Bild: dapdRWTH Aachen
Aachen liegt in allen technischen Disziplinen vorne. Das ist auch der Anspruch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), die als eine der wenigen deutschen Elite-Unis gilt. Mit ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts eine der weltweit besten „integrierten interdisziplinären technischen Hochschulen“ zu werden. Diese Anstrengungen fördert die Bundesregierung mit ihrer Exzellenz-Initiative.
Exzellenz bescheinigt die WirtschaftsWoche der RWTH auch in ihrem Uni-Ranking: Sie belegt den ersten Platz in Naturwissenshaften, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Bei Informatik steht Aachen auf dem zweiten Platz
Bild: Bert Bostelmann für WirtschaftsWocheUni Mannheim
Junge Universität, alter Sitz. Erst 1967 wurde die Mannheimer Handelshochschule zur Universität erhoben. Die im Mannheimer Barockschloss heimische Hochschule gehört damit zu den jüngeren deutschen Unis. Aufgrund ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Ursprünge, zeigt sich in diesem Bereich auch die Kompetenz der Uni.
Im Hochschul-Ranking der WirtschaftsWoche belegt sie in den Fächern VWL und BWL jeweils den ersten Platz. Außerdem ist sie in den Top 10 jeweils in Wirtschaftsinformatik (3), Informatik (8) und Jura (8).
Bild: dpaKarlsruher Institut für Technologie (KIT)
Die Uni Karlsruhe war die Informatik-Pionierin unter den deutschen Hochschulen. 1969 etablierte sie als erste deutsche Hochschule einen Informatik-Diplomstudiengang, drei Jahre später entstand in Karlsruhe die erste deutsche Fakultät für Informatik. Nachdem, sie sich 2005 den Zusatz „Forschungsuniversität“ gab fusionierte sie 2009 mit dem Kernforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Die Informatik-Pionierarbeit hat sich gelohnt: Das KIT belegt in dem Fach den ersten Platz im WirtschaftsWoche-Ranking. Bei Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen kommt das KIT auf den zweiten Platz, bei Naturwissenschaften auf den dritten.
- Bild: Technische Universität München, Albert Scharger
Technische Uni München (TUM)
Die Bundesregierung zeichnete die Technische Uni München (TUM) gleich doppelt aus: Einerseits gehörte sie 2007 zu den ersten drei geförderten Hochschulen ihrer Exzellenz-Initiative, andererseits ernannte sie der Bund als Teil seiner Existenzgründer-Initiative „Exist“ zur Gründerhochschule. Denn an der TUM soll nicht nur geforscht, sondern damit auch Geld verdient werden. Dafür hat sie mit der UnternehmerTUM GmbH etwa eine eigene Unternehmensberatung für ihre Studenten gegründet, die auch über einen Förder-Fonds verfügt.
Im Fach Wirtschaftsinformatik verleiht die WirtschaftsWoche der TUM den ersten Platz unter der deutschen Hochschulen, bei Naturwissenschaften gibt es den zweiten Platz, bei Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsinformatik den dritten Platz, sowie bei BWL den zehnten Platz.
Bild: Creaitve Commons: CC BY-SA 3.0Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Konrad Adenauer, Theodor Heuss und Gustav Heinemann studierten hier schon: Die 1472 gegründete Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zählt zu den renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im internationalen Times-Higher-Education-Ranking wurde sie 2011 als beste deutsche Universität ausgezeichnet, beim Ranking der Shanghaier Jiao-Tong-Universität landet sie in Deutschland auf dem zweiten Platz nach der TU München.
Bei der WirstchaftsWoche belegt sie den ersten Platz im Fach Jura, sowie den dritten Platz bei BWL und VWL, sowie den vierten bei Naturwissenschaften.
Bild: dpa/dpawebUni Köln
Dicht hinter Mannheim, liegt in den Wirtschaftswissenschaften die Uni Köln. Bei VWL und BWL belegt sie im WirtschaftsWoche-Ranking den zweiten Platz, bei Jura Platz 3 und bei Wirtschaftsinformatik Platz 5. Genau wie in Mannheim, geht auch die Kölner Uni auf eine Handelshochschule zurück. Gegründet im Jahr 1901, wurde sie 1919 zur Universität umgewandelt.
