ThemaStudium

Keine Bücher: Studium zum Discount-Preis

12. Januar 2012
von Kerstin Dämon

Großbritannien hat die Studiengebühren verdreifacht. Eine Uni bietet Studenten daher ein Sparpaket: Wer sich aus der Bibliothek fernhält, zahlt die Hälfte. Auch in Deutschland trieb der Gebührenwahnsinn skurrile Blüten.

Im September dieses Jahres wird studieren in Großbritannien richtig teuer: Statt wie vorher 3000 bis 4000 Pfund dürfen die Unis jetzt rund 9000 Pfund pro Jahr verlangen. Das sind deutlich mehr als 10.000 Euro. Zwar müssen die Studenten die Gebühren erst nach ihrem Studium berappen, trotzdem rief die Entscheidung 2010 massive Proteste hervor. Gerade, da die britische Regierung die öffentlichen Zuschüsse für die Unis um 80 Prozent kürzte. Forschung und Lehre sollen nun zu 60 Prozent privat finanziert werden. Das heißt: Die Studenten stopfen das Loch im Etats der Unis.

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Reformen gesucht
Die Dekane der Universitäten sehen sich nun nach Reformierungsmöglichkeiten um, damit die Hörsäle nicht leer bleiben. Das Coventry University College hatte dabei eine besondere Idee und bietet ein Studium light.
Die britische Universität offeriert ihren Studenten ab Herbst ein Studium, das mit 4800 Pfund nur knapp die Hälfte kostet. Der Haken: Die Unibibliothek, die IT-Abteilung, die Mensa und der Hochschulsport bleiben den Billigstudenten verschlossen. Wer nur die Hälfte zahlt, bekommt auch nur die Hälfte. Dafür ist die Uni unter der Woche von sieben Uhr morgens bis zehn Uhr abends geöffnet. Auch am Wochenende können die Studenten bis 16 Uhr in ihrer Alma Mater lernen.

Discere et labora - lerne und arbeite

"Life-shaped learning" nennt die Universität ihr Konzept. Der Vorteil daran sei, dass die Studenten nicht nur ihr Studium zum halben Preis bekommen, sondern durch die längeren Öffnungszeiten ihren Nebenjob besser in ihren Alltag integrieren können. "Die Studiengänge sind für Studenten geschaffen, die zu Hause leben und sich auf ihr Studium konzentrieren wollen. Wir gestalten unsere Stundenpläne so, dass sie einen Job haben können", heißt es auf der Homepage der Universität. Die britische Zeitung "The Guardian" vergleicht das Modell mit Billigfliegern, in denen es keinen Service gibt und jeder Koffer extra bezahlt werden muss.

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