Hochschulbarometer 2015: Hochschulleiter sind zufriedener mit der Politik

Hochschulbarometer 2015: Hochschulleiter sind zufriedener mit der Politik

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Die Stimmung an den deutschen Hochschulen hat sich laut einer aktuellen Umfrage verbessert.

Die Stimmung an den deutschen Hochschulen hat sich gebessert: Sie vertrauen wieder mehr in die Zusammenarbeit mit der Politik. Je nach Hochschultyp gibt es jedoch gravierende Unterschiede.

Die deutschen Hochschulleitungen haben wieder mehr Vertrauen in die Zusammenarbeit mit der Politik. Zwei Drittel aller Rektoren schätzen die Kooperation mit der jeweiligen Landespolitik als eher gut oder sogar gut ein. Das ist das Ergebnis des aktuellen Hochschulbarometers, das der Stiftverband für die Deutsche Wissenschaft und die Heinz Nixdorf Stiftung jährlich veröffentlichen. Nachdem die Werte seit dem Start des Hochschulbarometers im Jahr 2011 rückläufig waren, stiegen sie nun erstmals wieder. 2013 waren es beispielsweise noch elf Prozentpunkte weniger gewesen.

Laut den Herausgebern der Umfrage sind politische Beschlüsse und Ankündigungen aus dem Jahr 2014 der Grund für die positive Entwicklung. Dadurch, dass der Bund die Finanzierung des BAföGs vollkommen übernimmt, hätten die Länder wieder mehr öffentliche Mittel zur Verfügung, die wiederum den Hochschulen zu Gute kommen. Die Ankündigung von Bund und Ländern, den Hochschulpakt und die Exzellenzinitiative fortzuführen, weckt bei den Hochschulen die Hoffnung, weitere Fördermittel zu erhalten.

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Neben dem neu gewonnenen Vertrauen in die Politik ist auch die Zuversicht in den Hochschulstandort Deutschland gestiegen: 71 Prozent der Rektoren schätzen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen im internationalen Vergleich als gut ein. Im Jahr 2013 war es gerade einmal die Hälfte.

Hochschulbarometer

  • Was ist das Hochschulbarometer?

    Das Hochschulbarometer ist ein Stimmungsbarometer deutscher Hochschulleitungen. Jährlich befragen der Stiftverband für die Deutsche Wissenschaft und die Heinz Nixdorf Stiftung Rektoren und Präsidenten staatlicher und staatlich anerkannter Hochschulen, wie sie ihre Lage und ihre Perspektiven einschätzen. Die Antworten werden auf einer Bewertungsskala von -100 und +100 dokumentiert.

Auch wenn die große Mehrheit ihre Lage besser als im Vorjahr beurteilt, gibt es Unterschiede zwischen den jeweiligen Hochschultypen. Große staatliche Universitäten sind im Vergleich zu anderen Hochschultypen immer noch so unzufrieden wie in den vergangenen Jahren. Sie bemängeln eine unzureichende Finanzierung, eine schlechte Ausstattung sowie Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von wissenschaftlichem Personal. "Erst die Entscheidung von Bund und Ländern über die Ausgestaltung der Neuauflage des Exzellenzwettbewerbs wird zeigen, ob ein nachhaltiger Stimmungsaufschwung bei den Hochschulen gelingen kann", sagt Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes.

Ein ganz anderes Bild ergibt sich hingegen bei den privaten Unis: Sie zeigen sich auch weiterhin am zufriedensten. Verantwortlich für den allgemeinen Aufwärtstrend sind die herausgehobenen staatlichen Schulen, die im Wettbewerb der Exzellenzinitiative erfolgreich waren sowie die Hochschulen mit geförderten Exzellenzclustern.

Im Bereich Internationalisierung sehen sich die meisten Hochschulen gut aufgestellt. Drei von vier Einrichtungen geben an, dass Internationalität ein besonderes Profilmerkmal ihrer Hochschule ist. Doch subjektive Einschätzung der Rektoren und objektive Kennzahlen liegen weit auseinander: Im bundesweiten Durchschnitt sind gerade einmal 16 Prozent aller Studiengänge international ausgerichtet. Der Anteil der ausländischen Professoren liegt bei fünf Prozent. Die Schulen begründen ihre Internationalisierung mit ihrer vernetzten Forschung.

Doch je nach Hochschultyp variieren die Ausgaben. Am meisten geben private Einrichtungen für Internationalisierung aus, große staatliche Unis und Fachhochschulen am wenigsten.

Im Durchschnitt investierte eine Hochschule im Jahr 2014 89 Euro pro Studierendem. Hochschulen mit einem hohen Technikanteil gaben pro Studierendem ein Viertel weniger für Internationalisierung aus.

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Auch wenn viele Hochschulen überzeugt sind, dass sie im Bereich Internationalisierung gut dastehen, haben sie sich weitere Ziele für die Zukunft gesetzt. Laut Hochschulbarometer wollen fast alle befragten Rektoren ihre Einrichtung für mehr ausländische Studierende öffnen. Ihr Anteil soll dann 14 Prozent betragen – das ist ein Zuwachs von mehr als einem Drittel. Noch größere Steigerungsraten wünschen sich die Leiter bei internationalem wissenschaftlichen Personal, bei Auslandsaufenthalten der Studierenden und internationalen Studiengängen. Der Anteil ausländischer Professoren soll sich sogar verdreifachen.

"Internationalität ist immer auch ein Innovationsfaktor. Die Hochschulen in Deutschland haben dies erkannt und Internationalisierung zu einem strategischen Ziel gemacht. Doch bei der Umsetzung stehen sie noch vor bedeutenden Herausforderungen", sagt Horst Nasko, der im Vorstand der Heinz Nixdorf Stiftung aktiv ist.

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