Ihre Vorgänger-Uni wurde 1388 als vierte Universität im deutsch-römischen Kaiserreich gegründet. 1798 wurde sie unter napoleonischer Besetzung geschlossen. Die heutige Universität zu Köln wird ebenfalls von der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung gefördert.
Bild: Bert Bostelmann für WirtschaftsWocheTechnische Uni Darmstadt
Hoheitlich ist der Sitz des Technischen Uni Darmstadt. Wie in Mannheim, beherbergt auch in Darmstadt ein Residenzschloss die Hochschule. Ihr universitärer Status ist allerdings ganze 30 Jahre jünger als der Mannheimer. Seit 1877 ist sie eine Technische Hochschule, zur Universität wurde sie erst 1997.
Getreu ihrem Namen liegen ihre Stärken im technischen Bereich: Beim Wirtschaftsingenieurwesen landet sie im WirtschaftsWoche-Ranking auf dem dritten Platz, bei Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau kommt sie auf den vierten, bei Naturwissenschaften auf Rang 5.
Bild: WWU Münster, Peter GrewerUni Münster
Die 1780 gegründete Westfälische Wilhelms-Universität in Münster will sich derzeit als interdisziplinäre Volluniversität ausrichten. Dazu gehört etwa die Gründung von fächerübergreifenden Forschungszentren. Laut dem Uni-Ranking der WirtschaftsWoche fehlt ihr jedoch die Kompetenz in den technischen Wissenschaften. Dort landet sie in keinem Fach in den Top 10. Anders bei den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Hier liegen ihre Stärken, wie die Zweitplatzierung bei Jura, die Viertplatzierung bei BWL und die Fünftplatzierung bei VWL zeigen.
Bild: TUD, EckholdTechnische Uni Dresden
1821 als Technische Bildungsanstalt Dresden gegründet und 1961 zur Technischen Universität erhoben, zeigt sich auch heute im technischen Bereich die größte Kompetenz der Dresdener. Im Ranking der WirtschaftsWoche ist sie in den technischen Fächern überall in den Top 10 vertreten. Bei Elektrotechnik und Maschinenbau erreicht sie Platz 5, bei Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik Platz 6 und bei Naturwissenschaften Platz 8. Die Technische Uni Dresden wird von der Bundesregierung in der Exzellenzinitiative gefördert.
Bild: dpa/dpawebTechnische Uni Ilmenau
Das kleine thüringische Örtchen Ilmenau besticht durch eine renommierte Uni im Bereich Informatik. Nach der Wende startete sie 1996 den ersten deutschen Diplom-Studiengang im Bereich Medientechnologie, seit 2006 hat sie als erste deutsche Hochschule eine Professur für Computer- und Videospiele ausgeschrieben.
Dementsprechend belegt sie im Uni-Ranking der WirtschaftsWoche den vierten Rang bei Wirtschaftsinformatik, den fünften Rang bei Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen, sowie den siebten bei Elektrotechnik und Maschinenbau.
RWTH Aachen
Aachen liegt in allen technischen Disziplinen vorne. Das ist auch der Anspruch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), die als eine der wenigen deutschen Elite-Unis gilt. Mit ihrem Zukunftskonzept „RWTH 2020“ hat sie sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts eine der weltweit besten „integrierten interdisziplinären technischen Hochschulen“ zu werden. Diese Anstrengungen fördert die Bundesregierung mit ihrer Exzellenz-Initiative.
Exzellenz bescheinigt die WirtschaftsWoche der RWTH auch in ihrem Uni-Ranking: Sie belegt den ersten Platz in Naturwissenshaften, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau. Bei Informatik steht Aachen auf dem zweiten Platz
Der Europäische Hochschulverband (EUA) ist besorgt: Die europäische Schuldenkrise lässt nicht nur die Märkte verrückt spielen, sie hat auch einen starken Einfluss auf die Bildung in den EU-Staaten. Gerade Länder mit einem schlechten Rating kürzen bei Forschung und Lehre. "Bei der Finanzierung kann es zu tiefen Spaltungen zwischen den europäischen Ländern kommen", warnte EUA Präsidentin Professor Helena Nazaré.
