Gewalt an Schulen: Lehrer fordern Maßnahmen gegen gewalttätige Schüler

Gewalt an Schulen: Lehrer fordern Maßnahmen gegen gewalttätige Schüler

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Gewalt an Schulen ist ein Problem, das oft verschwiegen wird.

Bis vor ein paar Jahrzehnten durften Lehrer ihre Schüler schlagen. Mittlerweile passiert oft das Gegenteil, wie eine Umfrage des Lehrerverbands VBE zeigt.

Noch vor zwei oder drei Generationen durften Lehrer ihre Schüler körperlich bestrafen. Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei, die Prügelstrafe ist verboten. Nun werden immer öfter Lehrer zu Opfern der Gewalt ihrer Schüler. 6 von 100 Lehrern sind von Schülern schon einmal körperlich angegriffen worden. Hochgerechnet seien damit mehr als 45.000 Lehrer an allgemeinbildenden Schulen bereits Opfer der körperlichen Gewalt ihrer Schüler geworden, teilte der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) am Montag in Düsseldorf mit. 21 Prozent der befragten Lehrer wissen von Kollegen, die körperlich angegriffen wurden.

Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter insgesamt fast 2000 Lehrerinnen und Lehrern bundesweit. Zu den körperlichen Angriffen gehörten etwa Fausthiebe, Tritte, An-den-Haaren-Ziehen oder das Bewerfen mit Gegenständen.

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Noch sehr viel höher sind die Zahlen, wenn es um psychische Aggressionen wie Bedrohungen, Beleidigungen, Beschimpfungen oder Mobbing geht. 55 Prozent der befragten Lehrer sagten, dass es an ihrer Schule in den letzten fünf Jahren vorkam, dass Kollegen direkt beschimpft, bedroht, beleidigt, gemobbt oder belästigt wurden. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten haben so etwas bereits selbst erlitten. Zwei Prozent der Lehrer gaben an, selbst an ihrer Schule schon einmal Ziel von Cybermobbing im Internet gewesen zu sein.

Gewalt gegen Lehrer sei keine Ausnahmeerscheinung, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann: “Wir lassen uns nicht mehr erzählen, dass Gewalt gegen Lehrkräfte Einzelfalle sind. Erschütternde Gewissheit ist: Das sind sie nicht.“

Unter Lehrern ist das Problem zwar allgemein bekannt, wird aber meist tabuisiert, wie 57 Prozent der Befragten angeben.

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Quelle: dpa Picture-Alliance

So ist es auch zu erklären, dass 15 Prozent der Befragten sagen, dass sie bei psychischen Angriffen durch Schüler nichts unternommen haben. Erfolgte der psychische Angriff durch Eltern, geben sogar 35 Prozent der befragten Lehrer an, den Vorfall nicht gemeldet zu haben.

„Gewalt gegen Lehrkräfte wird häufig als jobimmanent abgetan und kleingeredet. Es ist skandalös, so zu tun, als sei es Bestandteil des Berufes, sich beleidigen, belästigen und körperlich angreifen zu lassen“, kommentiert Beckmann. Seine Forderung: „Der Dienstherr muss sich schützend vor und vor allem unterstützend hinter die Lehrkräfte stellen.“

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