Ermittlungen: Doktortitel gegen Bestechungsgeld

Ermittlungen: Doktortitel gegen Bestechungsgeld

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Studierende mit Doktorhut

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen rund 100 Professoren wegen des Verdachts, Doktortitel gegen Geldzahlungen vergeben zu haben. Ein Unternehmen hatte 20 000 Euro für die Betreuung von Promotionswilligen kassiert.

Bundesweit stehen rund 100 Professoren wegen des Verkaufs von Doktortiteln im Visier der Justiz. Ihnen werde vorgeworfen, möglicherweise ungeeignete Kandidaten als Doktoranden angenommen zu haben, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld am Sonntag und bestätigte Medienberichte. Ein „Institut für Wissenschaftsberatung“ in Bergisch Gladbach soll den Hochschullehrern dafür Schmiergelder gezahlt haben.

Ermittler hatten bereits im März 2008 den Sitz des Instituts durchsucht. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte, sollte der Verdacht der Ermittler sich bestätigen, entstände der Wissenschaft ein großer Schaden. „Solches Verhalten würde die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zutiefst diskreditieren“, teilte sie in Berlin mit.

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Aushilfsprofessoren und Privatdozenten im Visier

Der Deutsche Hochschulverband forderte schärfere Regeln für Promotionen. Sinnvoll sei eine eidesstattliche Versicherung, dass die Promotion ohne unerlaubte Hilfe entstanden sei, sagte Geschäftsführer Michael Hartmer dem Sender MDR Sputnik. „Das hätte abschreckende Wirkung.“

„Wir haben nach der Razzia eine Unmenge an Material ausgewertet“, sagte Oberstaatsanwalt Feld. „Dabei hat sich der konkrete Verdacht gegen die jetzt Beschuldigten ergeben.“ Bei ihnen handelt es sich um Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen. Die meisten Verdächtigen seien keine sogenannten ordentlichen Professoren, sondern Aushilfsprofessoren oder Privatdozenten. Sie sollen ihre Dienstpflichten verletzt haben, wonach sie Doktoranden unentgeltlich betreuen müssen. Außerdem sei die freie Auswahl der Promotionsstudenten durch die Geldzahlungen womöglich beeinträchtigt worden.

20 000 Euro für Promotion

Die Bergisch Gladbacher Wissenschafts-Beratungsfirma hatte bundesweit mit Anzeigen in Zeitungen und Fachzeitschriften für die Vermittlung von Doktortiteln geworben. Den Promotionswilligen wurde versprochen, einen geeigneten Professor zu suchen und bei der Themenfindung behilflich zu sein. Dafür mussten die Kandidaten jeweils bis zu 20 000 Euro an das Institut zahlen. Für die Übernahme eines Promotionskandidaten sollen bis zu 4000 Euro illegal vom Institut an die Professoren geflossen sein.

„In manchen Medien wird der Eindruck erweckt, die Kunden des Instituts hätten gar keine Doktorarbeiten geschrieben“, erklärte Feld. „Das stimmt so nicht. Es geht nur um die Frage, ob die Professoren bei der Auswahl ihrer Kandidaten bestochen wurden.“

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