Länder mit negativem Rating streichen Hochschulen die Mittel
Der Verband beobachtet die Entwicklung der Hochschulbudgets in Europa seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008. Und die Ergebnisse des „EUA Public Funding Observatory“ zeigen einen beunruhigenden Trend: Bis auf wenige Ausnahmen ist die Hochschulfinanzierung in vielen ost- und südeuropäischen Ländern stärker von der Krise beeinträchtigt als in den meisten Ländern Nord- und Westeuropas. Besonders die Länder, die ohnehin schon weniger Geld in die Bildung investieren als ihre Nachbarn, kürzen seit 2008 massiv.
Welche Länder das Budget kürzen
Einschnitte von mehr als 10 Prozent
In folgenden Ländern haben die Universitäten mehr als zehn Prozent weniger in der Kasse als noch vor einem oder zwei Jahren: Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Portugal, Spanien, Ungarn und Tschechei.
Einschnitte bis zu 10 Prozent
Die Hochschulen in Estland und Kroatien haben derzeit mit Etatkürzungen von bis zu zehn Prozent zu kämpfen.
Stabiles Budget
In Belgien und Finnland gibt es seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 nur minimale Veränderungen des Budgets für die Hochschulen.
Förderung erhöht
Einige EU-Staaten haben die Zuschüsse für Forschung und Lehre erhöht. Allerdings sind die Erhöhungen mitunter marginal und werden direkt von der Inflation geschluckt. Die Staaten, die mehr investieren sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, die Schweiz und die Slowakei.
Bildung ist Zukunft, kein Kostenaufwand
Das sei aber auch für Länder wie Deutschland oder Schweden, deren Universitäten es vergleichsweise gut geht, kein Grund zum Aufatmen. Von den Sparmaßnahmen sei kein System komplett verschont geblieben. "Auch Länder ohne oder mit nur geringen Kürzungen stehen zunehmend unter Druck", heißt es seitens des EUA. So stieg zwar die Zahl der Studierenden an, die Zahl der Dozenten und Unimitarbeiter aber stagniere oder sinke und es werde immer schwieriger, neue Investoren aufzutreiben. Deshalb dürfe die aktuelle Krise nicht die gesellschaftlichen Herausforderungen in den Hintergrund drängen, sagt Nazaré. Bildung sei der Schlüssel, um die Krise zu überwinden. "Deshalb geht es um eine sinnvolle Investition, nicht um bloßen Kostenaufwand", bekräftigt Nazaré.
Bild: gmsAufsteiger:
Uni Bamberg
Die Bamberger Otto-Friedrich-Universität konnte in den Wirtschaftswissenschaften aufholen. Belegte sie 2011 etwa bei BWL noch Platz 28 hat sie sich dieses Jahr auf Platz 20 vorgearbeitet. Bei VWL sind die Bamberger um fünf Plätze auf Platz 11 vormarschiert.
Bild: dpaUni Tübingen
Die 1477 gegründete Eberhard-Karls-Universität in Tübingen konnte sich bei Informatik und Wirtschaftswissenschaften vorkämpfen. Im VWL-Ranking hat sie mit Platz 6 sogar die Top 10 geentert, im Vorjahr erreichte sie dort noch Platz 5. Im BWL-Ranking arbeitete sich Tübingen sogar ganze zwölf Plätze auf Rang 20 hoch.
Den größten Satz machte die traditionsreiche Uni jedoch im Fach Informatik. Belegte sie dort vergangenes Jahr noch Rang 40, ist es dieses Jahr Rang 26.
Bild: obsTechnische Uni Chemnitz
Chemnitz zeigte sich vor allem in Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen als Aufsteiger. Bei den Naturwissenschaften kletterte die sächsische Uni um zwölf Ränge auf Platz 26, im Wirtschaftsingenieurwesen ging es immerhin vier Plätze aufwärts auf Platz 12.
