Kindheitstraum: Warum der Beruf des Kapitän immer noch ein Traumberuf ist

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Kindheitstraum: Warum der Beruf des Kapitän immer noch ein Traumberuf ist

von Felix Ehrenfried

Den Stadttrubel hinter sich lassen, andere Länder und Menschen kennen lernen und ein großes Schiff befehligen – auch wenn sich der Beruf des Kapitäns in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat, ist er gerade für Jüngere immer noch ein Traumjob.

Astronaut wollte ich nie werden. Weit weg, irgendwo im Weltall, in einer kleinen Kapsel eingesperrt sein und Experimente ausführen, deren Sinn ich nicht verstehe, schien mir schon als kleiner Junge wenig erstrebenswert. Und dann die höllische Astronauten-Ausbildung, die ich in der Sendung mit der Maus gesehen hatte. In einer Zentrifuge, mit dem mehrfachen des Eigengewichts durch die Gegend geschleudert zu werden und gleichzeitig kryptische Kommandos ins Mikrofon schreien, fand ich wenig attraktiv und auch heute noch beneide ich Astronauten, bis auf ihren Ausblick auf den blauen Planeten wenig. Dann doch lieber Schiffskapitän werden. Am besten auf einem großen Segelschiff und in schicker weißer Uniform gemeinsam mit einer Heerschar von Matrosen Kap Horn umsegeln. Das erschien mir schon als Grundschüler erstrebenswert. Der Berufsalltag als Kapitän auf einem großen Schiff könnte durchaus etwas sein, dachte ich mir.

Doch wie bei allen Traumberufen hat auch der Kapitän mit zunehmendem Alter an Strahlkraft verloren. Los ging es mit den Berichten über die Gorch Fock, über die harte Ausbildung an Bord, den teilweise widerwärtigen Ritualen und der Unterdrückung einzelner Rekruten, die offenbar vom Kapitän geduldet wurden. Ob da der Beruf des Kapitäns auf hoher See wirklich so romantisch ist? Als ich ein wenig später das erste Mal seekrank wurde, zweifelte ich noch stärker an meinem Wunsch, einmal als Kapitän die Weltmeere bereisen zu wollen. Wohl gemerkt: Als ich seekrank über der Reling hing, war ich nicht auf einer Überfahrt auf der Nordsee mit riesigen Wellen und Sturmböen unterwegs sondern auf dem Bodensee, die Wellen nur wenige Zentimeter hoch, der Wind fast nicht zu spüren.

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So finden Sie den richtigen Beruf

  • Den richtigen Start hinlegen

    Eine große Karriere beginnt bereits in der Schule und in der Universität. Doch junge Menschen finden sich im Dickicht der Berufswahl oft nicht gut zurecht. Svenja Hofert hat einen sehr nützlichen Ratgeber geschrieben, um die Probleme zu umschiffen („Am besten wirst du Arzt“, Campus Verlag). Die Expertin für neue Karrieren hat bereits zahlreiche Bestseller geschrieben. Es folgen einige ihrer Ratschläge in der Kurzfassung.

  • Muss es das Gymnasium sein?

    Immer mehr Deutsche haben Angst vor einer (zu) niedrigen Schulbildung ihrer Kinder. Doch die Expertin rät: „Es macht keinen Sinn, einen jungen Menschen durch das Gymnasium zu prügeln.“ Es gibt Lerntypen, die dort nicht hinpassen und auf anderem Weg eine tolle Karriere starten.

  • Junge Menschen optimal fördern

    Eine junge Persönlichkeit muss lernen, was sie kann – und was (noch) nicht. Feedback ist in der Erziehung extrem wichtig, sowohl Lob als auch Kritik. Stellen Sie Fragen wie „Was hast du richtig gern gemacht?“ oder „Warum hast du die Zeit vergessen?“ und fordern Sie genaue Antworten ein. Kinder sollten auch die Dinge tun, die ihnen schwerfallen und ihr Können aufschreiben. Die tatsächlichen Interessen finden sich am besten durch viel Lesen und intensive Gespräche.

  • Motivation ist wichtig

    Kinder sind manchmal einfach faul. Kaum eines übt freiwillig jeden Tag auf einem Instrument oder engagiert sich erheblich über das minimale Maß hinaus. Geld oder sonstige extrinsische Anreize haben oft nur kurzfristige Wirkung. Besser ist, gesunde Neugier zu wecken oder schlicht das Kind zu fragen, wie man es motivieren könnte.

