissenschaften.

„Erasmus+“ vereint die bisherigen EU-Austauschprogramme „Erasmus“ für Studenten sowie „Leonardo da Vinci“ und „Comenius“ für Auszubildende, Schüler und junge Menschen im Beruf. Die EU stellt dafür bis 2020 rund 14,8 Milliarden Euro zur Verfügung und will vier Millionen junge Menschen erreichen. In Deutschland werden nach Schätzung des Bildungsministeriums mehr als eine halbe Million Studenten und Auszubildende profitieren.

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Wanka bezeichnete die Vorgängerprogramme als eine „europäische Erfolgsgeschichte“. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) äußerte die Hoffnung, dass mit der jetzt verbesserten Finanzausstattung jetzt auch jene jungen Frauen und Männer erreicht werden, die bislang einen Auslandsaufenthalt während ihrer Ausbildung nicht in Erwägung zogen. Schwesig: „Der internationale Austausch ist auch ein gutes Mittel gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.“

Nach Einschätzung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Sylvia Löhrmann (Grüne/Nordrhein-Westfalen), stärkt er nicht nur die Fremdsprachenkenntnisse, sondern auch die interkulturelle Kompetenz. „Schüler sollten einmal in ihrer Schulzeit die Möglichkeit haben, Europa in all seiner Vielfalt zu erleben, Freundschaften zu knüpfen und neue Perspektiven zu gewinnen.“

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Das Bundesbildungsministerium geht davon aus, dass in Deutschland bis 2020 rund 275.000 Studierende, 150.000 Auszubildende und weitere 130.000 junge Menschen von „Erasmus+“ profitieren werden.

Bei der nationalen Auftaktveranstaltung wurden symbolisch ehemalige Teilnehmer von Austauschprogrammen ausgezeichnet: Der 450.000. Erasmus-Student aus Deutschland, die 1 Millionste Teilnehmerin seit Bestehen der Jugendprogramme europaweit, die 150.000. deutsche Teilnehmerin des Berufsbildungsprogramms Leonardo da Vinci sowie das 4400. Comenius-Schulprojekt in Deutschland.

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