Bild: PressebildUni Münster
Die Münsteraner kämpften sich zwar vom zweiten Platz vergangenes Jahr auf den mittlerweile ersten Platz bei Jura vor – den Spitzenreiter, die Ludwig-Maximilians-Universität München konnten die Westfalen jedoch trotzdem nicht verdrängen. Nun teilt sich die Westfälische Wilhelms-Universität den ersten Platz mit den Münchenern im Jura-Ranking.
Auch bei Informatik ging es für Münster um vier Plätze auf Rang 12 nach oben.
Quelle: WWU Münster/ Michael Hasch
Bild: dpaUni Duisburg-Essen
2003 fusionierten die Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und die Universität-Gesamthochschule Essen zur heutigen Universität Duisburg-Essen. Zwar ist sie im Uni-Ranking der WirtschaftsWoche in keinem Fach in den Top 10 vertreten, jedoch zeigt sie sich auf dem Vormarsch. Bei Informatik kletterte sie um sieben Plätze auf Rang 14 und bei Elektrotechnik um vier Plätze ebenfalls auf Rang 14.
Bild: dpa/dpawebAbsteiger:
Technische Uni Berlin
Zwar ist die Technische Uni Berlin in den meisten technischen Fächern in den Top 10 vertreten, allerdings befindet sie sich auf dem absteigenden Ast. So belegt sie etwa bei Elektrotechnik Platz 10, im Vorjahr war es noch Platz 7. Und in VWL, das sowieso nicht zu den Kernkompetenzen der Uni zählt, rutscht die TU noch weiter ab. Dort ging es von Platz 24 auf Platz 36.
Bild: dpa/dpawebHumboldt-Uni Berlin
Die Berliner Humboldt-Universität wurde in zwei Fächern des WirtschaftsWoche-Rankings aus den Top 10 verdrängt. In den Naturwissenschaften ging es von Platz 9 auf Platz 15 und in VWL von Platz 7 auf Platz 16.
Bild: dpaUni Göttingen
Die Georg-August-Universität Göttingen wird zwar von der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung gefördert, erreicht jedoch in keinem Fach des Rankings die Top 10. Die 1737 gegründete Hochschule verliert sogar an Boden. In den Naturwissenschaften rutscht sie um sieben Plätze auf Rang 21, bei VWL um vier Plätze auf Rang 13.
Bild: dpa/dpawebUni Frankfurt:
Die Frankfurter Uni gehört zu den besten deutschen Hochschulen für Wirtschaftswissenschaften. In VWL belegt sie dieses Jahr etwa den vierten Platz im Uni-Ranking der WirtschaftsWoche. Es ging allerdings mal besser: 2011 war es noch Platz 2. Auch bei Informatik ging es abwärts – und zwar um satte 13 Plätze auf Rang 30.
Bild: dpaUni Würzburg
Für die Uni Würzburg ging es von Rang 15 im Jahr 2011 in Wirtschaftsinformatik auf Rang 21 runter. Bei VWL purzelte Würzburg 13 Ränge runter auf Platz 29.
Aufsteiger:
Uni Bamberg
Die Bamberger Otto-Friedrich-Universität konnte in den Wirtschaftswissenschaften aufholen. Belegte sie 2011 etwa bei BWL noch Platz 28 hat sie sich dieses Jahr auf Platz 20 vorgearbeitet. Bei VWL sind die Bamberger um fünf Plätze auf Platz 11 vormarschiert.
Die Entwicklung, so die EUA, birgt mehrere Risiken: Die Lehre wird schlechter, die Unternehmen bekommen also weniger gut ausgebildete Kräfte. Außerdem besteht "die Gefahr der Abwanderung von talentierten Wissenschaftlern aus den am stärksten von der Krise betroffenen Ländern", sagt Nazaré. Gehen die klugen Köpfe weg, bekommen die Universitäten auch weniger Geld von den europäischen Finanzierungsprogrammen. Und die sind nach Erkenntnissen des Hochschulverbandes eine sehr wichtige Einnahmequelle für die europäischen Unis.
