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Hochschulreife: Abiturstandards werden vereinheitlicht

Ab 2017 gelten in ganz Deutschland die gleichen Standards für das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife. Darauf einigten sich die Kultusminister. Die Qualität der Prüfungen soll so verbessert werden.

Abitur Quelle: dpa
Auf der Kultusministerkonferenz (KMK) wurden einheitliche Standards für das Abitur vereinbart. Quelle: dpa

Die verbindlichen Leistungsanforderungen gelten für die gymnasiale Oberstufe und das Abitur in allen 16 Bundesländern - in den Fächern Deutsch, Mathematik und fortgeführter Fremdsprache (Englisch/Französisch). "Von der Grundschule bis zum Abitur liegen damit jetzt bundesweit geltende Bildungsstandards für die zentralen Fächer vor", sagte KMK-Präsident und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD). Das sei ein großer Schritt für das deutsche Schulwesen, der so noch vor einigen Jahren kaum für möglich gehalten worden sei.

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Rabe zufolge sorgt die KMK mit den gleichen Anforderungen für mehr Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern. "Wir sichern ein gemeinsames Leistungsniveau und wir schaffen zugleich eine länderübergreifende Grundlage zur Entwicklung und Sicherung schulischer Qualität", sagte der Senator weiter.

Die Bildungsstandards sollen durch sogenannte illustrierende Lernaufgaben veranschaulicht werden. Sie zeigen, "welche Aufgabenstellungen geeignet sein können, um die angestrebten Bildungsziele im Unterricht zu erreichen", wie es weiter hieß. Ferner enthalten die Bildungsstandards auch Beispiele für mögliche Prüfungsaufgaben. Damit wollen die Kultusminister Anregungen vermitteln, wie die in den Bildungsstandards formulierten Anforderungen im Abitur geprüft werden könnten.

Baden-Württemberg

Stärken: Der Chancenspiegel präsentiert ein sehr ähnliches Ergebnis wie vorangegangene Pisa-Tests: Was Leistung angeht, sind die Schüler in Baden-Württemberg spitze: Die Lesekompetenz von Neuntklässlern ist überdurchschnittlich, 50,3 Prozent machen das Abitur, nur 5,7 Prozent der Schüler machen keinen Abschluss (Bundesdurchschnitt: 7 Prozent)

Schwächen: Zu den Topschülern gehören leider nur die mit wohlhabendem Elternhaus, Schüler aus sozial schwachen Strukturen haben wenig Chancen, das Gymnasium zu besuchen: Die Chance eines Kindes aus oberen Sozialschichten, das Gymnasium zu besuchen, ist 6,6 mal höher als die eines Kindes aus unteren Sozialschichten (Bundesdurchschnitt: 4,5). Einem Aufwärts- stehen 3,1 Abwärtswechsel gegenüber (Bundesdurchschnitt: 1:4,3). Heißt: Pro Schüler, der von der Realschule aufs Gymnasium wechselt, gehen mehr als drei Schüler den umgekehrten Weg.

Bild: dpa

Einrichtung eines Aufgabenpools

Mit der Umsetzung der Standards in ihren Bildungs- und Lehrplänen sollen die Länder nun beginnen. Im Schuljahr 2016/17 werden dann bundesweit gleich schwere Abiturprüfungen in den zentralen Fächern eingesetzt. Dazu wird ein Aufgabenpool mit wissenschaftlich überprüften und gleich schweren Abituraufgaben in den zentralen Fächern eingerichtet. Dieser Pool soll ab 2013 wachsen und den Ländern ab dem Schuljahr 2016/2017 zur Verfügung stehen.

Rabe erhofft sich durch die Einigung auf die einheitlichen Standards eine weitere Verbesserung der Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs. Zugleich würden damit neue Impulse für die Weiterentwicklung des Unterrichts gesetzt.

Entwickelt wurden die Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Zusammenarbeit mit Fachexperten der Länder sowie Wissenschaftlern in Abstimmung mit der KMK. Auch soll das IQB federführend die Entwicklung von Standards für die Allgemeine Hochschulreife für die Fächer Biologie, Chemie und Physik verantworten.

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