Forschungsbericht: Ausländische Forscher stehen auf Deutschland

Forschungsbericht: Ausländische Forscher stehen auf Deutschland

von Christian Schlesiger

Der Forschungsbericht der Bundesregierung strotzt vor positiven Meldungen: Deutschland ist für ausländische Wissenschaftler wieder attraktiv. Doch Nachholbedarf gibt es weiter.

Johanna Wanka schaut zu ihrem Pressesprecher. „Rede ich zu lange?“, fragt sie ihn. Der schüttelt den Kopf. Die Bundesforschungsministerin setzt also erneut an und spricht weiter. Es macht ihr sichtlich Spaß. Heute ist ein Tag der guten Laune und positiven Botschaften.

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„Deutschland steht weltweit vorne“, sagt sie vor der versammelten Hauptstadtpresse. Und wenn Deutschland mal nicht ganz vorne liege, befände sich der Wissenschaftsstandort „immer unter den Top fünf“.

Wanka packte heute in Berlin den „Bundesbericht Forschung und Innovation 2014“ der Regierung aus. Und die Zahlen, die sich in den 716 Seiten verstecken, verheißen nur Gutes: Beim Export von forschungsintensiven Gütern beispielsweise sei nur China stärker. Bei den transnationalen Patentanmeldungen lägen lediglich Japan und die USA vor Deutschland.

Staat und Private Bildungsausgaben so hoch wie nie

Staat und Private haben im Jahr 2012 so viel Geld in Bildung investiert wie nie zuvor. Vor allem Kinderbetreuung und Hochschulen haben davon profitiert. Der größte Finanzier bleibt die öffentliche Hand.

Der größte Teil der Ausgaben wurde in Kindergärten, Schulen, Hochschulen und der dualen Ausbildung investiert. Quelle: dpa

Das Drei-Prozent-Ziel, also das Verhältnis von Forschungsausgaben zu Bruttoinlandsprodukt (BIP), sei schon längst erreicht worden. Und weil der Forschungsstandort deutlich attraktiver geworden sei, komme auch die ausländische Forscherelite wieder nach Deutschland. Über ein Förderprogramm habe man jüngst gar „die Infektionsforscherin weltweit“ nach Deutschland gelockt, schwärmt die Ministerin.

So hat sich auch der Anteil von Ausländern in der Wissenschaft deutlich verbessert. Vor zehn Jahren galten die Forschungsbedingungen in Deutschland als wenig attraktiv. Wer an Hochschulen forscht, muss sich parallel auch um die Lehre der Studenten kümmern – in anderen Ländern ist das anders. Auch die finanzielle Ausstattung ist teils erbärmlich.

Doch das hat sich verändert. Die Zahl der ausländischen Forscher in Deutschland stieg von 2006 um 60 Prozent auf 35.000 an.

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