Keine Förderung bei Brain drain
Die Programme brauchen allerdings häufig Kofinanzierungen: Das heißt, dass die EU nur einen Teil zuschießt, den Rest müssen die Universitäten aus ihrem Budget beisteuern. Entweder durch Förderungen von Unternehmen oder durch Staatsgelder. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Wenn die Lehre leidet und es zum sogenannten Brain drain, also dem Abwandern kluger Köpfe in andere, besser gestellte Länder kommt, gibt nicht nur die EU weniger Geld, auch die Unternehmen sind weniger spendabel.
Fachkräftemangel durch geringe Förderung
Und die massiven Budgetkürzungen auf nationaler Ebene machen es den Universitäten zusätzlich schwer, die Finanzierung zu gewährleisten. "So geraten Universitäten besonders in finanzschwächeren Ländern zunehmend in einen Teufelskreis", sagt Nazaré. All das befeuert den Fachkräftemangel und verringert damit die Chance der Länder, sich schnell selbst aus dem Schuldensumpf zu ziehen.
Bild: dpaElektrotechnik
"Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin gut, viele Betriebe wollen ihr Personal aufstocken", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Das Problem: Das Fehlen von Fachkräften.
Und das betrifft immer mehr Branchen. 35 Prozent der vom DIHK befragten 25.000 Unternehmer haben Sorge, dass ihnen der Fachkräftemangel binnen zwölf Monaten das Geschäft vermiest. Bei den Elektrotechnikern fürchten 36 Prozent, dass sie keine geeigneten Leute finden. Heißt: Hier ist jede dritte Stelle frei
Bild: dpaMaschinenbau
Die DIHK-Umfrage zeigt auch, dass der Mangel nicht nur für Leute mit akademischen Qualifikationen gilt. Unternehmen haben bereits heute Schwierigkeiten, passende Bewerber mit dualer Ausbildung oder Weiterbildungsabschlüssen zu finden. Auch die Suche nach Azubis – und damit künftigem Fachpersonal – gestaltet sich zunehmend schwieriger. Bei den Maschinenbauern suchen 37 Prozent der Unternehmer nach qualifiziertem Personal.
Bild: dpaVerkehrsdienstleister
Bei den Verkehrsdienstleistern - sowohl im Bereich Personen- als auch Güterverkehr - haben sogar 44 Prozent angst, freie Stellen nicht mit gut ausgebildeten Leuten besetzen zu können.
Bild: dpaGesundheitswirtschaft
Genauso viele - nämlich 44 Prozent - der Unternehmen aus dem Sektor Gesundheitswirtschaft suchen neue, fähige und empathische Mitarbeiter. Stellen frei sind also unter anderem für folgende Berufsgruppen: Altenpfleger und Pflegehelfer, Verwaltungsangestellte aus dem Gesundheitsbereich, Medizintechniker, Fitnesstrainer, Händler aus dem pharmazeutischen Bereich sowie Kauffrauen und Kaufmänner aus dem medizinischen Bereich.
olgende
Vielmehr sehen sich auch Unternehmen aus solchen Branchen mit dem
Risiko Fachkräftemangel konfrontiert, die nicht für die Beschäftigung Hochqualifizierter typisch sind.
Dies gilt z.B. für die Gesundheits- und Sozialdienstleister, das Ausbaugewerbe, das Gastgewerbe oder
auch die Verkehrsdienstleister. Unternehmen haben bereits heute Schwierigkeiten, passende Bewerber
mit dualer Ausbildung oder Weiterbildungsabschlüssen zu finden. Auch die Suche nach Azubis – und
damit künftigem Fachpersonal – gestaltet sich zunehmend schwieriger.
Bild: APArchitektur- und Ingenieursbüros
Wer einen Job als Architekt oder Ingenieur sucht, hat derzeit - bei guter Qualifikation - die freie Auswahl. 46 Prozent der Befragten fürchten, ihre vakanten Stellen in den nächsten zwölf Monaten nicht besetzen zu können.
