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Exzellenzinitiative: Die elf deutschen Spitzen-Unis stehen fest

von Max Haerder und Konrad Daubek

Jetzt ist es endgültig: Elf deutsche Universitäten dürfen das Prädikat „Exzellenzuniversität“ tragen. Der Wettbewerb um Forschungs-Milliarden hat das deutsche Wissenschaftssystem in Wallung versetzt. In Zukunft muss es darum gehen, die Stärken jenseits der Spitzenforschung zu erhalten.

Universität zu Köln

Die Uni Köln genießt einen guten Ruf in den Wirtschaftswissenschaften und gehört mit rund 38.000 Studenten zu den größten der Republik. Schon bei der ersten Exzellenzinitiative der Bundesregierung bekamen die Kölner mehrere Millionen aus dem Fördertopf. Mit der Ernennung zur Elite-Universität werden es noch mehr sein. Mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt hat sich die Uni bereits profiliert, wie das alljährliche WirtschaftsWoche-Ranking zeigt. Bei der aktuellsten Umfrage unter deutschen Personalchefs belegt sie in den Fächern BWL und VWL den zweiten Platz, bei Jura Platz 3 und bei Wirtschaftsinformatik Platz 5.

Die Kölner Uni geht auf eine Handelshochschule zurück. Gegründet im Jahr 1901, wurde sie 1919 zur Universität umgewandelt. Ihre Vorgängerin wurde 1388 als vierte Universität im deutsch-römischen Kaiserreich gegründet. 1798 wurde sie unter napoleonischer Besetzung geschlossen.

Bild: dpa

Der Jubel in Berlin oder in Dresden, die Niedergeschlagenheit in Freiburg oder Karlsruhe, sie sind nicht zu hören im Bonner Wissenschaftszentrum, als Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) um kurz nach halb vier, mit mehr als 30 Minuten Verspätung, die Sieger verliest.

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Am Ende wurden sie also noch einmal ziemlich auf die Folter gespannt, dann erst stand das Urteil über die Arbeit mehrerer Monate, hunderter Professoren, dutzender Anträge, Visionen und Konzepte fest: elf Universitäten dürfen sich bis 2017 mit dem Prädikat „Exzellenzuniversität“ schmücken.

Wochenlang hatte ein Experten-Gremium aus Wissenschaftlern und Politikern die Anträge der Hochschulen geprüft und nach einem Ampel-Prinzip bewertet. Bewerbungen von Unis, die auf jeden Fall Geld erhalten sollten, wurden grün markiert. Rote Bewerbungen flogen sofort raus. Über gelb markierte Bewerbungen wurde bis zur kurz vor der Verkündung am Freitag verhandelt. Eine heikle Angelegenheit, die politischen Zündstoff bietet, auch wenn offiziell nur nach wissenschaftlichen Kriterien entschieden wird.

Verlierer bekommen keine Förderung

Bei der ersten Entscheidungsrunde der Exzellenzinitiative im Jahr 2006 waren nur zwei Münchener und eine Karlsruher Uni mit dem Elite-Prädikat ausgezeichnet worden. Die Enttäuschung der anderen Bewerber war groß, sie warfen der Jury vor, bestimmte Unis zu bevorzugen. Einige Bundeländer drohten sogar, das ganze Projekt platzen zu lassen. Bei einer zweiten Auswahlrunde ging es weniger spektakulär zu. Strittige Fragen gab es trotzdem: So war im ganzen Osten Deutschlands bisher keine einzige Elite-Universität zu finden, während allein in Baden-Württemberg vier Hochschulen den begehrten Titel trugen. Mit der Entscheidung von Freitag sollten die Gemüter beruhigt sein.

Sechs Universitäten sind unter den Siegern, die ihren Titel aus der ersten Förderrunde (von 2007 bis heute) verteidigt haben: Die TU und die Ludwigs-Maximilians-Universität in München, die Freie Universität Berlin, Heidelberg, Konstanz und die RWTH Aachen. Die stolzen neuen heißen: Humboldt-Universität Berlin, Überraschungssieger wie Köln und Bremen, Tübingen, und (als einzige Ost-Alma Mater) die TU Dresden. Als große Verlierer müssen sich dagegen die ehrwürdigen Lehrstätten Freiburg und Göttingen fühlen – und vor allem das innovative Karlsruher Institute of Technology (KIT). Sie alle werden die Exzellenzehre nach fünf Jahren Förderung wieder abgeben – und auf einige Millionen Euro verzichten.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2012, 16:55 UhrDebattierer

    Lieber wiwo Leser mit Akronym qed

    Wenn es Sie stört, das Martha Nussbaum an die Uni Köln geholt wird, legen Sie ihre Idee, Nussbaums Philosphie besaesse Schwächen, in einem Manuskript dar und schicken es an eine Fachzeitschrift. Vielleicht läd die Uni Köln dann nach der Veröffentlichung Sie ein für ein Semester oder zu einem Streitgespräch.

    Nussbaum selbst hat in den 90-ern zu Judith Butler eine Kritik verfasst und wird für eine Kritik ihres Werks etwas erübrigen.

  • 16.06.2012, 05:11 Uhr qed

    die Universität zu Köln gehört zu den Siegern der zweiten Hochschul-Exzellenzinitiative, unter anderem mit a.r.t.e.s. der philosophischen Fakultät und Martha Nussbaum wird Albertus-Magnus-Professorin 2012.

    In Zeiten des alles dominierenden Kulturmarxismus, in denen man das Gegenteil aller hinausposaunten Verlautbarungen von Politik und Mainstreampresse als wahr ansehen muß, liegt der Verdacht nahe, daß mit Exzellentem heutzutage Ideologie gemeint ist und damit liegt man wohl bei der Nussbaum genau richtig: die Heilslehren Feminismus und Multikulti springen einen im Oevre dieser Wanderprofessorin geradezu an und es ist keine Frage mehr, bei dieser Kür als Hauptgrund das weibliche Geschlechtsteil und die richtige Gesinnung zu vermuten.

    Es steht längst außer Zweifel: Albert Einstein wäre an den durchgegenderten Quotenuniversitäten des Westens bestenfalls eine Lachnummer.
    So etwas nennt man Dekadenz.

  • 16.06.2012, 04:51 Uhrsinnkrise

    schlicht,ein weiterer erfolgreicher dümmlicher versuch wissenschaft
    für die rendite- und eigeninteressen einer kleinen schaar profitorientierter unternehmen und geltungssüchtiger politiker einzuspannen.

    ebenso professoren zu bittstellern degradieren-drittmitteleinwerbung-und ein großteil der studenten mürbe zu machen und auf das zukünftige prekariats- und praktikantendasein vorzubereiten.

    so wird das nix mit wissensgesellschaft,ergebnisoffener forschung und zukünftiger akademischer leistungselite

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