  • Duale Ausbildung oder Studium?

    Wenn junge Menschen eine feste, möglichst dauerhafte Position in einem Unternehmen anstreben, sollten sie eher auf das duale Pferd setzen als auf eine reine Ausbildung. Nicht ratsam ist das duale Studium, wenn ein starkes thematisches Interesse vorhanden ist. Dann lieber studieren und sich währenddessen beruflich orientieren. 

  • Das richtige Studium

    Es gibt immer mehr Studiengänge und immer mehr, die nichts taugen. Durch die Umstellung auf Bachelor und Master ist es grundsätzlich flexibler geworden – bei allen Nachteilen ist die Kombinierbarkeit ein großer Vorteil. In Zukunft wird es eine stark steigende Anzahl von Biografien geben mit zwei oder drei Studiengängen. Vorsicht vor dem Schweinezyklus: Einige Studiengänge werden nach einer Phase von zu wenig Nachfrage gern rasch überlaufen.

  • Was passiert nach dem Bachelor?

    Da gibt es keine einheitliche Antwort. Einige Studenten sollten nach dem Bachelor – also dem Grundlagenstudium – eher Erfahrungen im Berufsleben machen, andere direkt noch den Master folgen lassen. Entscheidend ist die intrinsische Motivation, also die persönliche Neigung zum Lernen. Studien belegen, dass Bachelor-Absolventen immer bessere Einstiegschancen haben.

  • Ausland, Nebenjob, Ehrenamt und Praktikum

    Studenten haben viele Möglichkeiten, sich nebenbei weiterzuentwickeln. Ein Auslandssemester lohnt sich umso mehr in einem Land, in das nicht alle gehen und wo nicht nur unter Deutschen gefeiert wird. Der Nebenjob sollte nicht nur Geld bringen, sondern auch etwas für den eigenen Berufswunsch. Ein Ehrenamt macht sich immer gut und ein Praktikum sollte es während des Bachelor-Studiums mindestens sein. Dabei wäre es gut, wenn das Unternehmen Relevanz am Arbeitsmarkt hat.

  • Den Job mit Zukunft finden

    Jobs an sich kann man in der Regel nicht zukunftssicher bezeichnen, denn es hängt allzu sehr vom Individuum ab. Also davon, was er oder sie kann und bereit ist, zu investieren. Grundsätzlich sollte man bei der Auswahl Wunsch und Wirklichkeit strikt trennen. Wie das genau geht, lesen Sie weiter unten! Bei neuen Berufen sollten Sie nachschauen, ob es sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf handelt.

"Seekrank werden am Anfang der Ausbildung viele, aber das geht nach ein paar Tagen weg", ermutigt mich Uwe Jepsen. Er muss es wissen. Der 64-Jährige begann 1969 seine Ausbildung zum Kapitän und fuhr rund 20 Jahre zur See, bevor er sich für den ruhigeren Job als Lotse an Lübecks Küste entschied. Heute ist Jepsen Lotsenobmann in Lübeck und Präsident des Bundesverband der See- und Hafenlotsen. Anfangs seekrank sein ist also kein Problem, vielmehr spielen andere Eigenschaften eine wichtige Rolle, erklärt Jepsen: "Sie müssen enorm teamfähig sein und echte Führungsqualitäten haben." Was zunächst wie das wenig sagende Anforderungsprofil einer Stellenausschreibung für Nachwuchsunternehmensberater klingt, hat auf hoher See essentielle, überlebensentscheidende Bedeutung. Denn auch wenn Container-und Kreuzfahrtschiffe heute mit allerlei Navigations-und Kommunikationstechnik ausgerüstet sind, trägt in letzter Instanz der Kapitän die volle Verantwortung mit allen Konsequenzen: für das Schiff, die Ladung, die Personen an Bord.

"In einer Gefahrensituation ist man als Kapitän wie der Messias an Bord – alle zählen darauf dass der Kapitän das Richtige tut", erklärt Jepsen. Als in sein Containerschiff bei einer Überfahrt auf dem englischen Kanal einmal Wasser eindrang, brach Chaos an Bord aus. "Die philippinischen Mannschaftsmitglieder an Bord kamen auf die Brücke, legten ihre Rettungswesten an und begannen den Rosenkranz zu beten", erinnert sich Jepsen. In dieser Situation entschied er die geplante Route zu verlassen, umzudrehen und den nächsten Hafen an der Küste der Niederlande anzulaufen – alle überstanden den Wassereinbruch unbeschadet.

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