Bild: dpaForschung und Entwicklung
Schon vertraut mit der verzweifelten Suche nach guten Leuten sind die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen. Naturwissenschaftler und Techniker werden von 48 Prozent der Betriebe mit Kusshand genommen.
Bild: dpaGastgewerbe
Auch das Hotel- und Gastgewerbe braucht Leute - vom Hotelmanager bis zum Zimmermädchen werden Profis gesucht. Im Gastgewerbe fürchten immerhin 49 Prozent der Betriebe, im nächsten Jahr Einbußen hinnehmen zu müssen, weil es an qualifiziertem Personal fehlt.
Bild: dpaIT-Branche
Die Informatiker gehören zu den Absolventen der sogenannten MINT-Fächer und sind immer heiß begehrt. Bei 50 Prozent der Unternehmen fehlen kluge Köpfe.
Bild: APAusbaugewerbe
Aber auch das sogenannte Ausbaugewerbe - sprich: All die Betriebe, die mit dem Ausbau von Gebäuden zu tun haben - sucht nach fähigen Azubis und Gesellen. Der Run auf Maler, Schreiner, Schlosser und Co ist sogar noch ein bisschen größer als der auf die IT-Spezialisten. 51 Prozent der Betriebe suchen fähige Mitarbeiter.
Bild: FotoliaRechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung
Wer anderen gerne mal in die Karten schaut, hat Glück: Wirtschaftsprüfer und Steuerberater suchen händeringend Verstärkung. 57 Prozent brauchen binnen der nächsten 12 Monate neue Mitarbeiter und wissen nicht, wo sie die hernehmen sollen.
Elektrotechnik
"Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin gut, viele Betriebe wollen ihr Personal aufstocken", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Das Problem: Das Fehlen von Fachkräften.
Und das betrifft immer mehr Branchen. 35 Prozent der vom DIHK befragten 25.000 Unternehmer haben Sorge, dass ihnen der Fachkräftemangel binnen zwölf Monaten das Geschäft vermiest. Bei den Elektrotechnikern fürchten 36 Prozent, dass sie keine geeigneten Leute finden. Heißt: Hier ist jede dritte Stelle frei
Folgt man der Theorie des Hochschulverbandes gibt es außer Griechenland und Spanien noch sechs weitere EU-Staaten, die künftig nicht genügen gut ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung haben. So hat beispielsweise Lettland in den Jahren zwischen 2008 und 2010 die Fördergelder um 57 Prozent eingedampft. Mittlerweile ist der Abwärtstrend gestoppt, das Budget stabilisiert sich - das Vorkrisenniveau ist jedoch noch lange nicht erreicht. Litauen dagegen hat allein im Jahr 2012 das Hochschulbudget um 26.02 Prozent eingedampft und die Portugiesen sparen schon seit 2011 an ihren Unis: In diesem Jahr haben sie - verglichen mit 2011 - bereits 22 Prozent weniger Geld für die Lehre ausgegeben. Die Niederlande geben zwar relativ viel für die Hochschulbildung aus, aber auch dort leider die Unis unter andauernden Etatkürzungen zwischen fünf und zehn Prozent
Kroatien hatte sein Budget nach fünfprozentigen Einschnitten in der Zeit zwischen 2008 und 2010 zunächst stabilisiert. Im Jahr 2012 mussten die Hochschulen dann erneut Kürzungen in Höhe von fünf Prozent hinnehmen. Bislang sind aber keine weiteren Einschnitte geplant.
