Macht des Geldes: So beeinflusst Geld den Charakter

Macht des Geldes: So beeinflusst Geld den Charakter

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Laut Studie sind Kinder, die früh mit Geld umgehen müssen, geiziger.

Geld hat eine starke Wirkung auf uns, wie aktuelle Experimente zeigen. Selbst Kleinkinder, die den Wert von Geld nicht kennen, verändern ihr Verhalten, wenn sie mit Geld umgehen. Und zwar nicht nur zum Positiven.

Geld verdirbt nicht unbedingt den Charakter, aber es bringt häufig seine schlechten Seiten zum Vorschein. Die wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Verhalten herstellen, belegen genau das: Je mehr Reichtum jemand angehäuft hat, desto gieriger verhält er sich, desto eher ist er bereit, zu lügen und andere zu übervorteilen.

Bislang haben sich diese Studien jedoch immer dem Verhalten von Menschen aus der sogenannten Oberschicht gewidmet, maximal wurde das Verhalten von Studenten überprüft und wie es sich durch monetäre Anreize beeinflussen lässt. So haben Wissenschaftler der Harvard University und University of Pennsylvania festgestellt, dass Menschen, die an Geld denken, eher betrügen als andere.

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Jetzt stellt sich heraus: Geld verändert auch nicht nur das Verhalten von Erwachsenen, es macht auch Kinder zu selbstbezogenen Strebern. Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen haben Psychologen der polnischen University of Social Science and Humanities mit fast 500 Jungen und Mädchen zwischen drei und sechs Jahren Experimente durchgeführt, die diesen Schluss nahelegen.

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Die Forscher teilten die Kinder in zwei Gruppen auf: Die eine spielte mehrere Minuten mit Geldscheinen und -münzen. Die andere mit vergleichbar großen Knöpfen, Bonbons und Papierscheinen. Anschließend führten die Wissenschaftler fünf verschiedene Experimente mit den Jungen und Mädchen durch, bei denen sich die Kinder in den jeweiligen Gruppen laut Forschern unterschiedlich verhielten. Die Kinder, die mit Geld spielten, verhielten sich zwar ehrgeiziger, aber auch geiziger und weniger hilfsbereit als andere.

Geld steigert Leistungsbereitschaft

Beim ersten Test mussten die Kinder Linien in einem Labyrinth nachzeichnen. Mehr als jedes fünfte Kind, das vorher mit Geld gespielt hatte, löste laut den Wissenschaftlern die Aufgabe richtig – aber nur drei Prozent der anderen Gruppe. Daraus schließen die Psychologen, dass Kinder, die schon früh mit Geld umgehen, leistungsbezogener sind. Das soll auch die zweite Aufgabe bestätigt haben, bei der die Jungen und Mädchen ein unlösbares Puzzle fertigstellen sollten: Die Kinder, die Münzen in der Hand gehalten hatten, versuchten im Durchschnitt zwei Minuten länger das Puzzle fertigzustellen als andere Gleichaltrige.

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Quelle: dpa/Montage

Während der anderen Experimenten testeten die Wissenschaftler das Sozialverhalten, bei dem die Kinder, die mit Geld gespielt hatten, schlechter abschnitten als die Vergleichsgruppen. Zuerst sollten sie dem Versuchsleiter Stifte bringen: Im Durchschnitt erhielt dieser von den Geld-Kindern acht Stifte weniger – woraus die Forscher schlossen, dass diese Kinder weniger hilfsbereit sind.

Zwei weitere Tests mit Disneystickern ließ die Wissenschaftler schlussfolgern, dass Kinder, die im frühen Alter mit Geld in Berührung kommen, geiziger, aber auch gieriger sind, weil sie mehr Aufkleber forderten, aber weniger bereit waren, an andere Kinder abzugeben.

Die Forscher sind sich sicher, dass hinter diesem Verhalten der pure Geldeffekt steckt. Denn Kinder, die bislang selten mit Münzen und Scheinen zu tun hatten, wenig darüber wussten und es nicht besonders mochten, wurden laut der Ergebnisse dennoch vom starken fühl- und sichtbaren Reiz des Geldes beeinflusst. "Die fünf Experimente sind unseres Wissens der empirische Beweis dafür, dass Kinder schon im Alter von drei Jahren Geld mit einem Marktmodus verbinden und sich entsprechend verhalten", sagen die Wissenschaftler. Heißt: Sie fokussieren sich auf ihre Leistung und geben nur etwas für eine Gegenleistung her.

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