Forschungspolitik: Top-Professoren verdienen auch Top-Gehälter

exklusivForschungspolitik: Top-Professoren verdienen auch Top-Gehälter

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Rüdiger Bachmann ist seit dem Frühjahr 2014 VWL-Professor in Aachen.

von Bert Losse

Zur Förderung der Spitzenforschung in Deutschland hat der Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann die Schließung kleinerer Fakultäten und die bessere Bezahlung von Spitzenforschern vorgeschlagen.

„Die deutsche Hochschullandschaft muss sich radikal verändern – gerade in den Wirtschaftswissenschaften“, sagte der Frankfurter Ökonom der WirtschaftsWoche. „Es muss nicht jede Regionaluniversität einen internationalen Forschungsanspruch haben, sie kann sich auch auf die Grundlehre beschränken und mit reinen Lehrprofessuren arbeiten.“

Der 39-jährige, der vor seiner aktuellen Professur an der Universität Frankfurt unter anderem in Yale und an der University of Michigan geforscht hat, hält es für notwendig, an guten Universitäten größere Institute zu schaffen. „Ich mache mir mit dieser Aussage keine Freunde, aber wir müssten viele VWL-Fakultäten in Deutschland dichtmachen und die wirtschaftswissenschaftliche Forschung an vielleicht zehn Standorten konzentrieren. Dann kämen auch mehr Spitzen-Ökonomen aus dem Ausland.“

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Diese müssten dann allerdings auch wie Spitzenforscher bezahlt werden. „Wir müssen künftig größere Gehaltsunterschiede innerhalb der Professorenschaft akzeptieren. Spitzenforschung in der Ökonomie ist – anders als etwa bei Germanistik oder Jura – ein internationaler Markt, da müssen wir Marktgehälter zahlen.“ Deshalb müsse man auch in der Wissenschaft größere Gehaltsunterschiede hinnehmen. „Wenn einer richtig klasse ist, soll er auch mehr Geld bekommen als Kollegen mit geringerer Reputation. In den USA kann ein aufstrebender Assistenzprofessor der Ökonomie mehr verdienen als ein ordentlicher Professor an der philosophischen Fakultät.“

Das würde an deutschen Universitäten wie eine Revolution wirken. „An der Universität Michigan bringen es Spitzenreiter auf rund 300.000 Dollar im Jahr, bei privaten Hochschulen geht es dem Vernehmen nach bis auf 500.000 Dollar hoch“, schildert Bachmann. Zum Vergleich: „Der normale VWL-Professor in Deutschland liegt bei 80.000 Euro, die besseren knapp über 100.000 Euro.“ Doch diesen Preis müssten deutsche Universitäten zahlen. „Spitzenforschung kostet Geld. Wir reden hier ja über die Besten der Besten. Die gehen nun mal dorthin, wo sie die besten beruflichen und privaten Rahmenbedingungen vorfinden.“

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