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IT-Sicherheit: "Wir brechen tagtäglich ein"

von Kristin Schmidt und Jan Mallien

Mit dem Hacken von IT-Systemen lässt sich gutes Geld verdienen - sogar ganz legal. Der professionelle Hacker Claus Overbeck erzählt, wie das sensible Geschäft funktioniert.

Overbeck
Overbeck

WirtschaftsWoche: Herr Overbeck, Sie sind professioneller Einbrecher und bekommen auch noch Geld dafür.

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Overbeck (lacht): So kann man es auch bezeichnen. Aber es stimmt schon: Wir brechen tagtäglich im Auftrag unserer Kunden in IT-Systeme ein, um zu zeigen, wo deren Sicherheitslücken sind. Wenn wir Schwachstellen finden, und das geschieht sehr oft, erklären wir den Kunden, was sie dagegen tun können. Diese Methode nennt sich Penetration Testing, kurz Pentesting – das klingt vielleicht etwas freundlicher als Einbrecher.

WirtschaftsWoche: Braucht man für den Job kriminelle Energie?

Overbeck: Nein, wir nehmen zwar die Perspektive eines Angreifers, eines Hackers ein, aber nur um Schwachstellen zu finden. Mit krimineller Energie hat das nichts zu tun.

WirtschaftsWoche: Lässt sich das Hacken denn überhaupt lernen, ohne illegale Dinge zu tun?

Overbeck: Natürlich. Viele unserer Mitarbeiter haben früher als Administratoren von Netzwerken gearbeitet. Da kann man auch an den eigenen Systemen Dinge ausprobieren.

WirtschaftsWoche: Wie sind Sie zum Pentester geworden?

Overbeck: Durch eine Forschungsgruppe an der RWTH Aachen. Dort haben wir uns damit beschäftigt, wie man solche Sicherheitstests macht. Das hat sich rumgesprochen und dann haben Unternehmen gefragt, ob sie diese Dienstleistung von uns kaufen können. Daraus wurde dann Redteam Pentesting.

WirtschaftsWoche: Es gibt inzwischen  mehr als zehn Hochschulen in Deutschland, die Kurse anbieten, in denen Studenten Hacker-Methoden lernen. Was bringt das?

Overbeck: Das kann ein Einstieg sein – für eine professionelle Tätigkeit reicht es aber nicht aus. Alle, die hier arbeiten, haben sich auch in ihrer Freizeit viel mit IT-Sicherheit beschäftigt. Zum Beispiel haben sie an Hacker-Wettbewerben teilgenommen.

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