Internet an Schulen: Gymnasiasten als größte Plagiatoren entlarvt

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Internet an Schulen: Gymnasiasten als größte Plagiatoren entlarvt

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Beim Unterricht im Internet surfen macht Spaß, hilft aber nicht beim Lernen, meinen viele Lehrer.

Schüler am Gymnasium sind am besten mit Computern ausgestattet. Der Unterricht macht dadurch mehr Spaß, größere Lernerfolge bleiben aber aus. Vielmehr werden Hausaufgaben nur noch zusammenkopiert. Die Eliteschüler gelten als die größten Plagiatoren.

65 Prozent aller Gymnasien stellen ihren Schülern frei zugängliche Computerarbeitsplätze zur Verfügung, hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Telekom herausgefunden. Unter den Haupt- und Realschulen ist es nur jede dritte Schule. Insgesamt fällt das Urteil über die Ausstattung weiterführender Schulen mit digitalen Medien aber gut aus: Mit Computern ausgestattete Unterrichtsräume gibt es demnach in 82 Prozent der Schulen. Zwei von fünf Schulen verfügten zudem über ein freies WLAN-Netz. Lehrer wie Schüler sehen viele Vorteile im digitalen Lernen, darunter zum Beispiel mehr Möglichkeiten bei der Unterrichtsgestaltung und einen schnelleren Zugriff auf Informationen. Mehr als die Hälfte der Schüler findet sogar, der Unterricht sei nicht nur abwechslungsreicher, sondern mache auch mehr Spaß. Dass der Einsatz digitaler Medien tatsächlich zu größeren Lernerfolgen führt, findet hingegen nur jeder fünfte Lehrer. Für die Studie wurden 507 Lehrer und 614 Schüler ab der fünften Klasse befragt.

Bei den Hausaufgaben liegen die Gymnasiasten durch die bessere Ausstattung klar im Vorteil. In Freistunden oder nach dem Unterricht können sie sich ungestört an die Rechner in der Schule setzen, um für Aufsätze und Referate zu recherchieren. Lehrer sehen den wachsenden Einsatz von Computern und Internet aber kritisch. Statt in Kleinstarbeit nötige Informationen mühsam zusammenzusuchen, würden die Jungs und Mädchen immer öfter auf ‚Copy and Paste‘ zurückgreifen. Texte werden nur noch überflogen, wichtige Abschnitte zusammengefügt – das Thema bleibt dabei fremd. 82 Prozent der Gymnasiallehrer gaben dies zu Protokoll, 20 Prozent mehr als im Gesamtschnitt. Als Gründe nannten die Pädagogen zum einen die nachlassende Einsicht der Schüler, selbst Wissen aufzubauen, zum anderen das Gefühl, wo Wissen auf Knopfdruck abrufbar sei, werde das klassische Lernen überflüssig. Bei der Lesekompetenz liegen deutsche Schüler im europäischen Vergleich laut OECD auf Platz zehn, Spitzenreiter ist Finnland vor den Niederlanden und Belgien. 

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Tatsächlich gaben 45 Prozent der Schüler an, im Internet nach Lösungen für Hausaufgaben zu suchen. Knapp zwei Drittel nutzen es nach eigener Aussage hauptsächlich für Recherchen zu einem bestimmten Thema oder um Präsentationen zu erstellen (56 Prozent). Bei den Lehrern sieht das anders aus. Während drei Viertel von ihnen das Internet auch zur Vorbereitung des Unterrichts nutzen, kommuniziert nur jeder fünfte mit seinen Schülern per Mail oder über soziale Netzwerke.

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