Marginale Erhöhungen mit geringer Wirkung
Estland dagegen scheint sich ein wenig zu erholen. Nachdem die Unis in den vergangenen Jahren deutlich weniger Geld vom Staat bekamen, hat sich das Budget stabilisiert und im Jahr 2012 sogar leicht erhöht. Allerdings bekommen die Hochschulen immer noch nicht das gleiche Geld wie vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008. In Belgien sind die Veränderungen des Hochschulbudgets dagegen eher gering - genauso wie die Anpassung der Gelder an die Inflation. Ganz ähnlich sieht es auch in Finnland aus, geringfügige Erhöhungen werden von der Inflation aufgefressen. Vergleiche zwischen der Höhe der Bezüge jetzt und direkt nach Ausbruch der Finanzkrise in 2008 gestalten sich jedoch schwierig, da das finnische Hochschulsystem erst 2010 komplett reformiert wurde.
Auch in Polen frisst die Inflation die Budgeterhöhungen auf. In der Slowakei gab es im vergangenen Jahr noch drastische Einschnitte bei den Ausgaben, jedoch sind sowohl in Polen als auch der Slowakei in absehbarer Zeit positive Entwicklungen zu erwarten.
Bild: dpaUni Frankfurt am Main - Martin Blessing: Sein Vater war Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, sein Opa Bundesbank-Präsident. Der Commerzbank-Chef studierte an der Uni Frankfurt BWL.
Zu weiteren Absolventen der Uni Frankfurt am Main gehören Jürgen Götz, Fresenius; Wolfgang Hartmann, Commerzbank; Michael Kuhn, Deutsche Börse; Stefan Lauer, Lufthansa; Thomas Quaas, Beiersdorf; Hermann Requardt, Siemens.
Bild: dpaLMU München - Nikolaus v. Bomhard: Der CEO der Münchener Rück absolvierte sein Jura-Studium an der LMU in München. Er bleibt der Uni verbunden: Seit 2005 sitzt er im Hochschulrat.
Wer ebenfalls an der LMU studiert hat: Frank Appel, Deutsche Post; Friedrich Eichiner, BMW; Karl-Ludwig Kley, Merck; Stefan Oschmann, Merck; Dominik von Achten, HeidelbergCement; Helmut Perlet, Allianz; Wolfgang Strassl, Münchener Rück; Joachim Wenning, Münchener Rück.
Bild: dpaUni Hamburg - Eckhard Cordes: Der Sohn eines Lederhändlers studierte BWL und promovierte an der Uni Hamburg. Von November 2007 bis 2011 war er Chef der Metro in Düsseldorf.
Ebenfalls in Hamburg haben studiert: Angelika Dammann, SAP; John Feldmann, BASF; Jürgen Fitschen, Dt. Bank; Andreas Kreimeyer, BASF; Horst Neumann, VW; Andreas Preuß, Dt. Börse
Bild: dpaUni Göttingen - Michael Diekmann: Neun Jahre besuchte der heutige Allianz-Chef die Uni Göttingen - er studierte zuerst Philosophie und Kunstgeschichte, danach Jura.
Neben Diekmann gehören auch Wulf Bernotat, E.On; Hans-Ulrich Engel, BASF; Martin Zielke, Commerzbank und Johannes Teyssen, E.On zu den Absolventen der Uni Göttingen.
Bild: dpaTU Clausthal - Jürgen Großmann: Sein Vater leitete das Rechnungswesen eines Bochumer Stahlwerks. Der ehemalige RWE-Vorstandsvorsitzende (Großmann war von Oktober 2007 bis zum 30. Juni 2012 Vorstandsvorsitzender der RWE AG) studierte Eisenhüttenkunde an der TU Clausthal.
Großmann befindet sich in prominenter Gesellschaft: Gerd Grimmig, K+S; Albert Scheuer, HeidelbergCement sowie der ehemalige ThyssenKrupp-Vorstand Ekkehard Schulz haben auch an der ZU in Clausthal studiert.
Bild: dpaTU München - Norbert Reithofer: Der BMW-Chef lernte zuerst an der FH München, danach wechselte er an die dortige TU, studierte Fertigungstechnik und Betriebswirtschaft.
Weitere TU-Absolventen: Herbert Diess, BMW; Peter Bauer, Infineon; Dominik Asam, Infineon; Heinrich Hiesinger, ThyssenKrupp; Wolfgang Reitzle, Linde, Peter Süß, Siemens.
Bild: dpaUni Stuttgart - Martin Winterkorn: Der Schwabe studierte Metallkunde und Metallphysik an der Uni Stuttgart. Seit 2007 ist er Vorstandsvorsitzender von Volkswagen und seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE.
Wer kennt noch die Stuttgarter Hörsäale? Michael Macht, VW; Wilfried Porth, Daimler; Thomas Weber, Daimler
Bild: dpaUni Tübingen - Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat an der Uni Tübingen studiert.
Auch Manfred Balz, Telekom; Francesco De Meo, Fresenius; Christine Hohmann-Dennhardt, Daimler; Andreas Renschler, Daimler und Regine Strachelhaus, E.On haben in Tübingen studiert.
Bild: dpaPost-Chef Frank Appel hat Chemie an der Universität Hamburg und der Ludwig Maximilian Universität München (Diplom) studiert. Später folgte eine Promotion im Fach Neurobiologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.
Bild: dpaKarl-Ludwig Kley, Vorstandschef von Merck, studierte von 1974–1979 Rechtswissenschaften in München an der LMU. Er schaffte es bis zum ersten Staatsexamen.
Uni Frankfurt am Main - Martin Blessing: Sein Vater war Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, sein Opa Bundesbank-Präsident. Der Commerzbank-Chef studierte an der Uni Frankfurt BWL.
Zu weiteren Absolventen der Uni Frankfurt am Main gehören Jürgen Götz, Fresenius; Wolfgang Hartmann, Commerzbank; Michael Kuhn, Deutsche Börse; Stefan Lauer, Lufthansa; Thomas Quaas, Beiersdorf; Hermann Requardt, Siemens.
In Österreich und Deutschland sollen die Universitäten in den nächsten Jahren mehr Geld zur Verfügung gestellt bekommen. In Deutschland handelt es sich hierbei allerdings mehr um eine wettbewerbsorientierte Förderungsstruktur. Österreich dagegen will zwischen 2013 und 2015 rund eine Milliarde Euro in die Hochschulbildung investieren. Frankreich hat seinen Unis zwischen 2007 und 2010 im Zuge einer Hochschulreform mehr Geld zur Verfügung gestellt, das meiste davon waren allerdings Stiftungsgelder. Auch Dänemark und Schweden haben ihre Budgets teilweise aufgestockt, sie aber sehr unterschiedlich auf Personal, Forschung, Lehre und universitärer Infrastruktur verteilt.
Keine Förderung pro Student
Das Kuriose: Je mehr Studenten es in einem Land gibt, desto eher wird die Lehre gefördert. Eine tatsächliche Förderung pro Student gibt es allerdings nur sehr selten. Universitäten mit sehr vielen Studenten haben deshalb nicht zwangsläufig mehr Geld für Professoren und Gastdozenten zur Verfügung als kleinere Hochschulen. Die Länder, die den Universitäten einen festen Betrag pro Student zuweisen, verändern die Höhe der Pro-Kopf-Pauschale in der Regel nicht. Wenn doch, dann wurde gekürzt, so der EUA.
Mehr Studenten, weniger Dozenten
Und je mehr gekürzt wird, desto weniger Lehrpersonal gibt es. Einschnitte im Budget führen hauptsächlich zu einem Einstellungsstopp, Gehaltskürzungen, geringeren Forschungsetats und Einsparungen beim Ausbau oder nötigen Sanierungen der Universitäten. Beispielsweise in Spanien führen die Kürzungen dazu, dass keine neuen Mitarbeiter eingestellt werden - darunter leiden sowohl Lehre als auch Forschung: Die einzelnen Dozenten müssen mehr arbeiten, die Hörsäle platzen aus allen Nähten. Des Weiteren wird wegen des Personalmangels an Sprechstunden und der Verfügbarkeit von Unibibliotheken und Computerräumen gespart. Außerdem wird - nicht nur in Spanien - die Zahl der Studiengänge reduziert. Dass die Studenten flüchten, sollte da nicht weiter verwundern.


























